No.4 Impfungen für eine Weltreise

 

*Vorab möchten wir klarstellen, dass dieser Artikel rein zur Information dient und keinen Besuch beim Haus- bzw. Tropenmediziner ersetzt. Es sollte immer eine Individuelle Beratung durchgeführt werden, da jede Route unterschiedlich ist und eventuell nicht alles oder aber mehr geimpft werden muss.

Der nächste Schritt in Richtung Weltreise steht uns bevor bzw. sind wir schon mitten drin. Schön war auch gleich zum Anfang die Frage der Schwester: „Na wo soll es denn bei Ihnen hingehen?“ Wie aus der Pistole kam es sofort aus Philipp´s Mund geschossen: „Einmal um die Welt!“, als hätte er auf die Frage nur gewartet :D. Die ersten Spritzen haben wir dann auch gleich in unsere Arme gejagt bekommen. Und bis auf einen leichten blauen Fleck bei Philipp gab es bisher keine Probleme.

 

Impfungen für eine Weltreise


1. Warum sollte man sich Impfen lassen?

 

Einige von euch fragen sich jetzt vielleicht auch, warum wir hier so einen Aufriss machen. Man kann doch sicherlich auch einfach so los, ohne ewig beim Onkel Doc zu sitzen und sich Impfungen verabreichen zu lassen, die man vielleicht doch nicht benötigt. Die Antwort darauf lautet auch ja man kann auch ohne Impfungen die Welt erkunden. Es ist einem wiedermal selbst überlassen wie man das ganze Thema angehen will. Wir haben uns für die sichere Variante entschieden und werden uns für jede Krankheit Impfen lassen, die auf unserer Route vorkommt – sofern dies möglich ist. Man kann sich streiten, ob die eine Impfung nun notwendig ist oder nicht, doch safety first ist zumindest bei solchen Krankheiten kein schlechter Leitfaden. Ich versuche euch mal die gängigsten Impfungen Aufzulisten, die wir uns auch bis zum Start unserer Reise geben lassen.

Ein Beratungstermin sollte so zeitig wie möglich stattfinden, am besten direkt nach der Entscheidung Weltreise. Denn Impfungen, gerade wenn man noch nicht so viel gereist ist, können durch die Wartezeiten zwischen den einzelnen Injektionen viel Zeit in Anspruch nehmen.

 

2. Impfungen für eine Weltreise

 

2.1 Typhus

 

Kosten: 24,10€

Übertragung: Typhus wird über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser aufgenommen. Daher kommt auch hier die altbekannte Regel zum Tragen „Cook it, boil it, peel it or forget it“. Wascht euer Obst nur mit verschlossenem Wasser ab. Somit senkt ihr schon euer Erkrankungsrisiko.

Folgen:Typhus ruft hohes Fieber, Kopfschmerzen, Verstopfung und Hautveränderungen hervor.

Schutz: Für Typhus wird eine einmalige Injektion verabreicht. Diese hält dann 3 Jahre und ist 14 Tage nach der Injektion wirksam. Allerdings ist zu erwähnen, dass die Impfung nur in 70% der Fälle hilft. 

 

2.2 Hepatitis A und B


Kosten: 
50,58€

Übertragung: Hep A wird über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser aufgenommen, sehr häufig über Muscheln, Austern und Krebstieren. Hep B wird hingegen beim Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen. Weitergereichte Nadeln, Bluttransfusionen, Geschlechtsverkehr etc.  

Folgen: Hep A und Hep B verlaufen mit Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen bis hin zur gelblichen Haut. Im Extremfall kann auch ein chronischer Verlauf der Krankheit ausbreiten, bis hin zur Leberschädigung. Dies ist Grund genug sich die Spritzen geben zu lassen. 

Schutz: Beide Impfungen geben einen Schutz von mindestens 10 Jahren. Es sind jeweils 2 Injektionen erforderlich, um den kompletten Schutz zu bekommen. Diese sollten in einem Abstand von 6 Monaten injiziert werden.

 

2.3 Gelbfieber

 

Kosten: 37,32€

Übertragung: Das Virus für Gelbfieber wird durch tag- und nachtaktive Stechmücken übertragen. Wie ich diese kleinen Blutsauger jetzt schon hasse.

Folgen:  Anfangs verläuft die Krankheit wie eine normale Grippe und läuft danach aus. Allerdings kann diese nach 1-2 Wochen erneut ausbrechen. Gelbsucht, Blutungen, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenversagen können die Folge sein. Das macht uns die Entscheidung sehr einfach. Bitte rein mit der Spritze.

Außerdem ist die Gelbfieberimpfung in einigen Ländern Pflicht, um einreisen zu dürfen. Selbst ein Transitaufenthalt ohne Impfung ist nicht gestattet.   

Schutz: Für Gelbfieber ist nur eine Injektion von Nöten und diese hält ein Lebenslang. Praktisch.

 

2.4 Tollwut


Kosten:
53,06€

Übertragung: Tollwut wird durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Tiere übertragen. Dies sind meist Hunde, Katzen und Fledermäuse. Doch auch andere Säugetiere können diesen Virus in sich tragen.

Folgen: Da überall zu lesen ist, dass Tollwut immer tödlich endet wenn diese unbehandelt bleibt, ist auch hier schnell eine Entscheidung getroffen. Schwester, die nächste Spritze bitte!!! Kurz zur Erklärung: sollte man von einem Tier, bei dem Tollwut vermutet wird, gebissen werden, bekommt man vom naheliegenden KKH 1-2 Tollwutimpfstoffe und ist safe. Dies war zumindest die Aussage des Tropenarztes und der muss es ja wissen 😀

Schutz: Zum vollen Schutz werden hier 3 Spritzen benötigt. Nach der ersten Injektion heißt es 7 Tage warten, bis die 2 Injektion verabreicht werden kann. Die letzte erfolgt am 21 bzw. 28 Tag. Auffrischungen werden aller 2-5 Jahre empfohlen.

