Wellington

Wir kamen also pünktlich mit unserer Fähre auf dem Festland der Nordinsel an und Wellington breitete schon herzlich seine Arme auf.

Es war nachmittags und wir hatten als aller erstes Ziel unseren Campingplatz im Sinne. Denn mitten in der Stadt soll es einen großen und ein paar kleinere kostenlosen Plätze geben. Der größte ist der stadtnahste und auf dem wollten wir natürlich auch mit parken. Gesagt getan, wir fuhren die paar Kilometer von der Fähre zum Parkplatz an der Evans Bay Marina. Hier angekommen hatten wir die Auswahl zwischen noch ganz vielen Stellplätzen, zum Glück waren wir in der Nebensaison da. Direkt nebenan konnten wir sogleich dumpen und neues Frischwasser auffüllen. Da es noch nicht so spät war, entschieden wir uns noch an unserem Ankunftstag in die Stadt zu laufen. Bis zu unserem 1. Punkt mitten in der Stadt waren es auch nur 3 km, es war der Technikladen in welchem Philipp später auch seine neue Drohne, die DJi Mavic Pro Platinum, kaufte. Danach entschieden wir uns den wunderschönen Mount Victoria Lookout anzusteuern. Hier sollten wir eine wundervolle Aussicht über die Stadt genießen können und das auch noch zum Sonnenuntergang. Wir liefen den recht steilen aber kurzen Berg zum Aussichtspunkt hinauf. Entgegen kamen uns ein paar Jogger und Mountainbiker. Es ist anscheinend ein beliebter Park bei Touristen und ansässigen Wellingtonern. Auf der Plattform angekommen hatten wir einen tollen Blick! Die Stadt war toll erleuchtet, die Sonne schimmerte in ihrem Abendrot, die Wolken ermöglichten uns eine klare Sicht, es war einfach perfekt. Wir verweilten bis die Sonne komplett weg war und liefen dann über ein paar Schleichwege zu unserem Camper zurück.

Am nächsten Morgen erwachten wir abermals mit der Sonne, es war ein bezaubernder Sonnenaufgang hier im Hafen! Die Segelschiffe gaben eine tolle Kulisse und die Sonne erstrahlte in einem tollen Rot.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, ihr merkt schon, gefrühstückt wird bei uns immer gut, liefen wir wieder in die Stadt. Erst ging es nochmal in den Technikladen und dann in etliche Secondhandläden. Wellington ist wirklich ein Mekka für gebrauchte Markenklamotten und in Neuseeland an sich gibt es übrigens sehr viele Secondhand Geschäfte. Aber wir waren nicht auf der Suche nach Klamotten. Da wir bald auf die Cook Inseln und Französisch Polynesien übersetzen wollten, wollte ich unbedingt eine Taucherbrille und einen Schnorchel haben. In großen Geschäften wie The Warehouse und Sportläden hatten wir schon gefragt, hier gab es keine Taucherbrillen, alles Saisonware und in Neuseeland nahte der Winter. Somit dachte ich vielleicht in einer Abteilung der Secondhand Läden Glück zu haben, denn wenn ich mir Schnorchelequipment ausleihe, ist das ja auch nicht neu. Doch Fehlanzeige, das sei auch hier alles Saisonware. Auch brauchten wir für Philipp neue Badelatschen, das ist auch nur Saisonware und zur Zeit nicht zu haben. Whaaat!? Man braucht so etwas doch auch im Schwimmbad, im Garten, im Urlaub und keine Ahnung wo noch. Das kann doch nicht nur Saisonware sein!? Naja, wir setzten unseren Weg also fort, die City Gallery Wellington stand auf dem Plan. Auf dem Weg dorthin liefen wir nochmal an dem Gemüseladen moore wilson´s FRESH vorbei, dieser ist wahrscheinlich der beliebteste Laden der Einheimischen von Wilson. Die Hallen stehen voll mit Bio-Produkten, Obst, Gemüse, richtigem! Brot, gutem Käse, Wurst, alles aus der Region. Wir deckten uns hier später auch nochmal ein 😉 . Doch erstmal ging es in die City Galerie, was eine Kunstausstellung ist. Zur Zeit stand „This is Newzealand“ als Motto auf dem Plan, was wirklich eine sehr gelungene und informative Ausstellung war.

