Gyeongju

Noch in Busan erkundigten wir uns in der Touristeninformation, welche Städte, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in Südkorea noch auf unserem Plan stehen sollten. Die Dame nannte uns ein paar Ortschaften, erklärte uns was das Besondere dieser Regionen sei und gab uns auch gleich noch entsprechendes Kartenmaterial mit. Wer sich also unsicher ist, wo es als nächstes in Korea hingehen soll, wie man dort hingelangen kann oder was es zu sehen gibt, sollte auf jeden Fall einen dieser Informationsstände besuchen (alle sprechen super englisch und helfen sehr gut weiter).

Wir entschieden uns schließlich nach Gyeongju zu reisen, was im Osten Südkoreas und eine Stunde oberhalb Busans liegt. Dafür holten wir uns an einem Busbahnhof (Metrostation Sasang) im Voraus (kurzfristig wäre auch möglich) die Tickets.

Achtung an alle Studenten: wer seinen Studentenausweis vorzeigt, fährt etwas vergünstigt mit. Die Tickets lagen bei knapp 6000 Won und somit etwa 5 €. Die Ticketpreise hier richten sich einerseits nach Entfernung (1 Stunde Fahrt sind immer knapp 6000 Won, 2 Stunden sind etwa 12000 usw.) und danach, welchen Bustyp man wählt. Wir wählten immer den einfachsten und der war bezüglich Beinfreiheit und Sauberkeit immer super. Am Tag der Abfahrt, also den 02.10.2017, reisten wir typisch deutsch 1 Stunde eher an, um auch pünktlich da zu sein :D. Das war etwas zu zeitig bzw. nicht nötig, denn die Busse fahren direkt an der Metrostation ab, es gibt hier kein Chaos, keine Sicherheitskontrollen oder sonstige Probleme, alles ist hier ganz entspannt.

Mit dem Bus in Gyeongju angekommen, liefen wir mit samt unserem Gepäck (pro Person etwa 16 kg) zu unserem 4 km entfernten Hostel. Hätten wir den Busplan nicht am letzten Tag in der Stadt bekommen, wären wir vielleicht auch gefahren … .

Gyeongju war übrigens von 57 v. Chr. bis 935 n. Chr. die Hauptstadt des Silla-Reiches. Dies ist das Reich, was die koreanische Halbinsel am längsten von allen beherrschte. Hier sind einige Königsgräber, Statuen und bedeutende Tempelanlagen dieser Zeit zu finden und genau deshalb soll man auch in diese Stadt reisen. Die ehemalige Hauptstadt ist eher mit älteren Häusern versehen und noch etwas rückständiger als die großen Städte des Landes. Man merkt, dass man in einer anderen Region und einer Kleinstadt ist. Gyeongju ist als „Museum ohne Dach“ bekannt, da sie eben so viele Überreste der Silla-Zeit vorweist.

Nachdem wir unsere Sachen im Hostel abgeben konnten, schlenderten wir etwas durch die Stadt. Überall waren Läden, in denen die Koreaner tütenweise kleines Gebäck kauften. Immer das Gleiche. Hiervon gab es einen Laden neben dem anderen – und alle verkauften das Gleiche!? Wir wollten diese Süßwaren also auch probieren und kauften uns schließlich von den beiden Sorten je 1 Teilchen. Die Leute kauften diese Süßspeise übrigens deshalb in Massen, da in Korea der 03. Oktober ein Feiertag ist und die folgenden Tage aufgrund des Erntedankfestes ebenso frei sind. An diesen Festtagen wird die Familie besucht und ganz besondere Spleißen werden aufgetischt. Als Geschenk werden auch oft Äpfel oder Naschi-Birnen mitgebracht. Da Obst in Korea relativ teuer ist, werden zu den Festtagen diese Früchte als besondere Aufmerksamkeit zu den Familien mit heim gebracht und dann gemeinsam verzehrt. Die Wirtschaft macht sich dies natürlich zu Gute, hat besonders große und schöne Früchte herangezogen und verkauft diese nun zu vollkommen überteuerten Preisen. Da können 9 Früchte schnell mal 50 € kosten.

