Northland

Nach dem Ausflug ins Hobbitland führte unser Weg nach Tauranga. In Tauranga schliefe wir und unser Ziel war es am Morgen den Sonnenaufgang vom Hausberg der Stadt, dem Mount Maunganui, aus zu sehen.

Ich entschied mich kurzfristig um und ging nicht mit auf den Berg und ging stattdessen joggen. Philipp aber schaute sich den wunderschönen Moment des Sonnenaufgangs an und die Bilder sehen echt wunderschön aus. Die Stadtlichter wirken einfach so gemütlich und romantisch, einfach nur traumhaft.

Als er dann wieder zum Auto kam gingen wir fix an dem Strand duschen und setzten unsern Weg ins Northland fort. Das Northland ist sozusagen oberhalb von Auckland und leider lassen auch viele Reisende in Neuseeland diesen Zipfel aus. Wir waren allerdings beeindruckt von dieser Gegend und es war nochmal ein schöner Abschluss in Neuseeland. Unser 1. Stopp war Orewa. Da es mittlerweile schon etwas später geworden ist, übernachteten wir hier auch an einem wunderbaren Campingplatz mitten am Meer.
Am nächsten Morgen setzten wir unsere Reise fort und steuerten das Native Bird Sanctuary in Whangarei an.
Hier erlebten wir eine der größten Überraschungen unseres kompletten Neuseelandaufenthaltes. Robert und seine Frau, welche das Krankenhaus für die verletzten Vögel führen, haben einen einbeinigen Kiwi in ihrer Obhut und zeigen ihn für 10 NZD gern den Interessierten.
Das ganz große Ding ist, sie zeigen den Kiwi nicht nur, man darf ihn auch streicheln und alle möglichen Fragen stellen, die man über Vögel und speziell Kiwis gern beantwortet haben möchte.
Das ganze läuft auf freiwilliger Arbeit. Keiner der Helfer bekommt Geld für seine Taten. Deshalb versuchen sie durch die 10 NZD für den Kiwi-Besuch Geld für Futter, den Tierarzt und anderes zu sammeln. Kiwis sind sehr interessante Tiere. Sie wiegen so etwa 2 bis 3 kg und ein Ei wiegt etwa 400 g.
Sie sind die eierlegenden Tiere mit den größten Eiern im Vergleich zu ihrer Körpergröße. Auch sind Kiwis die einzigen Schnabeltiere, die ihre Nasenlöcher am Ende des Schnabels haben und nicht am Anfang bei ihrem Gesicht. So können sie besser andere Tiere in der Erde riechen. Kiwis haben wie kleine Schnurrbarthaare an ihrem Schnabel und lieben Regenwürmer. Die Neuseeländer sind stolz auf ihren Kiwi und das sieht man überall. Doch bei Robert sieht man nicht nur Kiwis. Wir bekamen auch Eulen und sprechende Tuis zu Gesicht. Tuis sprechen normalerweise kein Wort, aber diese hier sind der Wahnsinn! Da sieht man wie viel Zeit sich die Pfleger für ihre Vögel nehmen.
Es gab noch ein paar andere lebende Tiere und auch ein paar ausgestopfte Tiere welche leider trotz der Hilfe von Robert und seiner Crew nicht überlebt haben. So sahen wir den kleinsten lebenden Pinguin, den Bluepenguin.
Auch konnte Philipp sich mal mit einem Albatros messen.
Es war wirklich sehr interessant und wir empfehlen eine Besuch bei Robert und seinem Native Bird Sanktuar in jedem Fall!
Nach dem Vogelkrankenhaus war es schon nachmittag. Wir hatten uns vorgenommen hier in Neuseeland nochmal Glühwürmchen anzuschauen. Es gibt ja die oft angepriesene Waitomo Cave. Doch diese ist echt mega teuer und wir laßen von der Waitomo Cave für den Backpacker. Dies soll die Abbey Cave in Whangarei sein. So fuhr wir zum Startpunkt für die kurze Wanderung zu den Caves. Es war noch nicht ganz dunkel was gut für unseren Weg war. Nach etwa 5 Minuten kamen wir an eine Höhle, welche echt weit runter ging. Hier hieß es klettern und bitte nicht abrutschen. Wir sahen am Höhleneingang schon ein paar vereinzelte Glühwürmchen und waren gespannt auf das Höhleninnere. Unten angekommen floss ein kleiner Fluss durch die Höhle. Wir hatten Badelatschen mit und konnten so schnell unsere Schuhe wechseln. Es war eiskalt! Zuvor lasen wir, dass das Wasser auch hüfthoch und höher ansteigen kann, aber wir hatten Glück und es regnete zur Zeit nicht. Etwas weiter in der Höhle drinnen überraschten uns dann unzählig viele kleine grüne Lichter, überall saßen Glühwürmchen. Es war so wunderschön. Es war ein bisschen wie im Märchen, wenn es nicht so kalt gewesen wäre 😉 . Philipp versuchte sogleich alles aus seiner Kamera heraus zu holen. Es ist gar nicht so einfach bei völliger Dunkelheit die kleinen Lichter zu fotografieren aber dennoch auch etwas von der Höhle sehen zu können. Wir verbrachten etwa 1 Stunde hier unten und dann machten wir uns auf den Rückweg. Gleich nebenan gab es einen ruhigen Campingplatz welchen wir ansteuerten.
