Grenzübertritt in die Mongolei

Im letzten Beitrag erzählten wir, wie wir unsere Tickets für die Fahrt von Irkutsk nach Ulaanbaartar ergatterten.

Nun kommt der spannendste Teil von allem – die Fahrt über die Grenze. In Irkutsk eingestiegen bemerkten wir sogleich die andere Kleidung der Schaffnerinnen. Diese waren sehr nett und hilfsbereit. Doch das wir in einer anderen Kabine unterkamen, als wir gebucht haben, kam uns schon etwas komisch vor… Naja, die Abteile sind alle gleich aufgebaut und uns störte das dann wenig. In unserem kompletten Waggon waren nur etwa 15 Passagiere, was verhältnismäßig wenig ist. Uns fiel sofort ein junger Mann auf, der schnell durch denn Zug rannte, Kisten von A nach B trug, wieder raus rannte und eine neue Kiste holte. Wir haben gelesen – am besten nicht zu auffällig hinschauen und keine Fotos machen. Der Zug fuhr los, entlang am Baikalsee- dies ist wirklich die schönste Strecke auf unserer ganzen Tour mit dem Zug, auch wenn wir nachts nur einen Bruchteil der Schönheit des Sees sehen konnten.

Angekommen im letzten Ort vor der mongolischen Grenze hielten wir etwa 4 Stunden, um kontrolliert zu werden und einen Stempel für die Ausreise aus Russland zu bekommen. Komisch war, dass wir 3 Stunden einfach nur warteten, nichts passierte, keiner wusste warum wir hier warten mussten und auch irgendwie wurde keinem etwas gesagt. Aufgefallen ist uns nur, dass in unserem Flur auf einmal ein Teppich auf dem Fußboden festgenagelt wurde, dessen Sinn den jetzt erst auszurollen und dann auch noch festzunageln wir nicht verstanden. Zu fragen traute sich aber auch keiner ?

Grenzstadt Russland
Ab 16:00 Uhr, also nach 3 Stunden Wartezeit konnte endlich die Passkontrolle und die Kabinenkontrolle beginnen. Alles wurde durchsucht. Lüftungen wurden aufgeschraubt, die Toiletten geöffnet, Heizungsverkleidungen angehoben, alle Passagiere aller Zimmer mmussten erst all ihre Taschen zeigen und öffnen, dann wurde der Raum kontrolliert – natürlich in allen Ecken mit Taschenlampen und als letztes kam eine Kontrolleurin zur Pass- und Visakontrolle. Hier hieß es aufstehen, hinsetzen, Brille ab, Brille auf, nochmal hier vergleichen, nochmal da vergleichen.
Alles okay dachten wir also nachdem alle kontrolliert wurden – fast alles. Irgendwie ist der festgenagelte Teppich ins Visier gefallen. Hier gab es nämlich eine Klappe im Fußboden. In der versteckte sich, wie sollte es anders sein, eine Kiste mit irgendwelchen Waren. Was damit passierte wissen wir leider nicht, aber es interessiert uns jetzt noch brennend was in solchen Fällen gemacht wird. Auch wer hier mit wem unter einem Hut steckte wollten wir gern wissen…

Zu guter Letzt kam noch ein Soldat mit einem Spürhund durch den Zug und kontrollierte ebenso alles nochmal. Wir konnten endlich nach 3 Stunden Wartezeit und 1 Stunde Kontrolle für 15 Leute, mit dem zweiten Waggon zusammen insgesamt 30 Leuten, weiterreisen.

Es ging weiter Richtung Mongolei. Wir passierten eine Strecke, in der Stacheldrahtzaun aufgebaut war, ein Soldat stramm stand und unser Zug von unten durchleuchtet wurde – es könnten ja Packete oder Personen an der Unterseite des Zuges hängen und geschmuggelt werden. Wir fuhren sehr langsam durch das Grenzgebiet und immer wieder wurden wir von unten durchleuchtet.

Auf dem ersten mongolischen Bahnhof angekommen, hielten wir auch nochmal etwa 2 Stunden, um hier nochmals kontrolliert zu werden und unseren Stempel für die Einreise zu erhalten. Erst kamen etwa 8 Polizisten und Soldaten in unseren Waggon, sammelten alle Pässe und Einreiseanträge ein. Dabei wurden nochmals unsere Gesichter mit unseren Pässen abgeglichen. Dann kam ein Suchtrupp, der nochmals unser Gepäck kontrollierte. Die ganze Polizei verließ wieder unsere Zimmer. Wir hatten Zeit zur freien Verfügung, aber auf dem Bahnhof war nichts. Das Restaurant hatte geschlossen, der Geldautomat einen Hardware Error, die Toilettenfrau zoggte uns ab und wollte das doppelte wie von Russischen und mongolischen Gästen (obwohl wir das wussten und wir es ihr auf russisch sagten, war leider nichts zu machen) und auch so wurde es recht schnell dunkel sowie kalt.

Grenzstadt Mongolei
Die einzelnen Waggons und Locks wurden abgemacht, wechselten die Gleise, wurden kontrolliert, wieder mit anderen Waggons zusammengeschoben und alles war ein riesen Spektakel. Nach der ganzen Wartezeit mussten kurz vor Abfahrt noch 3 Leute aussteigen, die uns die ganze Zeit begleiteten, die ganze Zeit mit uns warteten. Nun wurden sie von der Schaffnerin zum Aussteigen aufgefordert… Wir bekamen schließlich von zwei Polizisten unsere Pässe zurück und konnten eeeendlich weiterfahren.

Mit uns noch 3 Polizisten, die ständig irgendetwas kontrollierten. An den Straßenrändern wurden wir auch noch ein paar Mal von der Zugunterseite durchleuchtet. Doch wir hatten Glück und es gab keine weiteren Zwischenfälle. Wir konnten ganz planmäßig weiter in Richtung Ulaanbaatar fahren und die Landschaft genießen. Mit nur 1 Stunde und 45 Minuten Verspätung konnten wir schließlich ganz entspannt in Ulaanbaatar einrollen und wurden von unserem Guesthouse „Mongolian Vision Tours“ abgeholt.

Philipp im Bett

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