Mongolei Tour Part III

Unser 10. Reisetag war ein reiner Fahrtag. Wir saßen von früh 7 Uhr bis abends 19 Uhr im Auto. Der Weg war beschwerlich, denn die Straßen waren besonders schlecht. Am Abend hieß es zelten, aber das waren wir nun schon gewohnt 😉 . Damit es nicht so kalt wurde, bekamen wir von Sonya und Tumee traditionelle Kleidung, genannt Deel, um diese noch über uns drüber zu legen.

Auch unser 11. Tag war geprägt von einer langen Fahrt mit dem Auto. Am Wegesrand beobachteten wir Aasgeier und die üblichen Tiere, wie Pferde, Yaks, Kühe, Ziegen, Schafe und Erdhörnchen. An unserem Mittagsplätzchen fanden wir sogar ein Skelett, wahrscheinlich von einer Kuh oder einem Pferd. Wir bastelten etwas daran herum und versuchten die Einzelteile zusammenzustecken. Leider fehlten uns aber doch ein paar Knochen … .

Am Abend kamen wir am „Großen Weißen See“ im Osten der Mongolei an. Leider war es schon sehr spät und so konnten wir von der Umgebung nicht mehr viel sehen.

Am nächsten Tag, also Tag 12, standen wir sehr zeitig auf. Auf unserem Tagesplan stand ein Ausflug zu einer heißen Quelle, einem Hotspa, in welcher wir seit langem mal wieder duschen und schließlich auch baden konnten. Wir freuten uns riesig auf fließendes Wasser! Wir fuhren bis etwa 16 Uhr eine teils schlechte, teils gute Straße. Wir konnten Fotos an einem Canyon machen und auch eine ganz neue Landschaft der Mongolei kennenlernen. Die Natur war hier ganz anders als noch die letzten Tage.

Unser Ziel, das Hotspa, war dann der Hammer!!! Es war ein Tag zum Relaxen, zum Baden, zum Ausruhen. Das Wasser kommt hier direkt aus den Bergen heraus, riecht etwas schwefelig (was etwas nach Toilette riecht … ), ist aber dennoch eine Erholung pur! Man hat im September hier seine Ruhe und die Quellen fast für sich allein. Wir genossen den Abend voller Entspannung. Als Highlight konnten wir an einem mongolischen Barbecue teilnehmen. Dies gestaltet sich aber etwas anders als ein deutscher Grillabend. Hier ist es so, dass zunächst etwa faustgroße Steine zum Glühen gebracht werden. Dann gibt es einen großen Topf mit kochendem Wasser, in welchen nun die Fleischstückchen, entweder Schaf oder Ziege, gelegt werden. Dazu kommen noch ein paar Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren und zum Schluss werden die glühenden Steine in den Topf gegeben. Alles wird dann etwa eine Stunde gekocht. Serviert wird das ganze mit etwas mongolischem Brot (Hefeteig in Öl in der Pfanne angebraten). Wir hätten uns unter Barbecue natürlich etwas anderes vorgestellt, aber es war auch ok 😉 … .

Am Morgen des 13. Tages ereilte uns dann eine Überraschung. Philipp kam nach seiner Morgentoilette ganz aufgeregt wieder und präsentierte mir … naaaaaa… 😉 … einen Schneeball. Es hatte plötzlich über Nacht geschneit! Etwa 10 cm Schnee bedeckten den Erdboden und es schneite immer noch. Wir trauten unseren Augen kaum! Keiner hätte mit dieser Überraschung gerechnet. Gestern noch war es so warm, dass wir nur einen Pulli trugen, und heute schon mussten wir die dicken Sachen herausholen … . Wir freuten uns sehr und genossen es die Hände im Schnee zu baden.

Wir wollten nach dem Frühstück gleich aufbrechen und zur nächsten Attraktion fahren. Doch ein Zwischenfall lahmte uns etwas. Wir mussten einen anderen Van, der nicht so robust wie unserer war und fast kein Profil mehr auf den Reifen hatte ein Stück hinter uns her und durch den Schnee ziehen. Er rutschte auf den Straßen einfach weg, wie auf Butter. Doch das schaffte unser Auto mit Leichtigkeit und irgendwann war dann auch kein Schnee mehr zu sehen.

Wir peilten also auf direktem Weg den Platz der ehemaligen Hauptstadt der Mongolei an, Karakorum. Diese wurde einst leider völlig von den Chinesen zerstört. Aus ihren Mauerresten wurde im 16. Jhr. dann aber das Kloster Erdene Dsuu gebaut, was sich ebenso auf den ehemaligen Platz der Hauptstadt befindet.

