Catlins

Der südöstliche Teil der Südinsel Neuseelands wird Catlins genannt. Es ist eine sehr schöne Gegend, welche auf einer kurvigen Straße entlang an rauen Küsten, durch viele Wälder und üppiges Weideland durchquert wird.

Es können viele Tiere, wie Seebären, Seelöwen, Pinguine und andere Vögel gesichtet werden.

Bei einer Tour durch Neuseeland sollte man durch die Catlins auf jeden Fall 2 Tage einplanen und diese wunderschöne und abwechslungsreiche Gegend besuchen! Wir haben uns einige Punkte markiert, welche wir ansteuerten. Unser 1. Punkt war das Nugget Point Lighthouse.

Hier kann man fast komplett mit dem Auto hinfahren, nur die letzten 900 m müssen zu Fuß absolviert werden. Wir fuhren den Berg zum Leuchtturm hinauf, stellten unser Auto ab. Bevor es zum Leuchtturm ging machten wir nochmal Halt bei dem Strandabschnitt wo man Gelbaugenpinguine sehen kann. Hier hatten wir leider kein Glück, da wir vor 16:00 Uhr da waren und es ist wahrscheinlicher diese nach 16:00 Uhr anzutreffen. Aber wir haben ja am Tag zuvor welche gesehen. Wir liefen also den Weg zum Leuchtturm, die Gegend ist echt schön angelegt! Nach 900 m kamen wir an, der Leuchtturm erstrahlte ganz in weiß. Wir kletterten etwas höher, von hier aus sah de Gegend noch schöner aus! Der Leuchtturm ragt empor, die umliegenden Felsen stachen aus dem Wasser heraus und die Sonne strahlte. Der Leuchtturm war nicht das besondere, aber die komplette Gegend sah so toll aus! Die Felsen sahen aus, als ob sie aus lauter Splittern geschaffen wurden.

Wir verweilten etwas und genossen die Abendsonne. Doch vor Sonnenuntergang wollten wir am Campingplatz sein, also machten wir uns auf den Heimweg, unser gegenwärtiges Zuhause stand ja nur 900 m entfernt. Wir fuhren zu unserem 1. Bezahlcampingplatz in Neuseeland und die Preise liegen so etwa bei 20 bis 30 NZD für 2 Personen. Hier kochten wir mal wieder ausgiebig. Auch wenn wir einen Herd im Camper haben, eine Küche ist eben doch was anderes.

Am nächsten Morgen gab es dann lecker Pancakes, natürlich selbst gemacht 😊 . Mit diesem wunderbaren Start in den Tag brachen wir auf um die Catlins weiter zu bereisen. Unser 1. Stopp für diesen Tag waren die Purakaunui Falls. Hierhin führte uns ein kurzer Walkingtrack von ca. 10 min und dann standen wir auch schon bei den Wasserfällen.

Der Weg hier her war von dichtem Wald umgeben, wobei wir uns noch nicht ganz sicher sind was es für ein Wald ist. Es war ein bisschen dem Regenwald ähnlich, aber irgendwie auch nicht. Einige Bäume waren mit Moos übersäht, was dem ganzen einen abenteuerlichen und mystischen Geschmack verlieh. Es gab Farne so groß wie Bäume, Nadel- und Laubbäume. Der Wald war dicht bewachsen und es war recht kühl.

Durch den Wald führte ein Fluss, welcher schließlich das Wasser für die Purakaunui Falls liefert. Sie waren nicht groß, aber sehr schön anzusehen.

Das Besondere war die komplette Gegend als Ganzes und man sollte in dieser Gegend auf jeden Fall ein paar kleine Wanderungen unternehmen (alle dauern unter 1 Stunde).

Wir fuhren schließlich weiter zur nächsten Stelle, dem Matai Falls Walk. Wieder ging es entlang eines dichten Waldes zu Wasserfällen.

Hier warteten 2 nebeneinander liegende Wasserfälle auf uns, die Matai Falls und die Horseshoe Falls. Diese waren etwas anders als die vorherigen Wasserfälle aber auch sehr schön.

Da wir aber auf unserer Reise schon einige beeindruckende Wasserfälle gesehen haben, entschieden wir uns die restlichen Wasserfälle in den Catlins auszulassen und uns auf die anderen Punkte zu konzentrieren. Unser Weg führte weiter nach Papatowai. Hier hat sich der Künstler Blair Sommerville einen Namen gemacht. Er hat hier seine Ausstellung „Curios“ in einem alten Bus.

