Mt. Cook & Umgebung

Von unserem kurzen Zwischenstopp in Queenstown (um mich meiner letzten Zahnbehandlung zu unterziehen), fuhren wir also auf direktem Wege zum Mt. Cook.

Der Mt. Cook ist mit 3755 m der höchste Berg Neuseelands. In ganz Neuseeland gibt es sogar 27 Dreitausender, wovon 22 allein im 700 km² großen Aoraki/ Mt. Cook National Park liegen. Die Maori benannten den Berg nach ihrer Gottheit, der der die Wolken durchbohrt, nämlich Aoraki. Der heutige Name kommt vom Entdecker James Cook.

Wir kamen am Abend auf dem DOC Campingplatz am Mt. Cook im Hooker Valley an. Mit unserem Rankers Pass konnten wir noch kostenlos übernachten, ansonsten sind es derzeit 13 NZD pro Person pro Nacht. Für uns war es perfekt so nahe am Mt. Cook zu schlafen, denn wir hatten für den nächsten Tag eine Wanderung geplant. Philipp schoss auch wieder ein wunderschönes Foto mit der Milchstraße, Wahnsinn wie er sich bei der Kälte immer draußen hin stellt und alles probiert um etwas schönes heraus zu bekommen!

Wir standen also früh auf, wirklich lange hätten wir bei den herrschenden Temperaturen eh nicht schlafen können. Dann hieß es frühstücken, fertig machen und auf geht’s zu Mueller Hut!

Den Mt. Cook selbst kann bzw. sollte man wirklich nur als erfahrener Bergsteiger begehen. Für Leihen wie uns bietet der Aufstieg zur Mueller Hut wunderschöne Ausblicke über das Tal und den Mt. Cook. Hoch motiviert starteten wir den Track mit Sprungfotos und viel Energie. Wir unternahmen einen kleinen Abstecher zum Kea Point, wobei wir zwar keine Keas sahen, aber eine tolle Sicht über den Mueller Lake hatten. Unser Weg führte wieder auf die Strecke zur Mueller Hut.

Hier hieß es Treppen steigen, Treppen steigen, Treppen steigen.

Denn der Aufstieg ist nicht ohne, 1000 Höhenmeter lagen vor uns. Wir meisterten die erste Etappe und ließen etwa 2000 Treppenstufen hinter uns. Hier machten wir kurz Rast, erfreuten uns an einem Schneemann welchem wir Philipps Cap als Sonnenschutz anboten und betrachteten mit großen Augen den Mt. Cook.

Es war einfach eine wunderschöne Aussicht! Der See, der Gletscher, das kleine Dorf, einfach toll! Wir waren sicher der schwere Teil des Aufstieges liegt bereits hinter uns, doch darin hatten wir uns gewaltig geirrt! Es ging nun über Geröll, Matsch, Schlamm, Schnee. Es war rutschig, die Steine waren teilweise locker und die Sonne tat ihr übriges indem sie den Schnee teilweise schmelzte.

Es war so rutschig! Wir freuten und Meter für Meter voran zu kommen. Am Ende lag nochmal ein besonders rutschiges Stück vor uns, aber auch das ließen wir hinter uns. Schließlich kamen wir an der Spitze an, wir hatten eine geniale Sicht über das weite Land!

Unser Weg führte weiter, noch 10 min waren es durch den Schnee bis zu Mueller Hut.

Am Ziel angekommen waren wir mehr als nur froh!

Wir waren stolz, geschafft  und beeindruckt. Hier oben könnte man auch schlafen, aber es gibt keinen Ofen und Toiletten sind in einem anderem Gebäude sodass man immer durch den Schnee muss. Für uns wäre das eindeutig zu kalt! Wir genossen so also nur die Sicht, die Sonne und die Ruhe.

Danach ging es wieder den Weg zurück, der Abstieg wartete auf uns.

Wir sahen 2 Lawinen auf einem andern Berg, gewaltige Schneemassen gingen da ab.

Doch unser Weg war nicht in Lawinengefahr, das stimmte uns doch ganz glücklich! Der Abstieg aber war der Horror! Es war so rutschig, egal was man mit den Schuhen versuchte, man rutschte weg. Es hat einige auf den Hosenboden gesetzt, auch die besten Wanderschuhe waren hier nicht ausreichend. Doch wir kämpften uns schön langsam durch, wie haben wir doch so schön auf den Philippinen gelernt: „Slowly but surely!“ Es war ein recht aufregender Weg und wir freuten uns schließlich wieder an den Treppen angekommen zu sein. Hier begrüßte uns noch ein Schneemann und die Treppen gingen schließlich wie von selbst.

Wir brauchten 3 Stunden für den Aufstieg und ebenso 3 Stunden wieder für den Weg herunter. Es war aufregend, eine neue Art zu Wandern und einmalig! Der Weg ist so anstrengend aber auch total weiter zu empfehlen und am Ende des Tages kann man echt stolz auf sich sein! Wir brauchten anschließend eine Dusche, die bekommt man hier glücklicherweise auch im angrenzenden Dorf. 5 min für 2 NZD, was will man mehr!? Danach ging es nur noch in Richtung Twitzel, dort war nämlich unser heutiger Campingplatz.

Am nächsten Tag stand für uns ein leichter Weg auf dem Plan, es ging durch das Hooker Valley.