Wir nahmen an einer Zeremonie der hier ansässigen Mönche teil. Da wir den Teil des Tempels im Uhrzeigersinn komplett abliefen, wurde uns dann als höchst mögliche Ehre eine Schüssel voll fermentierter Stutenmilch von Pferden gereicht. Sonya trank ihre Schüssel schnell aus. Da der Geruch aber wie schlechter Joghurt oder schlechte Milch stank, konnten wir unsere Schüssel nur schwer leeren. Philipp und Peter „opferten“ sich dann das ehrenvolle Getränk zu leeren. Normalerweise soll man von der Milch 3 mal kosten. Sonja trank auch ihre 2. Schüssel. Aber eine 3. schaffte auch sie nicht … . Die Milch beinhaltet Bakterien, welche für den Körperhaushalt ganz gut sein sollen. Auswirkungen sind uns bisher noch nicht bewusst, aber auf Toilette musste danach nur Sonja 😉 .

Unser Weg führte schließlich weiter, bis zur kleinen Gobi-Wüste. Hier, direkt neben Grünflächen beginnt auf einmal eine Wüstenlandschaft. Bereits am Rande des Sandes begrüßten uns die ersten Kamele. Unser Fahrer hielt vor ein paar Yurten und wir besuchten eine Familie, die Kamele als Haustiere hält.

Hier wollten wir die Nacht verbringen sowie auf den Kamelen reiten. Zuerst wird wie immer die Familie begrüßt. Also gingen wir in die Yurte und uns wurde klassisch Milchtee mit Gebäck gereicht. Auch konnten wir hier erstmalig von dem traditionellen mongolischen Käse kosten. Dieser war aber eher trocken und für unseren Geschmack eher etwas merkwürdig. Hierzulande aber ist er eine Delikatesse. Nach einem kurzen Plausch ging es schließlich ab auf die Kamele.

Eine Stunde konnten wir schließlich auf ihnen reiten. es fing auch leicht an zu nieseln und der Regen wurde im Laufe der Zeit immer stärker. Windrosen entstanden neben uns und wir freuten uns riesig, als wir auf einmal einen gewaltig großen Regenbogen sahen – und das Besondere war, er war komplett und hörte nicht in der Hälfte auf 🙂 .

Wir ritten immer weiter, durch den Sand, durch kleine Bäche, die Grünlandschaft hinauf und schließlich zurück zu den Yurten – einer Karawane gleich.

Der Regen wurde immer stärker und auch Fotos waren nicht mehr so einfach möglich 😉 .

Angekommen bei unserer Gastfamilie gab es klassisch Hammelsuppe mit selbstgemachten Nudeln und dann konnten wir schön einschlafen.

Am Morgen wurde uns auch Feuer in der Yurte gemacht, aber anstatt Brennholz wurde hier getrocknete Kuhscheiße verbrannt – ein gewöhnungsbedürftiger Geruch 😉 . Und damit wurde uns erst so richtig bewusst, da war er also … unser Tag 14 der Reise und somit auch unser letzter Tag. Nach einem entspannten Fotoshooting am Morgen frühstückten wir um 9 Uhr und dann ging es los in Richtung Hustai Nationalpark.

Hier leben die bekannten wilden Przewalski Pferde, welche wir schließlich auch aus der Ferne sehen konnten.

Auch liefen uns Gazellen und Murmeltiere über die Linse 😉 . Ganz schön aufregend hier, auch wenn unser Aufenthalt mit etwa einer Stunde viiiiiiel zu kurz war!

Unser Weg führte noch ein letztes Mal über buckelige Straße zurück zur Hauptstraße, über welche wir dann nach Ulaanbaatar City zurück kamen.

Als Schlusswort ist hierzu nur zu sagen – alles richtig gemacht!
Die 14 Tage waren total spannend, wir konnten in eine absolut andere Welt eintauchen, neue Religionen und Kulturen kennenlernen und uns an verschiedensten mongolischen Speißen versuchen. Dabei kosteten wir die Milch verschiedenster Tiere, wie Yaks, Rentieren, Pferden oder Kühen, aßen traditionelle Hammelsuppe und andere Leckereien. Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt und wir sind froh manchen Dinge nicht täglich ausstehen und probieren zu müssen. Auch ist das Leben auf dem Land sehr hart und hier erst lernt man seinen täglichen Wohlstand zu schätzen. Besonders schätzen gelernt haben wir aber die Straßen in Europa. Denn auf den unbefestigten Straßen geht es krasser zu, als auf jeder Achterbahn. Für empfindliche Mägen ist das hier nichts 😉 . Würden wir die Tour nochmals machen, würden wir auf jeden Fall etwas mehr Zeit einplanen, um noch mehr von den Stopps zu sehen. Die Ziele selbst würden wir aber in jedem Fall wieder ansteuern 😉 !

Bayarlalaa Sonya und Tomee!

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