Alle seine Kunstwerke stellte er aus Fundsachen her und hat so kleine Wunderwerke geschaffen. Er betreibt viele seiner Erfindungen mit Solar-, Wasser-, Wind-, Muskelenergie und hier kann wirklich alles angefasst sowie ausprobiert werden. Ein Paradies für Leute wie mich, die immer alles anfasse und erkunden wollen 😉 . Wir mussten viel lachen und grübeln, einige Dinger erinnerten uns auch an den eigenen Haushalt oder Sachen, die jeder von uns schon weggeworfen hat. Was Blair Sommerville daraus geschaffen hat ist echt etwas Besonderes! Ein Ausflug lohnt sich auf jeden Fall! Die kleine Ausstellung im Bus ist kostenlos, gegen 5 NZD kann noch in eine Galerie mit den Meisterwegen von Blair gegangen werden. Wer Hunger oder Durst verspürt, kann sich etwas im Café nebenan holen. Für alle ist gesorgt 😉 . Wir fuhren schließlich voller neuer Ideen und Einrücke weiter, hin zum Lake Wilkie. Hier sind wir einen kleinen Loop gelaufen, wieder erst durch den Wald und dann hin zum See.

Eine idyllische Gegend mit einem Steg welcher 50 m durch das Wasser führte.

Mit etwas Geduld kann man hier ein paar Vögel beobachten, wir hatten aber aufgrund der plötzlichen Wetterumschwünge an diesem Tag nicht ganz so viel Zeit. Denn war gerade mal Sonne, dauerte es nur ein paar Minuten, dann regnete es wieder. Das ging den ganzen Tag so, immer im Wechsel. Der Loop dauert 20 min und ist ganz okay. Wer viel Zeit hat kann sich hier schön die Beine vertreten, wer wenig Zeit hat kann diesen aber auch weg lassen. Wir hatten es mittlerweile 17:00 Uhr und hofften, dass die Cathedral Caves noch offen hatten. Diese Höhlen können nämlich nur zur Zeit der Ebbe besichtigt werden und wir haben uns absolut nicht um die Zeiten gekümmert. Als wir dann dort ankamen lasen wir auf dem Schild, dass die Höhlen nur zwischen 8 und 10 Uhr morgens begangen werden können (das ändert sich natürlich immer abhängig davon welchen Monat man hier ist. Deshalb am besten auf der Website vorher informieren). Damit war dieser Punkt schnell abgehakt, nochmal herfahren wollten wir auch nicht. Also ging es weiter zu dem Curio Bay Fossil Forest. Dies ist ein versteinerter Wald, welcher vor Millionen von Jahren entstand. Hier an diesem Ort wuchs er vor 160.000.000 Jahren in der Jurazeit. Nach einem Vulkanausbruch wurde der Wald völlig unter der Asche vergraben und eine Sandsteinschicht entstand über dem Wald. So geschah es, dass sich die Bäume versteinerten.

Während der Millionen von Jahren wurde die Sandsteinschicht durch das Meer wieder abgetragen und die Überreste des versteinerten Waldes kamen zum Vorschein.

Dies ist einer von nur wenigen seiner Art weltweit und ein wahres Wunder der Natur!

Wir fuhren also zu unserem vorletzten Punkt für diesen Tag, dem Slope Point. Dies ist der südlichste Punkt des Neuseeländischen Festlands. Wir stellten unser Auto ab, liefen etwa 10 min über ein Weideland, entlang an friedlich grasenden Schafen und dann standen wir da. An einem kleinen gelben Schild, welches uns sagte wir stehen nun am südlichsten Punkt Neuseelands Festland, nur 4803 km vom Südpol und 5140 km vom Äquator entfernt 😉 .

Es war verdammt windig, wir konnten uns kaum halten, denn um uns herum war nichts, außer ein flaches Weideland und die raue See.

Wir posten ein bisschen im Wind, ließen unsere Haar im Wind flattern.

Anschließend liefen wir die 10 min wieder zurück zum Auto.

Auf uns wartete der letzte Punkt für heute, der Waipapa Point. Ein weißer Leuchtturm mit rotem Dach. Wir dachten das wird ein recht unspektakulärer Punkt mit einem Leuchtturm, wie wir bereits viele sahen. Doch wir waren von diesem Örtchen vollkommen begeistert! Der Leuchtturm sah wunderschön aus, der Sonnenuntergang hat dazu sein übriges gegeben! Die Gegend war einfach bezaubernd!

Wir waren allein hier, komisch eigentlich dass sich kein anderer hier her verirrt. Und ganz überraschend entdeckten wir sogar Seehunde. Die lagen schon fertig für die Nacht im Gras herum und bildeten ein paar Stolperfallen für uns 😀 . Zu beobachten gab es bei ihnen leider nicht viel, sie lagen einfach wie dicke fette Rollen im Gras herum 😊 . Als die Sonne untergegangen war peilten wir unsere Unterkunft für diesen Tag an. Damit war unsere Tour durch die Catlins auch beendet, am nächsten Tag stand dann eine neue Region auf dem Plan.

Wir haben die Zeit hier im Süden sehr genossen, haben viel erlebt und jeder Punkt war anders als der vorherige!

 

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