Great Ocean Road

Eigentlich wollten wir die Great Ocean Road ja gar nicht abfahren. Unser Plan war in Cairns den Camper holen, die Ostküste entlang fahren und den Van in Melbourne wieder abgeben. Da Melbourne nun vor der Great Ocean Road liegt, schlossen wir die Straße aus und konzentrierten uns lieber auf den Rest. Außerdem wollten wir nicht zu sehr hetzen, wir hatten ja schon nur 5,5 Wochen für Australien. Doch auf unserem Weg trafen wir immer wieder Leute die meinten die Great Ocean Road ist das tollste überhaupt, das Highlight ihres Urlaubs und wir sollten die 1-2 Tage doch noch irgendwie versuchen Luft zu schaffen. Wir waren hin und her gerissen, gern hätten wir dann diese 250 km lange Attraktion doch noch mitgenommen. Mit 2 Tagen sollten wir ganz entspannt hinkommen, das heißt 1 Tag auf der Great Ocean Road hin und 1 Tag zurück fahren. Wir stellten unsere Planung dann so um, dass wir wirklich doch noch genug Zeit für diese Küstenstraße hatten, denn entgehen lassen wollten wir es uns dann doch nicht. Wir hatten schließlich sogar 3 Tage Puffer für die Straße, falls wir doch irgendwo hängen bleiben würden. Und so kam es auch, dass wir 3 Tage für die Great Ocean Road brauchten, inklusive aber An- und Abreise aus Melbourne.

Am 1. Tag fingen wir klassisch mit Torquay an. Eine klassische Surferstadt in der Quicksilver und Ripcurl ihr zu Hause haben. Wir sind hier nur durchgefahren, denn zum Surfen war es uns zu kalt und das Stadtleben war für uns nicht ganz so interessant. Wir fuhren hingegen weiter zum Bells Beach, wo gerade für eine Surfercompetition geübt und gefilmt wurde.

Hier beobachteten wir die Wellenreiter ein bisschen, wurden neidisch auf ihr Können und sprachlos auf welchen Wellen sie surfen konnten! Die Wellen hier waren riesig, niemals hätten wir uns getraut mit dem Brett hier ins Wasser zu gehen.

Danach ging es für uns weiter an den 2. Spot, nach Anglesea. Dort genossen wir die weite Sicht auf das Meer und schauten den Wellen beim Brechen zu.

Weiter führte unsere Tour zum Split Point Lighthouse. Dieser Leuchtturm wurde 1891 erbaut und ragt weit über die Klippen des Meeres hinüber.

Man kann Touren (ich glaube für 14 AUD) in den Turm hinauf buchen, aber nur mit vorheriger Anmeldung. So genossen wir einfach die tolle Sicht von hier.

Dieser Punkt ist auf jeden Fall ein Halt wert, die Sicht ist echt toll und die Fotos mit dem Leuchtturm gefallen uns sehr gut!

Anschließend stand bei uns erst einmal eine Nacht an, denn der einzige Campingplatz auf der Great Ocean Road soll recht voll sein und man sollte nicht zu spät kommen um noch einen Platz zu bekommen. So peilten wir gegen 17:00 Uhr den Campingplatz an. Wir müssen sagen wir haben auch etwas gebummelt und sind erst Mittags auf der Great Ocean Road losgefahren, ansonsten hätten wir die Strecke bis ans Ende der Straße auch in 1 Tag schaffen können. Zurück zum Campingplatz, wir können sagen hier findet man immer einen freien Platz, auch wenn man später ankommt, nur die besten Plätze sind dann eben schon weg. Aber die Plätze sind alle nicht ganz schlecht. Außer ein Klo oder fließend Wasser gibt es hier nicht, da muss leider oftmals der Wald herhalten.

