Wanaka

Nach den erlebnisreichen Catlins stand der wunderschöne Ort Wanaka auf unserem Plan. Der Ort ist wie viele hier in Neuseeland wie ein Skifahrort aufgebaut und ziemlich voll mit Urlaubern. Doch wer ein paar Wanderungen hier gemacht hat kann auch sehr gut nachvollziehen warum der Ort so beliebt ist!

Wir entschieden uns hier 2 Wege zu begehen bzw. 2 Berge zu erklimmen. Als erstes dachten wir uns muss der schwerere Weg gelaufen werden. Und so starteten wir um 14:30 Uhr den Roys Peak Treck zu laufen.

Wir kamen damit ziemlich spät zu dem Startpunkt, die meisten Leute kamen uns vom Berg entgegen und auch der Parkplatz leerte sich schon. Vor uns lagen laut Aushang rund 1200 Höhenmeter, 7 km bergauf, 7 bergab, etwa 5 Stunden. Normalerweise kann man den Berg noch etwas weiter bis zur Spitze besteigen, aber den letzten 1 km haben wir uns gespart und sind nur zu dem absolut bekannten Lookout gelaufen (bis zum Ende sollen es dann insgesamt 8 km sein). Aufgrund der Zeit, die uns etwas im Rücken saß, mussten wir das dann leider auslassen, wir wollten ja noch im Hellen bei unserem Auto zurück sein. Wir liefen und liefen und liefen. Eine Pause wollten wir nicht machen, ihr wisst ja, die Zeit.

Für Fotos wurde wenn überhaupt nur mal kurz Halt gemacht, ansonsten wurde die Strecke durchgezogen.

Die glücklichen Wanderer die schon oben waren kamen uns mit einem breiten Lächeln entgegen, wir sollten heute auch noch so aussehen. Wir kamen vorbei an einigen grasenden Schafen, ein paar Hasen, wunderschönen Ausblicken, wurden unterhalten von einer Flugshow über dem angrenzenden See und überholten sogar 10 andere Wanderer.

Stolz über jeden gemachten Höhenmeter trugen uns unserer Füße weiter. Der Weg war ohne Pausen und in einem wirklich raschen Tempo ziemlich mühsam, man musste sich echt selbst motivieren um weiter zu kämpfen.

Doch anhalten ging nicht, wir wollen tolle Bilder mit Sonne und noch im Hellen zurück am Auto sein. Also hieß es weiter laufen, immer weiter. Wir sahen schließlich schon die Spitze und die Menschenmenge die anstand für dieses eine bekannte Foto. Wahnsinn!

Mitten auf dem Bergkamm warten die Menschen schön nacheinander um an einer bestimmten Stelle ein Foto machen zu können! Und obwohl wir schon so spät war mussten wir uns noch anstellen! Nicht auszudenken was hier tagsüber zu den Stoßzeiten los sein muss! Wir warteten etwa 15 Minuten und dann war unsere Zeit gekommen. Foto hier, Foto da, fertig.

Die nächsten warten schon! Doch hier auf dem Fotoplatz nimmt man sich dennoch Zeit, der Ausblick ist zu schön um zu hetzen!

Auch die umliegenden Punkte gaben uns eine wunderschöne Aussicht über die Umgebung, es war göttlich!

Der blaue See, das saftige Grün der Wiesen, die Berge, einfach toll! Doch nun stand der Rückmarsch an, den steilen Berg mussten wir wieder herunter laufen. Es war schwerer als gedacht! Ich stellte mir vor Arme und Beine einzuziehen, als Kugel wäre der Weg hier einfacher zu bestreiten 😉 .

Wir liefen wieder vorbei an den Schafen, den Hasen, überholten wieder ein paar Wanderer und kamen glücklich und zufrieden nach 4 Stunden wieder an unserem Camper an. 1 Stunde weniger als angepeilt, immer noch im Hellen! Perfekt, der Marsch hat sich vollkommen gelohnt! Es war eine hervorragende Aussicht, super Natur und ein echt toller Weg (wenn auch wirklich anstrengend 😉 ) . Auf unserm Rückweg statteten wir dem Wanaka Tree noch einen Besuch ab. Ein alleinstehender Baum im Wasser, welcher ein Anziehungsmagnet für Touristen ist! Es ist beeindruckend wie der Baum so im Wasser überlebt!

