Irkutsk & Olchon

 

Irkutsk – die wohl bekannteste Stadt am Baikalsee. Sie war Ziel unserer 19 stündigen Zugfahrt ab Krasnojarks und dann waren wir endlich angekommen. Wir haben schon so viel über die Stadt am Baikalsee gehört, dass wir neugierig wurden und auch hier her wollten. Aus dem Zug ausgestiegen fanden wir auch sofort unsere Straßenbahn und fuhren zu unserem Hostel.

Es war ein kleiner Wellblechbau in der Mitte von Blockbauten. Uns kam es so vor, wie „Ach hier sind ja noch 10 x 10 Meter Platz frei, da könnte man doch noch etwas kleines drauf bauen.“ Aber Innen war es ganz schnieke und gemütlich. Wir richteten uns also ein und entschlossen uns noch die Stadt zu besichtigen. Hier soll es einen großen Markt, ähnlich dem Hamburger Fischmarkt geben, auf dem alles verkauft wird.

Dieser sollte unser erstes Ziel sein. Unser Weg führte uns entlang an ein paar Parkanlagen, in welchen vielerlei Figuren errichtet waren. Auch eine etwa 7 Meter hohe Leninstatur lag auf unserem Weg. Schließlich gelangen wir an eine große Markthalle, in welcher allerhand frische Ware verkauft wurde. Sortiert nach Käse, Fleich, Obst, Gemüse und Anziehsachen konnte man hier wirklich alles kaufen. Die Händler standen nicht nur in der Markthalle, sondern auch reihenweise um die Halle herum. Sie verkauften das Obst und Gemüse aus ihrem Garten, ihre eigens hergestellten Backwaren, selbstgestrickte Socken und frisch geschlachtete Haxen. Mit Frisch geschlachtet meinen wir auch frisch. Denn die Schlachterei befindet sich direkt in der Halle. Wir trauten unseren Augen nicht, als auf einmal ein Schweineleib über einem Einkaufswagen hing.

Markt

Das machte uns neugierig und wir trauten uns näher heran. Dort standen die Männer mit großen Messern, die Schweins- und Rinderleibe hingen am Haken herunter und vor dem ganzen Spektakel gab es nicht einmal eine Tür oder einen Vorhang. Wir schauten uns das ganze etwas an, aber dann gingen wir doch lieber schnell von Dannen. Wir kauften hier und da noch etwas ein und wanderten weiter in Richtung Zentralpark.

Dieser ist zwar der größte Park Irkutsks, aber absolut nicht mehr sehenswert. Bis hier wieder Ordnung herrscht, müssen einige Motorsägen und ähnliche Gerätschaften bewegt werden… Also gingen wir weiter zum 130th Square. Dieser ist sehr schön. Es ist eine Gaststätten-, Bar- und Souvenirstraße. Da wir an dem letzten Freitag der Sommerferien dort waren, wurde hier auch ein riesiges Spektakel für die neuen Erstklässler betrieben. Alle Mädchen hatten riesige weiße Kugeln aus Tüll in den Haaren und hatten genauso wie auch die Jungen zum ersten Mal ihre Schulkleidung an. Es gab viel zu erleben für die kleinen Schulkinder. Auf dem Platz gab es ein Wasserscooter, verschiedene Spiele, eine Hüpfburg, Lasertac und vieles mehr.

Hüpfburg

Wir schauten uns das ganze an und gingen schließlich weiter in Richtung Flussufer. Ein kleines grünes Erholungsgebiet für die Einwohner, welches gern für Spaziergänge genutzt wird. Einen Tag später entschlossen wir uns zum Busbahnhof zu fahren, um dort einen Bus zu der Insel Olchon zu nehmen, welche nördlich von Irkutsk und mitten im Baikalsee liegt.

Der Bus hier her kostete uns mit einem, sagen wir mal wahrscheinlich nicht öffentlich angemeldeten Bus, 800 Rubel pro Person. Für den öffentlichen Bus im Busbahnhof hätten wir keine Tickets mehr erhalten und die wären laut anderen Leuten, die wir trafen, auch teurer. Und da es vielen so geht, dass es keine Tickets mehr gibt, siedeln sich mehrere Busfahrer an, die Touristen ebenso auf die Insel überführen. Unsere großen Rucksäcke wurden oben auf die Dächer der Kleinbusse geschnallt und ab ging es, 6 Stunden Fahrt übers Land. Wir fuhren in einem rasenden Tempo auf einer Bundesstraße, die immer mal von Kühen und Pferden überquert wird.