Das ist sozusagen das Tal vor dem Mt. Cook. Der Weg hin und zurück dauert nur 1,5 Stunden und führt vorbei an einer recht flachen Landschaft inmitten von steilen Hängen zu den Bergen hinauf.

Ein Fluss wird 3 mal von Hängebrückenüberquert, welche ein beliebtes Fotomotiv sind.

Schlussendlich ebnete sich ein wunderschöner Gletschersee vor uns, welcher genau vor dem Mount Cook liegt.

Es sah himmlisch aus! Und zu alledem hatten wir auch noch wunderbares Wetter! Wir genossen die Zeit, liefen auf ein paar umliegende Hügel und an das Ufer des Sees.

Es war einfach toll. Und obwohl wir so nahe am Gletscher standen war es nicht wirklich kalt. Wir traten schließlich den Rückweg an, denn es sollte heute noch anfangen zu regnen.

Auf dem Weg fanden wir noch einen tollen Platz für eine Spiegelfotografie, hier gab es wirklich viel zum fotografieren!

Als wir gerade am Ende des Weges ankamen fing es an zu regnen, wir haben es perfekt abgepasst. Schnell flüchteten wir ins Auto und fuhren auf nach Twitzel. Hier schlossen sich ein paar organisatorische Dinge an, denn hier gab es freies Internet in der Bibliothek 😉 . Genächtigt haben wir an einem wundervollen blauen See, dem Lake Pukaki. Mit so einer Aussicht einzuschlafen und aufzuwachen ist einfach ein Traum!

Der nächste Tag war nicht wirklich zu etwas zu gebrauchen, es regnete und war wolkenverhangen. Wir entschieden uns einen Organisationstag einzulegen, in Twitzel wollten wir uns wieder niederlassen. Auf dem Weg dorthin hielten wir nochmal an der Information am Lake Pukaki an, dort wollte Philipp nochmal seine Drohne fliegen lassen. Es war ein klarer Himmel und wunderschöne Sonne. Es lief alles wie immer, bis plötzlich Nebel aufkam. Philipp wollte den Flug sicherheitshalber nach 5 Minuten beenden und unsere kleine Sparki wieder landen. Doch es ging nicht so recht, die Drohne sagte immer sie sei schon auf dem Boden. 10 Minuten kämpfte Philipp mit der Drohne, durch den Nebel dachte sie sie sei schon gelandet und ließ sich nicht mehr herunter holen. Plötzlich war der Akku alle, Sparki flog ohne Verbindung weiter und stürzte schließlich aus 80 m Höhe ab. Sie fiel auf einen Schotterplatz, knallte ungebremst auf. So ein Scheiß aber auch, sie war doch noch fast neu! 3 Propeller waren komplett hin, 1 etwas angerissen, der Linsenschutz gesplittert und die Linse hatte einen Kratzer.

Der Tag war jetzt schon scheiße, dabei hatte er doch gerade erst angefangen. Wir packte also unsere verwundete Sparki ins Auto und fuhren nach Twitzel. Philipp war zu tiefst traurig, er war so froh über seine Drohne! Naja da wir heute eh nichts weiter machen wollten, informierte er sich nun was er machen könne, was eine Reparatur kostet, wo eine Reparatur möglich sei, was vielleicht eine Mavic kostet und wo es welche zu kaufen gibt. Ansonsten passierte nicht viel, wir fuhren am Abend schließlich wieder zu unserem Campingplatz am See, wenigstens eine gute Aussicht hatten wir heut noch.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zum naheliegenden Lake Tekapo an. Dies ist ein Ort mit etwas über 300 Einwohnern welcher am Südende des gleichnamigen Sees liegt. Der See ist so wundervoll türkisfarben, dass er ein beliebtes Fotomotiv ist.

Auch wir konnten uns an der Farbenpracht kaum satt sehen! Unser 1. Halt war die Church of Good Shepherd.

Dies ist eine kleine Kirche aus Stein und Eichenholz, welche 1935 erbaut wurde. Aufgrund der wunderbaren Landschaft ist sie ein fantastischer Ort für Hochzeiten und toll für Fotografen. Der Platz allerdings ist so überlaufen, dass ein Foto ohne andere Touristen kaum möglich ist. Gleich nebenan ist eine Statue eines Collis zu finden.

Auch diese wird hier von Scharen von Fotografen angesteuert. Der Hund soll den Schäferhunden Ehre erweisen, welche hier in Mackenzie Country eine wichtige geschichtliche Rolle einnahmen. Nach diesen beiden Attraktionen sehnten wir uns wieder nach etwas weniger Trubel und wollten eine kleine Wanderung am See entlang machen.

Wir entschieden uns für den Mount John Walkway, welcher zum Mount John Observatory hinauf führt.

Von hier aus hatten wir eine wunderschöne Sicht über die Gegend, sogar ein kleiner Regenbogen überraschte uns.

3 Stunden führte uns der Weg erst am See entlang, dann zum Observatorium und durch den Wald den Berg wieder hinunter.

Eine wunderbare Gegend in welcher man Tage verbringen könnte! Aber wir haben ja „nur“ 7 Wochen hier und planten deshalb nur 1 Tag ein. Nach der Wanderung fuhren wir vom Lake Tekapo wieder weg, die nächste Gegend wartete auf uns.

 

 <- vorheriger Beitrag Fiordland nächster Beitrag Westcoast ->

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.