Am nächsten Tag sollte schlechtes Wetter sein und so legten wir einen Bürotag ein. Auf einem Parkplatz in Wanaka bearbeiteten wir Bilder, arbeitet an unserer Homepage und was eben so anfällt. Am Abend dann fuhren wir zu einem Campingplatz, welcher auch Startpunkt für unsere morgige Tour sein sollte.

Auf dem Plan stand der Rob Roy Glacier. Doch bevor wir zu dem Walk kommen, erst einmal ein kleiner Exkurs zu unserem Camperleben.

Wir kamen also am Parkplatz an und setzten uns noch etwas an unsere Rechner. Jeder war vertieft in seine Arbeit und es herrschte komplette Stille. Bis auf ein kleines Rascheln ließ mich nicht in Ruhe. Ich meinte ja zu Philipp irgend etwas kratzt an unserem Auto oder irgendjemand schleicht hier immer drum herum. Wir leuchteten mit den Taschenlampen durch die Scheiben aber da draußen war nichts zu sehen. Wir arbeiteten weiter, aber das Kratzen oder Rascheln kam immer wieder. Ich schaute mich etwas im Camper um, lauschte und versuchte zu deuten wo das Geräusch her kam. Ich war mir sicher hier ist irgendetwas was nicht hier her gehört! Und tatsächlich! Als meine Auge nach rechts schweiften sah ich auf der Ablage über unserem Fahrerraum einen langen dünnen grauen Strick, der nicht da hin gehörte und ganz rasch verschwand. Das war ein Mäuseschwanz! Ja ganz sicher, das musste einer gewesen sein. Ich sagte es ganz hysterisch zu Philipp, er meinte nur erst einmal: „Ja klar, als ob wir eine Maus hier hätten.“ Er räumte das ganze Fach aus, tastete jede Ecke ab, nichts war zu finden. Keine Maus, kein anderes Tier. Er räumte alles wieder ein und meinte: „Da ist nichts. Was willst du denn gesehen haben?“ Ich ganz trocken darauf: „Den Schwanz habe ich gesehen.“ Mmmm… da wir aber nichts in dem Fach fanden setzte sich Philipp wieder und wir arbeiteten weiter. Mich ließ es nicht in Ruhe, ich guckte immer wieder in die Ecke nach rechts oben. Und plötzlich – da saß sie, eine kleine süße graue Maus mit riesigen Ohren. Ich flüsterte zu Philipp: „Schau mal ganz langsam nach rechts, da ist sie wieder.“ Philipp sah zur Ablage hin und konnte die Maus ebenso entdecken. Gott sei Dank ich sehe keine Geister, aber in diesem Falle hätte ich lieber einen Mausegeist gesehen als wirklich eine im Camper sitzen zu haben. Ok, das geheimnisvolle Rascheln wäre geklärt, aber nicht die Frage wie wir die Maus jetzt hier mitten im Nirgendwo ohne Falle oder Gift bei Dunkelheit und Kälte aus dem Camper bekommen sollten. Philipp bereitete sich erst einmal vor, er räumte das Fach wieder leer und stellte sich seelisch und moralisch darauf ein eine Maus zu fangen. Die Frage war nur wie!? Ich hatte eine 20×20 cm große Plastebox für meine Muscheln dabei. Dies war die einzige Möglichkeit die uns eingefallen ist. Damit könnten wir/ Philipp die Maus fangen und dann könnten wir die Box entsorgen. Wie es nach dem Fangen in der Box weiter gehen könnte hatten wir uns noch nicht ganz so überlegt, erstmal müssten wir sie fangen. Okay, das Fach war leer, Philipp bewaffnet (ich hatte übrigens einen Pfannenwender als Waffe falls sie zu mir kommen würde) und jetzt hieß es warten bis sie sich wieder zeigt.