Nun aber zurück zu dem Gebäck … . Beide waren mit Muß aus roten süßen Bohnen gefüllt, welche hier eine Art Schokoladenersatz darstellen. Das Gebäck, was wie zwei übereinanderliegende Pancakes aussieht, hat weniger Füllung, das andere mehr. Beide schmecken süß, gut, saftig. In Massen könnten wir davon aber keine essen 😉 .

Auf unserem Weg durch die Stadt gelangten wir an eine Seenlandschaft, welche Lotus Area genannt wird. Hier wachsen unendlich viele Lotusblüten, soweit das Auge reicht. Leider waren zum Zeitpunkt unseres Besuchs schon fast alle verblüht, sodass wir nur noch einzelne erhaschen konnten.

Auf dem Rückweg ins Hostel liefen wir durch einen sogenannten Wildblumengarten, in dem viele Leute Fotos schossen und hier ihre traditionelle Kleidung präsentierten. Natürlich wollten wir auch ein Foto davon 😉 .

Zum Abendbrot entschieden wir uns durch den typischen Gyengju Seongdong Market zu schlendern und hier etwas zu essen. All you can eat mit koreanischen Gerichten klang doch super!

… nur die kleinen Chips aus Fisch getrockneten Fischen und Krebsen wollten wir doch nicht probieren … .

Auch dieser Markt bot wieder alle möglichen Kreationen an Essen. Hier ein mal ein paar typische Stände mit exotischem Essen 😉 .

Am nächsten Tag dann wollten wir die Aushängeschilder, also die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sehen. Hierzu gehört unter anderem der Bulguksa Tempel, und die Grotte Seokguram. Beide liegen nahe beieinander und sind einfach mit dem Bus Nummer 10 und 11 zu erreichen. Wir fingen im Tempel an.

Da die Südkoreaner zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts aufgrund der goldenen Woche frei hatten, war fast ganz Südkorea hier versammelt 😀 . Der Bulguksa Tempel wurde 1995 zum Weltkulturerbe ernannt und ist deshalb ein beliebtes Reiseziel für Koreaner und Touristen. Er ist das Aushängeschild des Silla-Reiches und noch eines von wenigen Überresten, was nicht vollständig im Krieg gegen Japan zerstört wurde. Die Japaner haben hier einst unzählig viele Schätze der Koreaner zerstört und geklaut, um das Reich zu übernehmen und ihren Schutz durch die Götter der Tempelanlagen, Statuen und Bauten zu nehmen. Die Tempelanlage des Bulguksa ist riesen groß, mit einer kleinen Parkanlage und viel grüner Landschaft.

Die Statuen, Tempel und Gebäude sind sehr gut erhalten, zerstörte Teile sind neu aufgebaut bzw. restauriert.

Und natürlich werden auch hier typische buddhistische Steintürmchen aufgebaut.

Die Tempelanlage ist breit gefächert und verteilt sich auf mehrere sehenswerte Gebäude.

In den Gebäuden kann dann gebetet und gespendet werden, die Statuen Buddhas und der Gottheiten sind anzutreffen und um den Raum zu betreten, sind stets die Schuhe auszuziehen.

Im Tempel ist eine große Glocke vorzufinden, welche zu entsprechender Stunde zum Gebet ruft. Die hier anzutreffende Form ist typisch für diese Stadt und in allen anderen Tempeln Gyengjus ebenso geformt.

Auch die typische Steinpagoda ist im Hofbereich der Tempel anzutreffen.

