No.1 Die Entscheidung Weltreise 

 

– Katharina: „Ich hatte schon immer mal vor 1 Jahr im Ausland zu arbeiten, einfach um Erfahrungen zu sammeln und die Menschen kennen zu lernen.“

– Philipp: „Achja, cool. Ich will ja nach dem Studium mal 1 Jahr nach Südamerika, Spanisch lernen, Feuerland sehen und wenn ich ein Schnäppchen bekomme mit dem Schiff zur Antarktis.“

Die Entscheidung Weltreise

Ungefähr so war unsere ersten Gespräche, die uns im Endeffekt zu unseren Weltreiseplänen führen sollten. Wir hatten anscheinend beide schon immer den Traum etwas mehr von der Welt zu sehen, als nur den üblichen, aber auch schönen, 2-3 Wochen Jahresurlaub. Da ist mehr, was wir sehen und erleben wollten und so machten sich doch immer wieder Pläne zu möglichen Zielen in unseren Köpfen breit. Wir fragten uns, was es alles noch so auf der Welt zu sehen gibt – im realen Leben und nicht nur im Fernsehen oder in YouTube Videos.

Eine 2-wöchige Urlaubsreise nach China und ein paar lebensveränderte Ereignisse haben uns dann den letzten Schubs gegeben, die sonst so weit weg scheinenden Gedanken in etwas Festes, etwas Greifbares umzuschreiben.

– Philipp: „Was hältst du davon, wenn wir schon sehr bald auf Weltreise gehen?“

Die Antwort von Katharina kam sofort, „JA!“ und somit war die Entscheidung getroffen – wir werden auf Weltreise gehen.

In unseren Köpfen fing es sofort an zu rattern und während wir schon am Träumen waren, an welchen Stränden wir demnächst liegen bzw. welche Gipfel wir eventuell besteigen, kamen von Bekannten, Freunden und Familie eher Antworten (ich nenne sie gerne Sorgenpunkte), wie:

  1. Wie, Weltreise?
  2. Und wie geht es danach mit dem Job weiter?
  3. Habt ihr im Lotto gewonnen?
  4. Ja cool, früher hatte ich das auch mal vor.
  5. Aber nicht dorthin – da ist es doch gefährlich!

Ich glaube jeder der schon einmal von seinen Weltreiseplänen erzählt hat, kennt die typischen teilweise unverständlichen, ungläubigen bzw. auch neidischen Reaktionen.

Besser gesagt „Die Sorgenpunkte“.

 

1. Wie Weltreise?

 

Ja, eine Weltreise. Etwas, was man nicht vorausplanen kann, wie ein Hausbau oder seinen Tagesablauf. Etwas, was eben anders, ganz spontan ist. Gedanken, die nicht jeder verstehen kann und dies auch nicht muss. Es ist ähnlich, wie bei einem Bier. Fast jeder Deutsche trinkt gerne mal ein kühles Bierchen. Doch nicht jeder trinkt gerne das gleiche Bier. Der eine mag es eher Herb, der andere mehr süffig süß und wir mögen es halt abwechslungsreich mit vielen neuen Eindrücken ;).

– Mein bester Kumpel z.B. sagt ganz klar: „Mega geil was ihr da vor habt. Doch ich könnte das nicht. Dafür bin ich zu sehr auf meine Kariere und meinen Job fixiert.“

Aber das ist ok. Jeder Mensch hat unterschiedliche Ansprüche und Vorstellungen an sein Leben. Und auch wenn es für einige etwas bekloppt klingt was wir vorhaben, ist es für uns doch die richtige Entscheidung.

 

2. Und wie geht es danach mit dem Job weiter?

 

Eine beliebte Frage, die meist sogar vor der, wie ich finde viel spannenderen, „Wo geht es denn hin?“-Frage kommt. Ich glaube dieser Punkt ist tief in unserem Inneren verwurzelt. Schon seit Jahrzehnten sind wir darauf getrimmt immer einen Job zu haben, mit dem wir ein sicheres Gehalt verdienen, um uns bestimmte Dinge leisten zu können. Doch genau dieser Gedanke sollte losgelassen werden. Wenn wir jegliches Risiko scheuen, wird man mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit nicht in den Genuss einer großen Reise kommen. Denn diese ist natürlich mit etwas Risiko verbunden. Doch schmälert eine Reise die Chancen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben? Unsere ganz klare Meinung dazu ist – Nein. Sicherlich ist eine Reise mit viel Spaß und Abenteuer verbunden. Doch schnell geriet der organisatorische Aufwand, der dahinter steckt, oder wie viele Probleme gelöst werden müssen, in Vergessenheit.