Am nächsten Morgen starteten wir früh zu unserem 4. Stopp, dem Ort Kennett River. Hier machten wir uns erst einmal lecker Pancakes zum Frühstück, bis wir uns auf die Suche nach Koalas machten. Kennett River ist dafür bekannt frei lebende Koalas, Crimson Rosellas (Papageien ähnliche Vögel) und Kakadus zu beheimaten. Dies war rückblickend für uns auch einer der schönsten Spots auf der Great Ocean Road! Wir stiegen auf dem Parkplatz direkt an der Straße aus und entdeckten schon die ersten bunten Vögel. Die waren wirklich verdammt zutraulich. Wir hatten auch etwas Futter für die kleinen Kerlchen mit, aber brauchten wir gar nicht! Der 1. Vogel setzte sich sofort auf Philipps Kopf und fühlte sich wohl!

 

Der nächste kam, landete auf meinem Arm, auf Philipps Schulter, wir waren zwischendurch mit 3 Vögeln bestückt.

Es war ein heiden Spaß, die Vögel hatten keine Hemmungen, kamen einfach angeflogen und setzten sich nieder.

Wir machten Selfies, posten mit den Kerlchen.

Dann kamen noch ganz viele Enten, alle wollten etwas zu fressen haben. Sie naschten uns aus der Hand und kreisten um uns herum in der Hoffnung uns fällt ein kleiner Brotkrumen runter 😀 . Es kamen noch ein paar Kakadus hinzu, auch diese waren natürlich verfressen.

Wir nutzten das aus, um die besten Fotos zu bekommen 😉 .

Wir waren bestimmt 2 Stunden hier und dann machten wir uns erst einmal auf die Suche nach den ebenso hier ansässigen Koalas. Aber groß suchen mussten wir nicht, direkt im Baum nebenan hatte sich einer versteckt.

Etwas weiter weg waren 2 weitere. Wir hatten sogar Glück und erwischten die Beuteltiere in Aktion. Der eine fraß gerade ganz gemütlich Eukalyptusblätter, immerhin muss er davon 500 g pro Tag verzehren. 18 Stunden schlafen die kleinen Pelztiere pro Tag, also meistens sieht man sie schlafend.

Als dann immer mehr Touristenbusse ankamen machten wir uns aus dem Staub und fuhren weiter in Richtung Cape Otway Lighthouse. Dies soll der älteste Leuchtturm auf dem Festland Australiens sein und er wurde 1848 erbaut. Wir sind die ganze Einbahnstraße zum Leuchtturm hingefahren, nahmen viel schlechte Straßen und Baustellen in Kauf und als wir ankamen stellten wir fest, dass der Eintritt pro Person 19,50 AUD kosten sollte. Das war eindeutig zu viel nach unserem Geschmack! Denn nur um zu sagen wir waren mal hier und haben den ältesten Leuchtturm gesehen, wollten wir nicht so viel Geld ausgeben. Wir fuhren also den ganzen Weg zurück, zum Glück hatten wir genug Zeit.

Doch das Schicksal meinte es mit uns gut, direkt auf unserem Weg überquerte auf einmal ein Koala die Straße.

Wir sahen diesen süßen Fratz aus nächster Nähe und konnten ihn ganz gut beobachten. Er watschelte über die Straße, so wirklich schnell ist er nicht, machte vor einem Baum halt, sprang mit einem Satz an den Stamm, klammerte sich fest und schaute nochmal süß in die Kamera. Als ob er für uns posieren wollte!

Übrigens kleiner Fun-Fact, Koalas können bis zu 2 Meter von Baum zu Baum springen!!! Wir nahmen wieder die Spur auf, bis wir zurück auf der Great Ocean Road waren. Unser nächster Stopp war Loch Ard Gorge. Normalerweise wären die 12 Apostel als nächstes gekommen, aber diese wollten wir bei Sonnenuntergang genießen und so fuhren wir erst einmal die 5 km weiter zum nächsten und damit vorletzten Spot. Loch Ard Gorge ist eine U-förmige Bucht mit riesigen Steilklippen.