Freie Kühe

Normalerweise sind 100 bis 130 km/h ja nicht so viel. Wenn man aber immer plötzlich wegen einer auf der Straße liegenden Kuh eine Vollbremsung machen muss, ist das schon viel. Die Tiere können sich hier voll auslassen. Dies ist einerseits sehr schön, denn so eine weite Fläche kann sonst kaum ein anderes Land seinen Tieren bieten. Andererseits ist es aber auch sehr gefährlich, denn wenn man die Tiere zu spät mitbekommt oder eine Kuh bzw. ein Pferd die Straße plötzlich überqueren will, dann kann es leider zu einem Unfall kommen. Die Fahrer sind zwar auf das Überqueren der Straße vorbereitet, aber es gibt wie bei jedem von uns auch mal unaufmerksame Momente…

Unser Weg führte 4,5 Stunden übers´s Land, von Irkutsk bis ans Baikalufer. Dorf fuhren wir dann etwa 10 Minuten mit der Fähre auf die Insel und auf Olchon mussten wir nochmal 1 Stunde Weg bis zur Hauptstadt Chuschir auf uns nehmen.

Fähre nach Olchon

Der kurze Seeweg war wunderschön! Wir hatten eine hervorragende Sicht auf den Baikal, konnten die frische Seeluft genießen und sahen zu unserer Überaschung auch noch eine kleine Robbe neben uns her schwimmen. Im Baikal sind die einzig vorkommenden Süßwasserrobben überhaupt. Gerade deshalb gelten sie hier auch als touristische Attraktion und als Magnet des Sees. Unsere restliche Fahrt auf der Insel war dann aber sehr beschwerlich. Auf ganz Olchon gibt es keine geteerten Straßen. Alle Straßen sind aus einem Gemisch aus Sand und Erde. Ist die Hauptstraße auf einmal zu huckelig, dann wird einfach eine neue „Straße“ eröffnet. Das heißt dann, es wird einfach auf dem Untergrund bestehend aus Erde, Sand und Gras eine neue Spur eingefahren. Manchmal gibt es für ein und denselben Weg 4 Spuren nebeneinander. Die Fahrt fühlt sich an wie ein einziger Ritt über eine Buckelpiste. Wenn ich darüber nachdenke, dass Sand bei Belastung extrem schnell wegrutscht und wir manchmal sehr nahe am Abgrund entlang gefahren sind, dann wünschte ich, ich hätte einfach nur geschlafen…

Straßen Olchons

In Chuschir angekommen suchten wir unser Hostel. Da es hier keine Busse gibt, liefen wir eben ein paar Kilometer mit je etwa 18 kg Gepäck, um endlich anzukommen. In der richtigen Straße und der richtigen Hausnummer angekommen, fragten wir uns, ob wir wirklich richtig sind. Denn hier gab es weder ein Schild mit dem Hostelnamen noch einen Eingang, der etwas offiziell wie für Toursten/Gäste aussah. Eher glich es einem Wohnhaus mit Garten. Wir entschieden uns einzutreten und suchten jemanden, den wir fragen konnten. Nachdem wir etwas durch das Haus liefen und hier und da klopften, öffnete uns eine ältere Babuschka (Oma), welche auf uns erst einmal nicht den Eindruck erweckte, dass hier ein Hostel sei. Wir versuchten ihr immer wieder den Namen des Hostels zu sagen, in der Hoffnung sie verprügelt uns nicht gleich mit einem Schrubber 😉 .

Irgendwann sagt sie uns dann auf russisch mit einem Lächeln im Gesicht wir soll 5 Minuten warten, es kommt gleich jemand, das Baby müsse nur noch einschlafen. Also geduldeten wir uns und setzten uns nebenan in einen Raum. Eine russisch sprechende Frau mitte 40 kam heraus, bestätigte uns, dass wir hier richtig sind und fragte uns, was wir pro Nacht zahlen, um heruas zu bekommen welches Zimmer wir gebucht haben. So richtig organisiert erschien uns das alles nicht. (Nach dem Austausch mit anderen Touristen auf der Insel war aber anscheinend kein Hostel besser auf Gäste vobreitet. Es wirkte eher so, als sei es eine Überraschung, dass hier Touristen auftauchen – obwohl es hiervon auf der Insel echt schon Jahre lang sehr viele davon gibt.) Unsere Hausherrin zeigte uns also unser Zimmer, die Toilettenhäuschen, den Trinkwasserhahn und die Duschhäuschen – alles natürlich ein paar Meter voneinander entfernt…wäre sonst ja auch langweilig 😉 .

