No.2 Sabbatical oder Kündigung?

 

Schritt No.1 ist abgearbeitet, wir haben uns für eine Weltreise entschieden. Egal was andere sagen, welche Sorgenpunkte uns auch entgegen geworfen werden oder welche Überraschungen noch auf uns warten. Doch nach dem Entschluss Weltreise kommt der nächste große Planungspunkt. Was wird mit dem Job? Welche Möglichkeiten gibt es? Muss ich kündigen, um meinen Traum zu verwirklichen? Diese Fragen versuchen wir hier zu beantworten, um euch verschiedene Möglichkeiten zu zeigen. 

 

Kündigen für eine Weltreise?

 

1. Erste Überlegungen

 

Um das richtige Modell für sich zu finden, sollte man sich zwei Frage stellen: 

Wie lange sind wir auf Reisen?

Möchte ich in meinen alten Job zurück?

Denn aufgrund dieser Antworten können schon einige Modelle rausfallen. Will man 6 Monate die Welt bereisen oder macht man das ganze Jahr voll? Vielleicht soll es auch die extremere Variante sein mit einem open end? Gefällt mir mein alter Job mit den Kollegen und Vorgesetzten so sehr, dass ich dahin wieder zurück möchte, oder kann ich mir vorstellen etwas komplett Neues nach der Reise anzufangen? Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile, bei denen jeder für sich selber entscheiden muss wie sehr diese gewichtet sind. 

 

2. Welche Möglichkeiten habe ich mit meinem Job?

 

2.1 Kündigen


Der wohl größte Schritt von allen ist der absolute Schlussstrich. Das alte Unternehmen und eventuell das alte Leben bleibt hinter einem, weil mit der Reise ein neues Kapitel des Lebens beginnt.

Der größte Vorteil dieser Entscheidung ist die Freiheit, die damit entsteht. Man kann während und auch nach der Weltreise tun und lassen was man möchte. Ein weiteres Studium, in einer komplett neuen Branche anfangen, der Sprung in die Selbstständigkeit – hier stehen einem alle Türen und Tore offen. 

Natürlich sind die Nachteile dieser Variante nicht zu verschweigen. Versicherungen, Unsicherheit nach der Reise, Rente, Finanzen und und und. Das sind alles Dinge, die natürlich zu beachten sind bei dieser Entscheidung.

 

2.2 unbezahlter Urlaub


Soll es nun nicht der ganz große Schritt Kündigung sein, weil man mit seinem Job zufrieden ist und eigentlich nur eine Auszeit haben möchte, die länger geht als der Jahresurlaub ist, könnte
 der Arbeitgeber einen unbezahlten Urlaub gewähren. Hierbei ruht das Arbeitsverhältnis und das monatliche Einkommen wird still gelegt. Auch alle Nebenleistungen des Arbeitsvertrages entfallen in dieser Zeit. Der Zeitraum für unbezahlten Urlaub ist frei wählbar. Dieser muss auch nicht immer für eine Reise genommen werden, auch ein Hausbau oder ein Studium könnte ein Grund sein.

Wichtig und auf jedenfall zu beachten ist, dass die Sozialversicherungsbeiträge im Falle des unbezahlten Urlaubs vom Arbeitgeber nur noch 1 Monat bezahlt werden müssen. Alles was darüber hinaus geht, muss vom Arbeitnehmer selbst übernommen werden. Ein Gespräch mit seiner Krankenkasse ist hier auf jedenfall notwendig.  

 

2.3 Sabbatical


Diese Variante könnte für alle eine Lösung sein, die mit ihrem aktuellen Job zufrieden sind aber der Gedanke an eine Weltreise sie einfach nicht los lässt. Der große Unterschied zum unbezahlten Urlaub ist, dass beim Sabbatical eine Art Ansparung möglich ist. Es ist eine vertraglich festgelegte Auszeit von 3-12 Monaten.  

Bei der Ansparung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen gibt es die Möglichkeit seine jährlichen Urlaubstage von beispielsweise 30 auf 20 zu kürzen, um so 10 Tage für sein Sabbatical zur Seite zu legen. Des Weiteren können auch Überstunden angespart und zu den Urlaubstagen addiert werden. So kann man sich seinen angepeilten Zeitraum zusammensparen.  

Zum anderen gibt es die Möglichkeit eines Sabbatical Kontos. Hierbei wird ein gewisser Teil des Gehaltes nicht ausgezahlt und auf ein separates Konto hinterlegt. So können z.B. ganz normal 40Std. gearbeitet, aber nur 20 ausgezahlt werden. Das angesparte Gehalt kann dann im Sabbatical Zeitraum ganz normal ausgezahlt werden und so werden auch weiterhin die Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Dies ist der große Vorteil zum unbezahlten Urlaub. 

Die Unterhaltung mit seinem Arbeitgeber über die verschiedenen Modelle lohnt sich. In zahlreichen Unternehmen, vor allem im öffentlichen Dienst, sind solche Auszeiten auch tariflich geregelt.

 

2.4 Auszeit zwischen zwei Jobs


Die letzte Möglichkeit ist die Auszeit zwischen zwei Jobs. Angenommen der aktuelle Arbeitgeber lehnt jegliche Vorschläge für eine Auszeit ab, aber man will nach der Reise nicht ohne einen Job dastehen. Besteht die Möglichkeit seine alte Stelle zu kündigen und einen neuen Job zu einem späteren Zeitpunkt anfangen. Der dazwischen gewonnene Zeitraum ist beispielsweise nützlich für die Reisepläne. 

Eventuell kann das auch im selben Unternehmen sein mit dem Wissen, dass eine Stelle zum Zeitpunkt X frei wird. Bis dahin ist es einem eventuell möglich seine Pläne zu verwirklichen.

 

3. Fazit


Zusammenfassend kann man sagen, dass für jede Situation etwas dabei ist, sowohl für diejenigen, die einen kompletten Schlussstrich ziehen wollen, als auch für die Leute, die nach ihrer Reise in ihrem alten Job wieder tätig sein möchten.

In unserem Fall konnten wir genau die richtige Lösung finden. Bisher ist einem von uns eine spätere Beschäftigung sicher. Damit sind wir finanziell abgesichert. Auch die spätere Wohnsituation wurde schon angesprochen. Denn wir müssen feststellen, wir mögen unsere Jobs, die Kollegen, das Umfeld und unsere Heimat. Von daher sind wir froh diese Lösung gefunden zu haben. Wir brauchen keinen kompletten Neuanfang, wir wollen einfach nur etwas Zeit die Welt kennen zu lernen, um es später nicht zu bereuen. 

<– vorheriger Beitrag Die Entscheidungnächster Beitrag RTW vs. Einzelflüge –>

EntscheidungRTW

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.