Man nächsten Morgen besuchten wir die Whangarei Falls. Angeblich die meistfotografierten Wasserfälle Neuseelands, aber wir sind der Meinung es gibt hier viel schönere 😉 .
Weiter fuhren wir zu den Mermaid Pools. Dies sind natürliche Pools aus Felsen direkt am Meer. Das Wasser ist so unbeschreiblich klar!
Weiter führte unser Weg durch Kawakawa, wo es die berühmte Toilette designed von Friedensreich Hundertwasser gibt. Natürlich besuchten wir das Klo hier auch ;).
Den Sonnenuntergang besuchten wir in Rangikapiti. Dies ist ein Grashügel, welcher aber mehr Bedeutung hat als man denkt. Dies war ein Ort der Maori vor langer langer Zeit. Die Maori bauten Stufen in den Hügel und auf jeder Stufe standen Häuser. Außer die Stufen ist davon aber nicht viel übrig geblieben.
Am nächsten Morgen mussten wir verdammt früh aufstehen. Philipp wollte wieder einmal den Sonnenaufgang anschauen. Der Ort sollte das Cape Reinga Lighthouse sein, der Platz an dem sich der Pazifik und die Tansanische See treffen, wo die Wellen aufeinander stoßen.
Es ist fast der nördlichste Punkt des Festlands von Neuseelands. Wir kamen gerade rechtzeitig an, der Himmel sah wunderschön aus.
Hier kann man echt ganz schön viel Zeit verbringen, denn es sieht wirklich beeindruckend aus wie die Wellen aufeinander stoßen. Das Wasser hat so eine Kraft!
Auch steht hier in weiter Ferne noch ein Heilger Baum der Maori, welchem man nicht so nahe kommen darf und in seiner Gegenwart weder Essen noch trinken sollte.
Doch wir hatten noch viel vor und fuhren zu den Te Pakt Sanddünen. Diese sind das nördliche Ende des 90 Mile Beach und einfach richtig toll! Das Highlight hier ist , dass man sich ein Sandboard ausleiht und damit die Dünen herunter düst.
Natürlich hatten wir auch eines und es war so ein Spaß!
Wirklich jeder der hier ist sollte sich ein Sandboard ausleihen (15 NZD).
Wir verbrachten so viel Zeit hier und liefen gefühlt die ganzen Dünen ab. Aber leicht ist das nicht gerade… .
Wir setzten unseren Weg fort zu den Kauriwäldern. Auf unserer Strecke lag als erstes die Ratana Church, eine Kirche einer kleinen Sekte welche hauptsächlich Maoris sind. Die Kirche ähnelt einer Moschee aber ist sonst nichts weiter sooo besonderes, obwohl sie natürlich toll aussieht.
Danach passierten wir den Ort Avanti mit seiner Giant Kauri Staircase.
Hier gibt es einen Laden mit Möbeln und Accessoires aus Kauriholz, welches bis zu 45.000 Jahre alt ist. Die Bäume sind einst umgefallen und in der Erde, im Schlamm, im Matsch versunken. Das Holz wurde dadurch geschützt, als ob es von einer Hülle umgeben wäre. Aus einem der größten und ältesten Bäume wurde eine Treppe gebaut. Es ist gigantisch! Die Treppenstufen sind sozusagen im Stamm des Baumes und man geht durch den Baum durch.
Nachdem wir die bereits abgestorbenen Kauris gesehen haben, wollten wir auch die lebenden Kauris hier in der Gegend sehen. Zuerst begrüßte uns der Baum Tage Maut, der Herr des Waldes. Er ist etwa 2000 Jahre alt, 51,5 m hoch und hat einen Umfang von 13,8 m. Er war gewaltig!
Danach gingen wir zu einem Waldabschnitt mit vielen Kauris. Von der Cathedral Crove aus hat man einen Blick über den Wald, gleich dahinter steht der riesige Yakas.
Wir besuchten noch die Four Sisters und schlussendlich den Te Matua Ngahere, den Vater des Waldes.
Er ist der dickste hier stehende Kauri mit einem Umfang von 16,41 m.
Wir liefen den Wald wieder zurück und registrierten unsere Zeit in Neuseeland neigt sich dem Ende zu.
Wir fuhren nochmal auf den Campingplatz in Orewa und organisierten uns.
Wäsche waschen, einkaufen für die Cook Inseln, usw. . 2 Tage später ging es nach Auckland wo wir unseren Camper abgaben. Es war eine wunderschöne Zeit in Neuseeland, die Natur ist so beeindruckend und abwechslungsreich! Es ist einfach nur der Wahnsinn! Wir haben so viel in Neuseeland gesehen, würden aber auch gern wieder kommen.

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