Hobbiton

Seit der Trilogie von „Herr der Ringe“ kennt wohl jeder die atemberaubende Natur von Neuseeland. Fast ausschließlich wurde der Film in diesem Land gedreht. Es gibt unzählige Touranbieter, die einen zu den verschiedenen Drehorten fahren. Zugegebenermaßen muss man manchmal viel Fantasie mitbringen, um den Ort genau zu erkennen. Am besten erkennt man sie an den Bergen, denn diese konnten sich in den letzten Jahren nicht so sehr verändern ;). 

So gibt es einige Drehorte, die mehr oder weniger gut besucht sind. Isengart z.B. auf der Strecke von Queenstown nach Glenorchy gehört zu den weniger überlaufenen. Das Gebiet Rohans ist aktuell nur mit einer Tour machbar. Allerdings mussten alle Dörfer und Kulissen wieder abgebaut werden, sodass auch hier die Fantasie wieder gefragt ist. 
Die 2 bekanntesten Drehorte sind wohl Mount Doom mit dem Tongariro Alpine Crossing und das sagenumwobene Auenland. Das Hobbitdorf, wo alles begann. Und genau dort hat es auch uns hinverschlagen. In der Nähe des Ortes Matamata liegt die Farm der Familie Alexander. Peter Jackson hat sie damals mit dem Hubschrauber entdeckt und zum Auenland auserkoren.
Das aktuelle Auenland oder auch „The Shire“ genannt, ist der originale Drehort des Films „Der Hobbit“. 2003 wurde die Kulisse von Herr der Ringe größtenteils zurückgebaut, nur wenige Hobbithöhlen blieben erhalten. Als Peter Jackson „Der Hobbit“ plante und mit der Familie erneut verhandelte, wurde festgelegt, dass die Kulisse diesmal erhalten bleibt. Und somit wurde der Grundstein für das aktuelle Hobbiton gelegt.
Für eine Tour sollte man sich rechtzeitig anmelden, denn gerade zur Hauptsaison sind diese oftmals Tage im Voraus ausgebucht. Touren gibt es aller 20 min. zu einem durchaus stolzen Preis von 84NZ$. Philipp wählte die letzte Tour des Tages, somit hatte man keine Gruppe nach sich, die eventuell drängelt bzw. wird es dann im Hobbiton auch etwas entspannter. Hinzu kam, dass wir Anfang Mai dort waren und die Touren sowieso nicht mehr ausgebucht waren. Trotz allem war das Hobbiton noch mehr als nur gut besucht. 
Die Tour startete um 15:30 Uhr und sollte 2 Stunden dauern. Unsere Gruppe fand sich am Startpunkt zusammen und man wird mit einem Bus ins Auenland gefahren. Dabei wird einem ein kleiner Einführungsfilm gezeigt, der auch von Peter Jackson kommentiert wird. Man erfährt ein paar Fakten über die Familie Alexander und deren Farm. 
Angekommen sieht man auch schon das typische Eingangsschild. Unser Tourguide Hayden war ein lustiger junger Geselle, der uns gut einstimmte und uns kostenloses Bier versprach. Schon mal ein guter Start :D. 
Und wie soll es anders, die Tour beginnt dort wo auch der Film beginnt. Nämlich in der kleinen Gasse wo Frodo auf Gandalf trifft und ihm herzlichst in die Arme springt. Hier warteten schon die ersten Hobbithöhlen auf uns und die liebevoll angelegten Gärten, die mit echtem Gemüse bestückt sind.
Während der Tour erfährt man einige Fakten über den Film, seine Schauspieler und den durchaus etwas verrückten Peter Jackson. Auch einige lustige Anekdoten sind dabei. Während die Dreharbeiten für der Herr der Ringe 3 Monate im Auenland gedauert haben, wurde die Kulisse für „Der Hobbit“ nur 10 Tage benötigt.
Weitere lustige Geschichten wie Aragorn in Queenstown verhaftet wurde, weil er mit seinem Schwert in eine Bar einmarschiert ist, geben immer wieder Zeit zum Schmunzeln. Wir passierten weitere Hobbithöhlen und kamen natürlich auch zum bekannten Haus von Bilbo Beutling. 
Von weitem konnte man schon den „Green Dragon“ sehen, den Pub des Auenlandes.
Wir möchten jetzt nicht alle Geschichten und Geheimnisse der Tour bekannt geben, denn es soll ja auch für euch noch ein paar Überraschungen geben.
Nur so viel sei gesagt, Peter Jackson ist wirklich ein genialer und verrückter Regisseur zur gleichen Zeit. Wer einen Gummibaum aus Taiwan einfliegen lässt und 2 Tage bevor die Dreharbeiten weiter gehen meint ihm gefällt die Farbe der Blätter nicht mehr, die müsse nochmal geändert werden, für im Endeffekt 2,5 Sekunden Filmmaterial, ist schon etwas komisch, positiv komisch. Weitere Geschichten wären Blätter, die an einen Baum angeklebt werden für 3 Szenen wo dieser Baum kurz zu sehen ist usw. .
Nach ca. 1h 20min wurden wir in den „Green Dragon“ geführt, wo unsere Tour endet.
Eine wirklich urige kleine Kneipte, in der das versprochene Freibier ausgeschenkt wurde. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Bier Sorten, Apfelcider usw. .
Es wurden noch einige Fotos gemacht, bevor wir als letzte Gruppe aus dem Pub gekehrt wurden. Denn damit war die Tour auch leider schon beendet. Wir wurden mit dem Bus zurück zum Ausgangspunkt gefahren und sahen noch einmal ein paar Szenen aus dem Film und diesmal kam mehr und mehr das Gefühlt auf: Ja stimmt da waren wir gerade. 
Nach Punkt 2 Stunden standen wir dort wo alles begann. Ob es sich gelohnt hat? Für all diejenigen, die Fan dieses Films sind oder sich dafür interessieren, können wir diese Tour nur empfehlen, ihr werdet definitiv auf eure Kosten kommen, jede menge Spaß haben und Hintergrundwissen erfahren, was ihr so schnell nicht vergesst. 
Solltet ihr kein Interesse an den Filmen von „Herr der Ringe“ oder „Der Hobbit“ hegen, könnt ihr diese Tour getrost auslassen 😉 .

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