Unser Hostel

Das Anwesen unserer Gastfamilie war riesig. Die Zimmer jedoch recht spartanisch. Es glich dem Sprichwot „Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig“. Doch es reichte aus. Und für 14,50 € pro Nacht kann man auch gerade in einer Touristengegend keine Wunder erwarten. Nach dem Austausch mit anderen Touristen sind die teureren Zimmer aber auch nicht wesentlich luxeriöser ausgestattet. Und wenn man sich die Wohnhäuser hier anschaut, sollte man das auch nicht erwarten können. Entscheidender Unterschied ist aber wahrscheinlich, dass die Gasthäuser sonst Waschmaschinen haben. Bei uns wurde alles noch per Hand gewaschen. Und das ist für etwa 30 Zimmer wirklich sehr viel und sehr anstrengend – aber es war alles sauber und roch frisch gewaschen.

Der Wäscheplatz

Da die Insel erst seit 2005 an das Stromnetz angeschlossen ist, sind solche elektrischen Hilfen wahrscheinlich noch keine Selbstverständlichkeit. Wir entschlossen uns also an unserem Anreisetag noch etwas die Stadt Chuschir zu besichtigen. Diese gleicht einer Westernstadt. Freilebende Tiere, aufwirbelnder Staub wenn über die Straßen gelaufen oder gefahren wird und kleine Holzhäuschen mit einer Veranda als Vorbau, die den Eingang zu Geschäften, Cafés, Restaurants oder Souvenirgeschäften darstellen. Es strahlt irgendwie eine ganz entspannte Ruhe aus.

Chuschir, Hauptstadt von Olchon

Obwohl es wie in der Zeit zurückgesetzt wirkt und es so wahrscheinlich auch in Deutschland vor vielleich 50 Jahren oder so gewesen sein muss, hat das ganze doch irgendwie seinen Reiz. Hier rennt keiner rum und schaut ständig auf sein Handy, keiner muss sein Autoradio noch lauter drehen, damit es auch jeder hört und die Menschen sitzen nicht alle drinnen allein vor dem Fernseher, sondern treffen sich draußen auf den Straßen zum Quatschen, Autos reparieren oder Einkaufen. Auch gingen wir an unserem ersten Abend noch an den bekannten Schamanenfelsen der Insel, welcher nur ein paar Meter von unserem Hostel entfernt ist. An dem Vorplatz des Felsens sind überall Holzstatuen zu finden, welche mit Gebetsbändern geschmückt werden. Das ganze gleicht einem Farbenspiel und ist im Sonnenuntergang ein wunderschöner Anblick, welchen man sich nicht entgehen lassen sollte.

Gebetsbänder

Unsere Nacht war schließlich kalt und laut. Hier schreit eine Kuh, dort bellen 5 Hunde, nicht müde werdende Menschen erzählen stundenlang. Leider sind die Holzhäuser vor keinem Geräusch geschützt. Die Nacht war dann auch schnell beendet und wir wurden von ein paar Hähnen geweckt, sowie erneut von Hunden, welche unaufhörlich bellten. Der Tag war leider etwas verregnet. Also entschlossen wir uns etwas am Strand entlang zu laufen und die Natur zu genießen. Es ist so unglaulich, dass dies „nur“ ein See ist. Es wirkt so, als ob man am Meer ist. Sofort wird einem klar, dass dies der größte See der Welt ist – auch wenn dies nur volumenmäßig und nicht flächenmäßig gilt.

Der Baikalsee

Unser nächster Tag sollte dann auf dem Fahrrad stattfinden. Doch genauso beschwerlich, wie es mit dem Auto geht, so ist es auch mit dem Fahrrad. Es war eine Tortur hier zu fahren. Im Sand kommt man so gut wie gar nicht voran und wenn der Untergrund etwas fester ist, bilden sich tausende kleine Huckeln, die für das Gesäß alles andere als angenehm sind.

Wir fuhren 23 km in Richtun Norden, wobei wir die letzten 7 km nur bergauf durch den Wald fuhren und schoben. Oben auf der Bergspitze wollten wir eigentlich über die Insel in Richtung Osten schauen und das andere Baikalufer betrachten. Leider waren die Wege so schlecht, dass wir nicht weiter kamen und keinen schönen Ausblick hatten. Also versuchten wir durch den Wald zurück zu kommen.

