Daegu / Haeinsa

Auf unserem Weg von Busan nach Seoul wollten wir auch den Haeinsa Tempel nicht missen. Er liegt etwa eine Stunde westlich von Daegu und ist leicht mit dem Bus zu erreichen. Da wir Korea während der goldenen Woche besuchten, waren schon fast alle Hostels rund um den Tempel ausgebucht und wir entschieden uns in Daegu unterzukommen und mit dem Bus diese eine Stunde zum Tempel zu fahren. Die Busse verkehren zwischen diesen beiden Städten im 40-Minuten-Takt und kosten auch nur etwa wieder 5 € pro Fahrt pro Person.

Der Haeinsa Tempel wurde 802 erbaut und besitzt mit seinen 81.340 hölzernen Buchdruckplatten die größte Sammlung dieser Art weltweit. Die Hauptattraktion in diesem Tempel ist zum einen der Tempel selbst, viel mehr aber noch diese Druckplatten.

Zunächst wurde das Holz mehrere Jahre im Meerwasser eingelegt, dann getrocknet und zum Schluss erst wurden die Zeichen und Buchstaben eingeschnitzt. Um die Letter zu schützen, wurde ein Lack aufgetragen. In großen Häusern, welche besonders gut belüftet sind, werden die Platten nun seit Jahrhunderten aufbewahrt. Die Sammlung wird als Tripitaka Koreana bezeichnet und ganze 16 Jahre vergingen, bis einst alle Platten erstellt wurden. Hintergrund der Erstellung dieser Schriftzüge war, dass die Tripitaka im Kampf gegen die Mongolen helfen sollte. Auch wenn der Wunsch leider nicht erfüllt wurde, sind diese 6.791 Bände auf rund 81.000 Druckplatte heute UNESCO-Weltkulturerbe und ein beeindruckendes Meisterwerk als Zeitzeuge der Geschichte. Leider durften wir weder von den Druckplatten noch von den Häusern, in welchen sie aufbewahrt werden, Fotos machen. Ein Besuch war der Tempel aber auf jeden Fall wert!

Natürlich ist ein Tempelstay auch hier möglich und kostet pro Person pro Tag 60.000 Won, als etwa 50 €. Hätten wir unsere Unterkünfte nicht schon gebucht, wäre das auf jeden Fall ein Must-Do auf unserer Reise. Aber vielleicht kommt diese Gelegenheit ja nochmal 😉 .

Aufgrund der Anfahrt und der Besichtigungsdauer stand auf dem Tagesprogramm nur der Tempelbesuch. Also fuhren wir nach unserer Begehung wieder mit dem Bus nach Daegu, um ins Hotel zurück zu gehen. Apropos Unterkunft … . Da in Korea die goldene Woche herrschte, waren alle Hotels ausgebucht oder sehr teuer. Über Airbnb gab es noch ein günstigeres Hotel, welches auch nicht ganz schlecht aussah. Wir waren also froh etwas gefunden zu haben und buchten das (35 € pro Nacht, kein Frühstück, sehr klein). Als wir ankamen überkam uns eine kleine „Überraschung“. Wir haben unsere Unterkunft in einem sogenannten „Love Hotel“ gebucht. Vergleichbar mit einem Stundenhotel, bei dem am Empfang ein Täschchen mit Zahnbüsten, Kondomen und allerlei Kram überreicht wird. Taschentücherbox, Bademantel, dezentes Licht auf dem Gang, anonyme Rückgabe des Schlüssels im Aufzug und Karaoke Bars gleich nebenan. Die typischen Zeichen für ein Love Hotel. Aber was soll´s, da haben wir auch mal diese typisch koreanische Eigenheit mitgenommen 😀 .

Daegu als Stadt haben wir uns sonst nicht weiter angeschaut, da es für uns keine Highlights mehr geboten hat, die wir unbedingt sehen wollten.

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