 

2.5 Japanische Enzephalitis


Kosten:
74,57€

Übertragung: Auch hier wird das Virus durch nachtaktive Mücken übertragen, die zu bestimmten Jahreszeiten in Feuchtgebieten brüten. Ich liebe sie immer noch -.-„

Folgen: Fieber, Nackensteife, Verwirrung, Lähmungserscheinung bis hin zu Hirnhautentzündung, Demenz, Epilepsie und mehr. Auch hier gibt es keine Diskussion.

Schutz: 2 Impfungen im Abstand von 28 Tagen. Impfschutz besteht ab dem 10. Tag der 2. Impfung, für 12-24 Monate.

 

2.6 Cholera


Kosten:
38,05€

Übertragung: Durch Nahrungsmittel und Trinkwasser, welche mit Cholerabakterien infiziert sind. Cook it, boil it, peel it or forget it!

Folgen: Schwere Darmerkrankung, die zu wesentlichen Flüssigkeitsverlusten führt. Schmerzloser Durchfall und Erbrechen sind die Folge.

Schutz: Gegen Cholera gibt es keinen 100% igen Schutz, doch es gibt eine Schluckimpfung, die gegen ein Teil der Bakterien ankommt. Mit dem Wissen, dass die Krankenkasse auch dies bezahlt, nehmen wir die Impfung gerne mit. Diese sollte so nah wie möglich am Beginn der Reise erfolgen, da mit fortschreitender Zeit die Impfung nachlässt. Nach 6 Monaten besteht nur noch ein 75% iger Schutz.

 

3. Gegen was gibt es keine Impfungen?

 

3.1 Dengue Fieber


Das Dengue Fieber, auch Siebentagefieber genannt, wird wiedermal über die beliebten Tierchen, die Stechmücken, übertragen. Diese sind auch tagaktiv. Daher ist möglichst auf lange Kleidung zu achten, um nicht zu oft gestochen zu werden. Der Krankheitsverlauf ähnelt einer Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Druck hinter den Augen. Bei einer Erstinfektion verläuft die Krankheit ohne große Komplikationen. Erst bei einer 2. Infektion ist ein schwerer Krankheitsverlauf möglich. 

 

3.2 Malaria


Malaria wird über nacht- und dämmerungsaktive Stechmücken übertragen. Daher auch hier der Rat: abends lange, helle, geschlossene Kleidung tragen. Moskitonetze in Schlafräumen sollten genutzt und notfalls, wenn Löcher darin sind, geflickt werden . Eine weitere gute Vorbeugung ist ein Ventilator oder eine AirCondition im Zimmer. Mücken können bei Wind nicht auf der Haut landen. Daher möglichst den Ventilator einschalten. Eine AirCondition schützt davor, dass Mücken überhaupt ins Zimmer kommen. Denn diese fliegen nicht vom Warmen ins Kalte.

Aktuell wird an der Entwicklung eines Impfstoffes geforscht. Wann genau dieser Einzug in unsere Arztpraxen erhält, ist noch nicht bekannt. Reisenden wird empfohlen Tabletten gegen Malaria in der Reiseapotheke dabei zu haben. Hierbei ist darauf zu achten in welchen Risikogebieten man unterwegs ist. Standytabletten sind eine Alternative für Gebiete mit einem normalen Risiko an Malaria. Diese werden bei Verdacht auf Malaria genommen, um den Ausbruch bis zur Vorstellung beim Arzt einzudämmen.

Eine Karte über das Risiko findet ihr hier.

Bei hohem Risiko empfehlen die Ärzte Marlariatabletten zur Vorbeugung einzunehmen. Diese werden je nach Wirkstoff eine Woche vor der Reise, während dessen und eine Woche danach eingenommen.

 

4. Fazit und welche Impfungen zahlt die Krankenkasse?


Wie Anfangs schon erwähnt, haben wir uns nach der Beratung durch den Tropenmediziner für jegliche Impfungen entschieden, die eventuell auf unserer Reise von Bedeutung sein könnten. Zwar wissen wir noch nicht, ob uns die Reise wirklich nach Südamerika verschlägt, wo eine Gelbfieberimpfung zur Einreisepflicht gehört, doch um uns den Stress bzgl. einer Impfung auf der Reise zu ersparen, haben wir schon einmal vorgebeugt. Getreu nach dem Motto: „lieber man hat, als man hätte“.

In unserem Fall übernimmt die Krankenkasse AOK Plus alle Impfungen. Selbst die Japanische Enzephalitis. Dabei orientiert sich unsere Krankenkasse an den Vorgaben des Centrum für Reisemedizin. Alle empfohlenen Impfungen für Backpacker werden anstandslos übernommen – zumindest nach der Aussage unseres Beraters. Das Update, ob es wirklich so ist, werden wir noch liefern :).

Das Centrum für Reisemedizin hat auf ihrer Seite auch eine Auflistung von Krankenkassen, wo genau beschrieben wird welche Impfungen die Krankenkassen übernehmen. Doch diese ersetzt nicht das persönliche Gespräch mit der eigenen Krankenkasse.

 

<– vorheriger Beitrag RTW vs. Einzelflügenächster Beitrag Was kostete eine Weltreise –>

RTW

Was kostet eine Weltreise

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.