Der Weg Bergauf durch den Wald.

Glücklicherweise trafen wir Dennis, welcher auch hier Urlaub machte und mit seinen Jeep durch den Wald fuhr. Er war unsere Rettung!!! Wir fragten ihn, ob er uns ein Stück durch den Wald mitnehmen könne, denn unser Po tat uns mittlerweile so sehr weh, dass wir nicht mal mehr bergab fahren wollten. Er packte unsere Fahrräder aufs Dach und los ging es. Das war wirklich der aufregendste Part unserer Fahrradtour und er rettete uns absolut den Tag! Denn durch seine Fahrt durch den Wald konnten wir wieder Kraft tanken und waren wirder absolut glücklich. Versperrte Dennis ein gefallener Baum den Weg, so hatte er eine Axt mit und konnte diesen von der Straße beseitigen. Er erzählt uns, dass er aus Irkutsk stammt, Pilot ist und nun zum wiederholten Male hier Urlaub machen möchte. Wir waren so froh, dass er da war und uns mitnahm!

Unser Retter, Dennis.

Nachdem wir den Wald durchquerten, kamen wir wieder auf die normalen Straßen Olchons, von denen man wirklich einen wunderschönen Blick auf das Wasser hat. Wir fuhren lässig die paar Kilometer zurück und sind in Summe etwa 40 km geradelt. Es waren wunderschöne Aussichten, tolle Erlebnisse und unvergessliche Momente!!!

Aussicht auf dem Baikalsee

Am nächsten Tag fuhren wir um 9:00 Uhr morgens für etwas mehr als 600 Rubel pro Person mit einem Minibus zurück nach Irkutsk. Erst wollte uns der Busfahrer nochal 220 Rubel für unser Gepäck mehr abziehen, aber wir blieben starr und machten ihm klar, dass wir schon bezahlt haben. Er war sichtlich genervt, dass wir ihm nicht noch mehr gaben, denn das wäre direkt in seine eigene Tasche und nicht in die des Busunternehmens gewandert. Wieder begegneten uns auf der Fahrt Kühe und Pferde. Der Busfahrer war weiterhin alles andere als nett, sprach mit keinem, auch als sich andere Passagiere im Bus auf Russisch beschwerten antwortete er auf nichts. Aber man muss sich dies hier wahrscheinlich gefallen lassen wenn man mit möchte. Nach 6 Stunden und einer aufregenden Fahrt kamen wir schließlich in Irkutsk an. Dort nahmen wir die Straßenbahn zum Bahnhof. Doch mitten auf der Straße, dort wo die Straßenbahn entlang führt, gab es einen Unfall. Somit fuhren wir statt 5 km nur 1 km. Hier kann man nichts machen und nach 30 Minuten warten wollten wir einen Bus zum Bahnhof nehmen. Doch leider konnte uns keiner eine Busnummer sagen, welche zum Bahnhof fahren würde. Wir entschieden uns ein Stück im strömenden Regen zu laufen und erreichten nach etwa 30 Minuten Fußweg eine Straße, an der wir eine Buslinie sahen, die Richtung Bahnhof fährt. Doch dirkt vor dem Bahnhof hielt der Bus nicht und wir liefen auch hier nochmal etwa 800 Meter durch strömenden Regen. Zum Glück waren wir gegen den Regen gut ausgerüstet. Im Bahnhof konnten wir dann am 4. angepeilten Terminal auch unsere Zugtickets von Irkutsk nach Ulaanbaatar ergattern. Denn internationale Tickets gibt es nur bei einem bestimmten Schalter, der nur für internationale Tickets zuständig ist. Wir waren so glücklich noch am selben Tag mit dem Zug fahren zu können und warteten geduldig die 4 Stunden bis zur Abfahrt!

<– vorheriger Beitrag Krasnojarsknächster Beitrag Grenzübertritt Mongolei –>

KrasnojarskGrenze Mongolei

4 thoughts on “Irkutsk & Olchon”

  1. Hallo ihr beiden Reisefanatiker!

    Wir wünschen euch weiterhin eine gute, sichere Reise und viele Eindrücke in Asien.
    Einfach toll, was ihr schreibt und die Bilder geben sicher nur einen Teil eurer Eindrücke wieder.

    Bleibt schön gesund und passt auf euch auf.
    Sandra und Jörg aus der Heimat.

