Norden der Südinsel

Wir fuhren also von der Westküste aus an die Nordküste der Südinsel. Dies sollte unser letzter Küstenabschnitt der Südinsel sein und wir konnten auch hier nochmal ein paar wundervolle Tage verbringen. Schon auf dem Weg hier her merkten wir wie sich das Klima veränderte und es immer milder wurde. Dadurch hatten die meisten Leute wahrscheinlich ihre Gärten mit Obst und Gemüse voll, denn viele hatten einen kleinen Stand vor ihrem Haus in dem sie auf Vertrauensbasis Obst, Gemüse, Eier, Honig und anderes aus dem Garten zum Verkauf anboten. Wir hielten bei jedem, wirklich bei jedem Stand an, es war himmlisch! Es gab so leckeres reifes Obst! Feijoas, die neuseeländischen Früchte, welche hier wirklich überall zu finden sind, waren die Verkaufsschlager schlecht hin! In unserem 1. Ort an der Nordküste, Motueka, war auch gleich noch ein Sonntagsmarkt, das kam uns sehr gelegen. Hier shoppten wir nicht nur Obst und Gemüse, es gab auch wunderschöne kleine Ziegenfelle, welche wir unbedingt haben wollten 😀 . für 4,5 € kauften wir uns also 8 Felle, keine Ahnung für was, erstmal haben 😀 . Schließlich fuhren wir weiter nach Nordosten, denn wir wollten die Besichtigung der Nordküste in dem kleinen Hippiedorf Takaka beginnen. Hier verbrachten wir erst einmal eine Nacht und am nächsten Tag sollte unsere Entdeckungstour beginnen.

Frühs aufgewacht machten wir uns also auf zu den Te Waikoropupu Springs. Dies sind die größten Süßwasserquellen Neuseelands und angeblich auch die reinsten weltweit. Die Farben der Quellen schimmern in einem satten Grün, Blau und Türkis.

14000 l Wasser fließen hier pro Sekunde durch de unterirdischen Öffnungen des Pupu Springs Scenic Reserve. Mit einer kurzen Wanderung von 15 Minuten kann man den Weg über die Quellen auch ganz entspannt ablaufen.

Danach legten wir einen Stopp in dem Ort Tekaka selbst ein. Hier und da gibt es ein kleines Lädchen mit vielen selbstgemachten Dingen und alternativen Klamotten. Für einen kurzen Spaziergang ist es ok, aber 1 Stunde reicht für den Ort auch aus 😉 . Danach fuhren wir zu der wunderschönen Rawhiti Cave, welche auch nur ein Katzensprung von dem Ort entfernt ist. Die Zapfen ragen in der Höhle in Dutzenden von der Decke, sodass man sich unten gar machtlos fühlt. Es ist ein wunderbarer Anblick und auch die Farben der Gesteine sind toll! In leichten Pastellfarben schimmern Rosa, Violett, Grün und vieles mehr nur so um die Wette. Die Stalaktiten und Stalagmiten ragen so vor sich hin und das schon über Jahrtausende!

Nach diesem Ausflug fuhren wir wieder nach Motueka, dem Ort in dem wir schon beim Sonntagsmarkt waren. Hier suchten wir uns erst einmal ein schönes Plätzchen zum Schlafen und der Tag nahm sein Ende.

Am nächsten Morgen fuhren wir noch etwas nördlich in das kleine Örtchen Kaiteriteri. Hier gab es tolle Strände und Küstenabschnitte. Doch wenn das Wasser kalt ist und keine Sonne scheint haben wir gar nicht so die Lust auf Strand. So fuhren wir also gleich zu unserem Zielort, dem Split Apple Rock. Dies ist ein perfekt in der Mitte gespaltener runder Fels am Küstenstreifen. Bei Ebbe ragt er beeindruckend aus dem Wasser heraus und man könnte wirklich denken es ist eine gespaltene Frucht. Der Fels ist wirklich perfekt!