Da kam sie, raus aus ihrem kleinen Loch, Philipp reagierte und stülpte in Windeseile die Box über sie. Glück gehabt, Philipps Reaktion und Treffsicherheit war genial! Er fing die Maus, diese sollte uns keine Probleme mehr machen! Was für ein magischer Moment, das Zittern hatte ein Ende! Wir waren so heil froh! Doch dann meinte Philipp nur so: „Ich glaube ich habe sie zerquetscht. Die bewegt sich nicht mehr. Und ein Teil vom Schädel guckt auch nach draußen und der Rest ist in der Box.“ OMG! Die Maus wurde zerquetscht. Ich meinte zu Philipp nur: „Drück nochmal richtig zu, nicht dass sie nochmal losrennt, dann beginnt das Ganze von vorne.“ Gesagt getan, die kleine Süße hatte ihr Ende gefunden. Damit erübrigte sich die Frage was wir mit der lebenden Maus in der Box machen würden, wir packten sie einfach in die Box, machten den Deckel zu, noch einen Beutel drum herum und legten sie in den Fußraum. Denn hier gab es auch keinen Mülleimer, die Plastebox musste also mit Maus in unserem Camper bleiben bis wir wieder nach Wanaka zurück fahren. Wir rüsteten uns noch schnell für die Nacht, denn vielleicht hatten wir ja noch mehr hier drinnen. Denn wie sie wo hier rein gekommen ist und vor allem wann konnten wir uns nicht beatworten. Ich schlief mit meinem Pfannenwender ein und Philipp mit einem schweren Buch. Beides konnte eine Schlagwaffe gegen neugierige Mäuse in der Nacht sein, aber glücklicherweise ließ sich keine bei uns blicken.

Der nächste Morgen begann früh, wir wollten unseren Track zum Rob Roy Glacier antreten. Wir checkten nochmal alles nach Mäusen ab, aber außer kleinen Kackhäufchen fanden wir nichts. Wir frühstückten also, sicherten unser Essen vor den Mäusen und liefen los.

Unser Weg führte entlang durch das Rob Roy Valley, entlang an weidenden Kühen, Flüssen, Bergen, über eine Hängebrücke und durch den Wald.

Es war eine sehr beeindruckende Natur mit sehr viel Abwechslung!

Uns verblüfften immer noch die vielen frei rumlaufenden Kühe und Schafe hier in der Gegend, das hat wirklich etwas sehr Beruhigendes und Idyllisches an sich!

Der hier fließende Fluss ist recht milchig, was durch das Tauwasser der Berge entsteht. Das sieht echt unreal aus!

Der Weg durch den Wald ist recht einfach, nicht zu steil aber zieht sich doch ein bisschen.

Etwa 4 Stunden sollten insgesamt für den Hin- und Rückweg eingeplant werden, ein paar Fotos will man hier ja schließlich auch schießen 😉 . Wir kamen schließlich an den 1. Aussichtspunkt und erspähten den Rob Roy Gletscher.

Er ragte mächtig über das Tal, sah beeindruckend aus!

Doch wir liefen noch weiter, wir wollten uns ihm noch mehr annähern. Und da kamen wir auch schon an dem 2. Aussichtspunkt an, hier standen wir ihm richtig nahe!

Das Weiß des Eises und Schnees blendete uns richtig!

Fotos zu schießen war gar nicht so einfach.

Hier wurde es auch schon etwas kälter, aber es war doch immer noch etwas warm obwohl wir dem Gletscher so nahe standen. Wir belaßen uns etwas an dem Aussichtspunkt, bestaunten die Gegend, die Wasserfälle, den Gletscher und liefen schließlich den Weg zurück.

Zurück geht es immer schneller als hin und schwupps standen wir auch schon wieder an unserem Auto. Kurzer Mäusecheck, nichts gefunden und los ging es wieder in Richtung Wanaka City.

Hier hielten wir nochmal bei dem wohl berühmtesten Baum Neuseelands an, dem Wanaka Tree. Es ist ein alleinstehender Baum, welcher im Wasser überlebt. Er ist ein beliebtes Fotomotiv und angeblich Wunder der Natur, da er die ganze Zeit im Wasser steht. Aber das wisst ihr ja schon, denn wir waren ja schon 2 Tage zuvor hier 😉 . Danach rüsteten wir uns noch mit ein paar Mausefallen aus, der Baumarkt „Mitre 10“ hatte genau das was wir brauchten 😉 ! Unser Weg führte uns schließlich in Richtung Queenstown. Hier statteten wir noch dem berühmten Zaun voller BHs einen kurzen Besuch ab. Dieser war erst ein Witz der Touristen und mittlerweile steht er für die Hilfe gegen Brustkrebs.

Kurz vor der Stadt fanden wir auch einen wunderschönen Schlafplatz mit Blick auf das leuchtende Queenstown.

 

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