Nach etwa 1,5 Stunden hatten wir die Gegend abgelaufen und wollten weiter zu der Grotte Seokguram. Man kann die etwa 4 km entfernte Sehenswürdigkeit entweder mit dem Bus Nummer 12 erreichen, per Taxi fahren, oder wie wir es machen wollten, per Fuß erlangen. Doch nach etwa 1 km Weg fragte uns ein koreanisches Pärchen mit dem Auto, wo wir denn hinwollten. Als wir sagten zur Gotte meinten sie das sei viel zu weit und wir könnten gern mit ihnen mitkommen. Wenn es ein was gibt, was wir über Koreaner definitiv sagen können, dann ist es die Tatsache, dass sie nicht gerne weit laufen und versuchen alles per Auto zu erreichen 😉 . Uns kam das sehr gelegen und wir stiegen ein 😀 . Wir lernten während der Fahrt etwas über die koreanische Lebensweise, die Schule, die Arbeit und das Essen kennen. Das Pärchen war äußerst nett und aufgeschlossen. An der Grotte angekommen zahlten wir auch hier, wie im Tempel Bulguksa ebenso, pro Person 5000 Won und konnten in das Gelände eintreten. Uns führte ein zehnminütiger Weg durch einen sehr breiten Waldweg zur Grotte. Am Ende des Weges gelangten wir an eine Art Gerüst, an dem wieder zahlreiche Lampions mit Wünschen aufgehängt waren.

Das ist immer wieder ein wunderschönes Farbenspiel! Von hier aus sahen wir auch eine kleine Menschenmasse, die anstand, um die Grotte zu besichtigen.

Die Grotte Seokguram ist eine künstlich erschaffene Höhle, um die als schönsten Buddha der Geschichte bezeichnete Granitstatue der Silla-Zeit zu beherbergen. Zunächst wurde die Grotte aus Steinen erbaut, innen mit religiösen Verzierungen versehen und dann mit Erde zugeschüttet, um die Grottenform zu erlangen. Sie ist gar nicht so groß angelegt und besteht nur aus 2 Räumen. Fotos dürfen hier drinnen leider nicht gemacht werden. Der Buddha ragt hinter einer Glasscheibe in der Kuppel empor. Auf seiner Stirn trägt er einen Diamanten, welcher aber wahrscheinlich von den Japanern geklaut wurde und jetzt nur noch ein Immitat ist. Das ist aber gar nicht so wichtig, denn der Grund, warum der Diamant dort angebracht ist, ist viel bedeutender. Über die Kuppel der Grotte dringt etwas Sonnenlicht ein, welches in den Diamanten aufgenommen wird und zu einem Flusslauf reflektiert wird. Dieser Fluss trägt das Licht nun zum Unterwassergrab des ehemaligen König Munmu, welcher zu der Silla-Zeit regierte. Er soll durch das Licht Leben und Kraft erhalten. Die Legende besagt, dass der König Munmu als Drache wiedergeboren werden und das Land beschützen wollte. Die Koreaner haben sehr viele Legenden um ihre Reliquien, welche von allen hier hoch geachtet werden.

Unser Weg führte wieder zurück zum Auto und wir wurden nahe unseres Hostels herausgelassen. Ein geschichtsträchtiger Tag, welcher uns ganz schön erschöpfte 😉 .

In Gyeongju kann man noch mehr Grabanlagen, Tempel oder andere Überreste der Silla-Zeit besichtigen. Für uns waren diese Attraktionen aber die wichtigsten, die wir sehen wollten. Hier noch eine Übersicht mit Eintrittspreisen, was es noch zu sehen gibt.

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BusanDaegu

2 thoughts on “Gyeongju”

  1. Hey Ihr 2 Asiaten :).
    Tolle Bilder … mutig mit dem ganzen Street Food … ich würde da glaube wenig bis nix essen :)!
    Wo seid ihr eigentlich zu Weihnachten und Silvester?
    Grüße Franzi + Axel.

    1. Hallo Franzi und Axel, das Streetfood ist schon recht lecker ;). Je nachdem was man halt bekommt und mag :D.

      Wo wir Silvester und Weihnachten verbringen, wissen wir noch nicht. Wir überlegen zwar schon die ganze Zeit, verschieben das Thema aber erst einmal noch :D.

      Viele Grüße
      Katharina und Philipp

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