Auf dem Weg zur Aussichtsplattform begegneten wir zu unserer Überraschung noch einem Ameisenigel, dessen Namen wir erst einmal googeln mussten. Dabei haben wir auch festgestellt, dass er ein eierlegendes Säugetier ist und das sonst auf der ganzen Welt nur noch der Ameisenigel und das Schnabeltier sind.

Die Gegend hier ist eine wunderbare Natur und total beeindruckend was die Zeit hier formte! Bekannt ist die Gegend übrigens wegen eines Schiffsunglücks, aber davon sieht man hier nichts mehr. Nur der Name der Gegend blieb. Man kann an den Strand laufen oder einfach nur die Aussicht von verschiedenen Plattformen genießen.

Die Wellen brechen mit einer rasenden Geschwindigkeit an den Steilklippen, wir konnten das Wasserspiel ewig genießen!

Doch die Zeit nahte, der Sonnenuntergang wartete auf uns und das an den 12 Aposteln. Wir fuhren die 5 km zurück und waren happy, mittlerweile waren einige andere Touristen verschwunden, wir bekamen sogar einen Parkplatz. Noch vor 1,5 Stunden war es schwer eine freie Lücke zu finden! Wir liefen die Aussichtsplattformen ab und entschieden uns für eine zu verweilen.

Es war die, die am meisten im Wasser drinnen war, für uns der beste Platz um die 12 Apostel einfangen zu können. Um genau zu sein sind es übrigens nur noch 8 Apostel, die anderen wurden von den Fluten mitgerissen, die Natur holt sich eben zurück was sie einst aufbaute. Dennoch ist es ein wundervoller Anblick!

Eigentlich dachte ich mir gefällt dieser Platz nicht so. Doch als ich dann vor diesen gigantischen Felsen stand, die aus dem Wasser ragten, war ich überwältigt! Es klingt irgendwie komisch über Steine und Felsen zu schreiben, aber das war wirklich einmalig! Doch Bilder sagen mehr als 1000 Worte, überzeugt euch lieber selbst 😉 !

Nachdem wir dann schon fast wie Eisbrocken erfroren waren, war auch die Sonne verschwunden und wir schlenderten gemütlich zu unserem Auto zurück.

Unser einziges Ziel war nun der Campingplatz. Auf dem Weg dahin begegnete uns noch eine kleine Überraschung, ein Koala saß mitten im Dunkeln auf der Straße. Eine Vollbremsung rette ihn, es ist echt schwer die Tiere im Dunkeln zu sehen.

Das graue Fell lässt sie erst spät erkennen und da sie so langsam sind können sie auch nicht so schnell flüchten. Leider hatten wir in unserer großen Kamera keinen Akku drinnen und so müsst ihr euch mit einem Handyfoto zufrieden geben 😉 . Unser pelziger Freund flüchtete in die nächste Böschung, hoffentlich ist er dort auch geblieben und hat sich nicht nochmal auf die Straße gemacht. Nach ca. 1 h kamen wir auch auf unserem Campingplatz an. Wir waren etwas beunruhigt, denn überall um uns herum brannten Büsche und Bäume. Es war kein stechendes Feuer, aber man hat die Flammen schon gesehen. Wir entschieden uns dennoch auf dem Campingplatz zu schlafen, denn los fahren wollten wir auch nicht nochmal. Am nächsten Morgen bemerkten wir, dass das Feuer direkt an der Landgrenze zum Campingplatz aufhörte und auch 2 Polizeiautos und 1 Feuerwehrauto kamen auf den Platz gefahren. Es war also höchstwahrscheinlich eine kontrollierte Brandrohdung, für uns neu aber hier wahrscheinlich ganz normal 😉 .

Das war´s dann auch schon mit unserer Tour auf der Great Ocean Road. Wir haben viel erlebt, schöne Momente gehabt und würden jetzt sagen die Great Ocean Road ist eine Zusammenfassung der Ostküste Australiens.

 

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