  2. Liebe Katharina und lieber Philipp

    Würdet ihr die Reise zur Olkohninsel nochmals machen?
    Ich möchte im ‚Zuge‘ der Transsib auch einen 3 – 4-tägigen Abstecher von Irkutsk nach Olkhon Island machen.
    Zwar dachte ich eine Fahrt mit dem Boot=Schnellfähre, was aber gar nicht so toll / ungemütlich und obendrein sehr teuer sein soll, wobei der Bus auch nicht gerade billig zu schein scheint.
    Auf Olkhon hörte es sich insgesamt auch sehr beschwerlich an, oder nicht?
    Oder wüdet ihr lieber Zeit in Listvyanka verbringen, falls ihr auch dort wart.

    Viele liebe Grüße und noch viel Spaß beim Welt-entdecken.

    Rainer

    1. Hallo lieber Rainer,
      wir freuen uns zu hören, dass du die spannende Zeit mit der Transsib vor dir hast! Uns hat diese besondere Art zu reisen sehr gefallen und wir werden noch oft an die Zeit zurück denken!
      Als kleine Vorbereitung kannst du dir (falls du es noch nicht gesehen hast) auch mal unsere 10 Tipps mit der Transsib auf YouToube anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=TxFHBhwJiK4

      Und jetzt zu deiner Frage:
      Wir fanden die Zeit auf Olkhon wirklich gut und sind froh den Ausflug dahin gemacht zu haben. Für die Anreise sind wir in Irkutsk zum Busbahnhof und haben uns einen Bus für rund 10 € auf die Insel genommen. Die Fahrer fahren wirklich bis in den Hauptort der Insel und wir würden empfehlen auch dort irgendwo eine Unterkunft zu nehmen. Die Anreise war schon etwas anstrengend, denn man fährt sehr lange und auf Olkhon gibt es keine festen Straßen sondern nur so Sand- und Wiesenwege. Aber die Anfahrt ist schon wie von einer anderen Welt! Wir hätten nie gedacht, dass Russland so unterschiedliche Seiten aufweist. Während es doch eine Weltmacht ist und das so bekannte Moskau hoch entwickelt ist, gibt es auf Olkhon erst seit kurzem Strom und Waschmaschinen gibt es im Ort wahrscheinlich nur 3 Stück 😉 . Die Kühe stehen hier mitten im Ort und grasen, die Hunde laufen frei herum, jeder kennt jeden und alles erinnert an eine Westernstadt.
      Wir kamen gerade in Olkhon an, als alles für den Winter fertig gemacht wurde. Dennoch gab es noch dies und das für die Touristen. Du kannst hier mit den alten russischen Vans an das andere Ende der Insel fahren, ein Quad ausleihen oder Fahrrad fahren (aber das ist so mühselig, das würden wir nicht weiter empfehlen) . Ebenso gibt es zur Touristenhochzeit russische Saunen direkt am Strand und andere Wassersportarten. Spazieren gehen kann man hier natürlich auch wunderbar.

      Also Fazit: Wenn du eh auch andere russische Städte auf deinem Trip siehst, würden wir dir empfehlen lieber Olkhon zu sehen und eine Stadt weniger zu machen. In Listvyanka aber waren wir nicht, dazu können wir dir nicht viel sagen. Wir sind damals früh an einem Tag in Irkutsk losgefahren, haben 3 Nächte auf Olkhon verbracht und sind am 4. Tag wieder los nach Irkutsk. Wir haben alles spontan vor Ort gebucht, wenn du ein paar Russichkenntnisse hast kann das nicht schaden, aber dir wird auch so irgendwie weiter geholfen. Aber für Russland allgemein ist es besser ein paar Brocken Russich einzustudieren 😉 .

      Also nimm dir die Zeit auf Olkhon, der Bus ist echt günstig und die Insel ist irgendwie noch wie eine andere Welt. Ich habe zu Philipp gesagt: “ Ich glaube so war es früher bei uns.“ Und kleiner Tipp zwecks Unterkunft: wir hatten eine ganz einfache für 14,5 € und haben diese auf Booking.com gebucht. Wenn man spätestens in Irkutsk seine Unterkunft vorbucht ist es einfacher und man weis welchen Punkt man im Ort ansteuern muss auf Olkhon.

      Eine wunderschöne Zeit in Russland und wenn du noch Fragen hast, immer her damit 😉

      Liebe Grüße
      Katharina und Philipp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.