Auch gibt es hier ein paar kleine Höhlen am Strand welche es zu erkunden gilt und was mir wieder so besonders gut gefallen hat, schwarzen Sand. Viele Kajaks sind hier unterwegs, denn das Gebiet des Abel Tasman Nationalpark ist besonders berühmt für seine Erkundungen auf dem Seeweg und auch der Split Apple Rock ist ein beliebtes Ziel. Wir nahmen schließlich Fährte in Richtung Nelson auf, einer recht großen Stadt hier an der Nordküste. In Nelson verbrachten wir 2 Tage, denn hier gilt es ebenso die Stadt zu erkunden. Auf uns wartete als erstes die Christ Church Cathedral.

Obwohl wir beide nicht getauft sind haben Kirchen doch immer etwas besonderes für uns. Gern besuchen wir die Kirchen in verschiedenen Ländern und Städten. Die Christ Church Cathedral hat uns auch sehr gut gefallen, die Kirche ist in einem sehr guten Zustand und wir konnten richtig spüren wie das Gotteshaus ein Treff- und Angelpunkt der Gemeinschaft darstellt.

Danach liefen wir zu DEM RINGMACHER!!! Jens Hansen ist der Mann, welcher 1999 Den Einen Ring für die Filmtrilogie Der Herr der Ringe schuf.

Hier in Nelson direkt neben der Kirche hat er sein Atelier, aber leider war es geschlossen. Doch die Ausstellungsstücke konnten wir durch die Scheibe beobachten.

Weiter ging unsere Tour zu der historischen South Street. Hier stehen malerisch schöne Arbeiterhäuser welche zwischen 1863 und 1867 erbaut wurden.

Dies ist heute der älteste erhaltene Straßenzug Neuseelands. Anschließend liefen wir nochmal im The Free House vorbei, einem Pub mit einer bemerkenswerten Auswahl an neuseeländischen Qualitätsbieren. Dies war der Abschluss unseres Tages, jetzt ging es nur noch zu unserem mitten in der Innenstadt liegenden Stellplatz für die Nacht.

Am nächsten Morgen schauten wir nochmal bei Jens Hansen vorbei, aber auch dieses Mal sollten wir kein Glück haben. Wieder standen wir vor verschlossenen Türen. Also entschlossen wir uns in das Nelson Provincial Museum zu gehen. Für 5 NZD pP konnten wir hier eine temporäre Ausstellung von National Geographics sehen. Die besten Titelbilder wurden hier ausgestellt und Hintergrundinfos standen zur Show. Es war mehr als nur interessant wann welche Bilder entstanden sind und was sie so interessant macht. Nach 3 Stunden Museum waren wir dann auch fertig mit unseren Punkten in der Stadt, unser Weg führte über den Queen Charlotte Drive in Richtung Picton.

Dies ist der Fährenort um auf die Nordinsel überzusetzen. Von hier aus starten die beiden Fähren Interislander und Bluebridge Ferries. Wir erkundigten uns bei beiden Firmen nach den Preisen und entschieden uns am morgigen Vormittag mit Interislander überzusetzen. Für uns beide und das Auto löhnten wir rund 260 NZD. Die Strecke zwischen den beiden Inseln ist zwar nur 22 km lang, aber mit ein paar Umwegen muss hier jeder etwa 3 Stunden auf der Fähre verbringen. Wir übernachteten also noch unsere letzte Nacht auf der Südinsel und am nächsten Tag ging es dann los.

Unsere Fähre setzte pünktlich in Picton ab und unser Zielort war die Landeshauptstadt Wellington. Die Überfahrt war recht entspannt, bei wenig Wind ist das Schiff auch fast ruhig. Aber um draußen zu stehen ist es doch etwas zu kalt. So saßen wir schön in der 1. Reihe vor den Glasfenstern in unseren Lounge-Sesseln, luden unsere Computer auf und schauten dem Spektakel draußen von innen zu.

Wer übrigens hier her kommt und denkt er habe freies WLAN auf dem Schiff, der hat sich geschnitten. Zwar wird damit geworben, aber aufgrund der vielen Leute die es nutzen wollen und der Entfernung zum Festland ist die Geschwindigkeit gleich Null. Aber macht ja nichts, wir wollten ja eh die Aussicht genießen 😀 .

 

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