Wallamann Wasserfall

Unser Weg in Australien führte von Cairns nach Melburne. Auf dieser Route liegen einige Highlights, wie die verschiedenen Inseln, Strände, Nationalparks usw. . Auch der größte einstufige Wasserfall Australiens liegt an der Ostküste in Queensland und genau diesen sollte man mit seiner 278 m Höhe echt gesehen haben!

Der Wasserfall liegt im Girringun-Nationalpark und um ihn sehen zu können, müssen ein paar Kilometer bergauf zurück gelegt werden – natürlich mit dem Auto ? . Wir entscheiden uns recht kurzfristig am Wallamann Wasserfall Halt zu machen und informierten uns über einen geeigneten Schlafplatz. Direkt auf dem Berg neben dem Wasserfall gibt es einen Campingplatz, welcher vom Queensland Government verwaltet wird. Vor Ort gibt es keinen Handyempfang und auch niemanden, wo man seine Campinggebühr von 6,50 AUD p. P. entrichten kann. Am besten ist es beim Queensland Government anzurufen und einen Platz zu reservieren. Bezahlt werden kann per Visa-Karte am Telefon und im Gegenzug erhält man eine Stellplatznummer, die man auf einen Zettel schreiben und in die Frontscheibe legen muss. Das ist also alles ganz easy und trägt auch noch zum Erhalt des Nationalparks bei. Als wir uns in Richtung Wasserfall aufmachten, wurde es schon langsam dunkel. Die Dämmerung brachte mit sich, dass die Tiere des umliegenden Waldes aktiv wurden. Um uns herum begann der Himmel Blitze im Sekundentakt um sich zu werfen und Regentropfen zu vergießen. Es machte den Anschein eine düstere Nacht zu werden. Und so sollte es auch sein. Als wir den Berg hinauf fuhren, wurde es immer dunkler. Aber deutlich erkannten wir plötzlich vor uns eine rote Schlange auf der Straße liegen. Philipp konnte gerade noch so ausweichen, als er sie sah und wir hatten Glück und sie nicht überfahren. Nach etwas Recherche erfuhren wir, dass es wahrscheinlich eine Red-bellied black snake , also eine rotbäuchige Schwarzotter war. Nicht tödlich aber giftig. Wir fuhren etwas geschockt weiter, waren froh im Auto zu sitzen. Aber die rote sollte nicht unsere letzte Schlange gewesen sein! Wir fuhren weiter und dachten uns dann was liegt da denn für ein dicker Ast auf der Straße. Es war eine riesige Python, etwa 3 m lang und 10 cm im Durchmesser. Es war unsere Horrorvorstellung jetzt draußen zu sein. Auch hier konnte Philipp glücklicherweise geschickt ausweichen. Nicht auszudenken wenn wir da drüber gefahren wären!

Wir kamen schließlich bei starkem Unwetter auf dem Berg an, fanden recht einfach den Campingplatz und für mich stand fest – ich verlasse heute nicht mehr das Auto. Wer weis, was da noch so draußen lungert… . Ich sagte nur zur Sicherheit noch zu Philipp: „Wenn jemand an die Scheibe klopft, wir machen nicht auf und fahren sofort los!“ Es war die schlimmste Nacht bisher in Australien. Nicht weil der Campingplatz so schlimm war, sondern eher weil ich so eine Angst hatte! Es war die perfekte Horrorfilmkulisse. Ich bin nicht mal mehr aus dem Auto um auf Toilette zu gehen! Naja, was solls, die Nacht ging auch vorbei und der nächste Morgen war dafür perfekt. Mit tollem Sonnenschein erwachten wir, es war kühl, aber nicht zu kühl. Wir waren fast ganz allein auf dem Campingplatz und absolut motiviert uns nun den Wasserfall anzuschauen. Wir gingen als erstes zum Aussichtspunk, um den Wasserfall von oben zu betrachten.

Es war schon beeindruckend wie lange das Wasser braucht um 300 m herunterzufallen und schließlich in dem kleinen Fluss abzulaufen. Die Sonne kam Stück für Stück weiter um den Berg herumgekrochen und ließ den Wasserfall immer schöner glitzern. Sogar ein Regenbogen bildete sich und wanderte nun am Wasserfall entlang. Wir sahen, dass ein Weg auch zum Wasserfall herunter führt und dieser gar nicht so lang sein sollte. Das passte uns super in den Plan und so legten wir uns die Sportsachen an.

Bequeme Schuhe, Kamera, Wasser, Handtuch, das sollten die wichtigsten Sachen gewesen sein. Am Anfang des Weges fanden wir noch ein hochmotivierendes Schild, aber das beeindruckte uns nicht weiter 😉 .

Wir waren wahrscheinlich die ersten am Morgen die diesen Weg gingen und so mussten wir erst einmal alle Spinnennetze auf dem Weg entfernen und alle Tiere aufwecken. So einerlei war mir das nach den Schlangenbegegnungen am Vortag nicht, aber Philipp war ganz gelassen.

Also liefen wir den ganzen Weg herunter, bis wir am Fuße des Wasserfalls ankamen. Es war immer noch so beeindruckend! Das Wasser ist so stark!

Wir genossen etwas die Sicht und traten dann den Rückweg an.

Es ging zurück durch den Regenwald.

Vorbei an allen Tieren, die Serpentinen hinauf, bis wir durchgeschwitzt an der Spitze des Berges ankamen. Wir waren recht geschafft und stolz auf uns diesen kleinen Weg gleich früh gemacht zu haben und freuten uns schon riesig auf unsere Dusche. Also gingen wir zurück zum Campingplatz, duschten, packten die Sachen im Auto zusammen und los ging es, ab den Berg wieder mit dem Auto herunter. Auf dem Weg kamen wir an ein paar schönen Aussichtspunkten vorbei, von denen wir hervorragend in die Weite des Landes schauen konnten.

Wir machten ein paar Fotos und kamen irgendwann auch wieder auf einer größeren Straße an, hatten wieder Handyempfang und suchten den besten Weg zu unserer nächsten Attraktion, Magnetic Island, heraus.

Wir waren uns einig, dies war ein gelungenes Abenteuer!

 

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