Sprachbarrieren müssen überwunden werden. Dabei verbessern sich nicht nur die eigenen Sprachkenntnisse in Englisch, Spanisch oder Russisch, sondern es gibt vielleicht auch einige Situationen, in denen man die Sprache überhaupt nicht versteht. Finanziell müssen die Kosten immer im Auge behalten werden, um nicht nach ein paar Monaten ohne Geld da zu stehen. Täglich konfrontieren einen größere und kleinere Organisationsaufgaben, die vermutlich auch in Verbindung mit ein paar Problemen auftreten. Hier ist schnelle Handlung gefragt. Alles Dinge, die auch im Job immer wieder vorkommen. Fazit: eine Reise ist eher eine Bereicherung als ein Hindernis.

Es muss ja auch nicht immer die Kündigung sein. Eventuell gewährt euch euer Arbeitgeber auch bestenfalls ein Sabbatical oder längeren unbezahlten Urlaub.

 

3. Habt ihr im Lotto gewonnen?

 

Ahh die allseits bekannte Geldfrage. Das geile dabei ist, dass viele sich gar nicht vorstellen können, wie günstig der Rest der Welt im Gegensatz zu einem normalen Leben in Deutschland ist. Wenn ich jemanden erzähle, dass er in Indien für 1000 € lebt wie eine Made im Speck, guckt er nur ganz ungläubig und sagt: „Jaaaaa, klaaar.“ Bis ich ihm Zahlen bringe und er plötzlich so schaut: O.o

Man muss nicht im Lotto gewonnen oder reich geerbt haben, um eine Weltreise antreten zu können. Sicherlich braucht man etwas an Disziplin, um nicht sein ganzes Geld jeden Monat auf dem Kopf zu hauen.

Es kommt natürlich auch stark darauf an, welche Länder das Ziel seien sollen. In Australien koset das tägliche Leben locker das 3-fache, wie in Indien. Aber auch Indien kostet viel, wenn man nur in 5*Hotels unterkommt und jeden Tag in Restaurants essen geht. Jeder hat da seinen persönlichen Reisestil, mit dem er sich unterwegs wohl fühlt.

 

4. Ja cool, früher hatte ich das auch mal vor.

 

Diese Antwort habe ich sehr oft von Kollegen gehört, wenn ich von unseren Plänen erzählte. Sie bereuen es diesen Schritt nie gewagt zu haben und das ist schade. Denn ich glaube Dokus, Erzählungen und Berichte erinnern immer wieder daran, was man eventuell verpasst haben könnte.

Daher haben wir uns von unseren Vorstellungen auch nie abbringen lassen. Wann, wenn nicht jetzt!? Den perfekten Zeitpunkt gibt es einfach nicht. Auch jetzt könnte ich mindestens 2-3 gute Gründe nennen, warum wir nicht gerade jetzt starten sollten. Doch das wäre falsch. Der Mensch sucht immer Ausreden, um Risiken zu vermeiden.

Don´t call it a Dream, call it a Plan!

 

5. Aber nicht dorthin – da ist es doch gefährlich!

 

Achja, das Risiko einer gefährlichen Situation ausgesetzt zu sein. Ist es überall auf der Welt wirklich gefährlicher als außerhalb von Europa? Man kann in Berlin also nicht überfallen werden? Oder in Duisburg oder in unserer Heimatstadt? Doch genau das kann man! Sicherlich ist es besser Kriegsgebiete zu vermeiden. Denn dort ist natürlich dort die Gefahr größer, dass etwas passiert.

Doch mit normalen Menschenverstand und der ständigen Frage: „Würde ich das in Deutschland auch so machen?“, kommt man schon ganz sicher durchs Leben – auch außerhalb von dem Heimatland. Natürlich würde ich keinen Bungeejump wagen, bei dem das Seil an einem rostigen Nagel festgemacht ist. Das würde ich zu Hause auch nicht tun. Natürlich zeige ich bei größeren Menschenansammlungen nicht öffentlich wie viel Geld ich dabei habe und das ich es in meiner Hosentaschen aufbewahre. All diese Dinge sind keine Frage des Aufenthalts im Ausland, sie sind normaler Menschenverstand.

Sollte man bei allen Sicherheitsvorkehrungen trotz größter Vorsicht doch einmal Opfer eines Diebstahles oder ähnlichem werden, dann ist dies ganz einfach Zufall. Manchmal ist man zur falschen Zeit am falschen Ort und sicherlich ist dies ärgerlich. Doch auch in Europa kann dies passieren. Einer Freundin von uns ist ihre Geldbörse in London abhanden gekommen, damit haben wir auch nicht unbedingt gerechnet. Aber es kann passieren.

Also dann, gehen wir es an. Die Entscheidung ist schon längst gefallen, alle Sorgenpunkte sind abgehackt, nun geht es an die Vorbereitung für die wahrscheinlich geilste Zeit unseres Lebens. Jeeehhhhaaa.

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