Es gab einige Filme über Neuseeland, einige plakative Bilder und absolut tolle Plakate verschiedenster Künstler aus Neuseeland. Und während ich mir die Galerie anschaute überkam Philipp der Hunger und er kümmerte sich um unser Mittagessen. Als ich fertig war überraschte er mich mit einer absolut leckeren Salamipizza – ich liebe ja Salami! Wir schlemmten genüsslich und leckten uns vor Appetit noch die Finger danach ab 😀 . Unser Weg führte nach diesem Genuss zum Wellington Museum. Hier hat es uns wirklich außerordentlich gut gefallen! Es ist ein absolutes Muss bei jedem Wellington Besuch! Der Eintritt beträgt eine Goldcoin Donation in Höhe von 2 Dollar pro Person und dafür bekommt man ein Museum zum Sehen, Hören und Anfassen.

Wirklich für Jung und Alt gibt es hier interessante Dinge. Es gibt etwas über die Geschichte der Stadt, die Maori, das Haus der Ausstellung selber und über die Seefahrt zu erkunden. An einem Modell kann man 50 kg ohne Flaschenzug und mit hochheben. Damit wird einem die Erleichterung durch diese tolle Entdeckung erst richtig bewusst. Auch wird etwas über das Tauchen und die alten Tauchanzüge erklärt und ausgestellt. In einem Film lernten wir mehr über das tragische Wahine-Unglück bei dem eine Fähre im Hafen von Wellington verunglückte. Es gibt noch so viel was ich hier aufzählen könnte, aber ich denke es sollte ja nicht alles verraten werden 😉 .

Nach dieser Entdeckungsreise ging es für uns wieder durch die Stadt hindurch, zurück zu unserem Auto. Das Nachtleben begann langsam zu erwecken, die Straßen füllten sich. Wir schauten noch in ein paar Geschäften nach Badelatschen und Taucherzeug aber es gab natürlich nichts. Also freuten wir uns endlich wieder am Camper angekommen zu sein, immerhin waren wir heute den ganzen Tag auf den Beinen 😉 .

Am nächsten Tag gab es noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und zu sichten. Wir fuhren erst nochmal zu einem Laden in dem ich eine Taucherbrille vermutete. Natürlich auch hier nichts. 2 bis 3 weitere klapperte ich ab, auch nichts. Schon deprimiert und auf dem Sprung steuerte ich noch einen aller letzten Laden an – Volltreffer! Hier gab es ein Set und zu aller Freude kostete es auch nur geringe 4 Dollar!!! Nun war ich über glücklich, der Badespaß auf den Inseln konnte kommen! Danach holten wir Philipps Drohne endlich ab. Überglücklich und stolz spazierte Philipp mit seinem Koffer aus dem Laden, unser Tagesziel war eigentlich geschafft 😉 . Doch ein bisschen Bildung sollte nicht schaden, wir entschieden uns noch eine Tour im Parlament von Neuseeland mitzumachen. Hier gibt es stündlich kostenlose Touren, um dem „Beehive“ und seinen Aufgaben etwas näher zu kommen. Der Name Beehive, Bienenstock kommt nicht von irgendwoher.

Denn das Gebäude erinnert architektonisch sehr an ein Bienenhaus und wird deshalb auch öfters als bauliche Katastrophe angesehen. Aber seinen Zweck erfüllt das Haus ja dennoch und das nebenan stehende alte Gebäude der Bibliothek und des richtigen Parliament House ist dafür umso schöner.

Unsere Tour dauerte etwa 1 Stunde und ging durch alle wichtigen Räume hindurch. Angefangen vom Executive Wing, welcher als Banketthalle dient, über die Bibliothek, die Grand Hall bis hin zu dem House of Representatives genossen wir eine sehr schöne und interessante Führung. Sehr beeindruckend war auch wie das Gebäude zwischen 1992 bis 1995 resistenter gegen Erdbeben gemacht wurde. Denn täglich sollen hier winzig kleine Beben herrschen, welche die Gebäude rissig und unstabil machen. So wurde das Gebäude leicht vom Sockel angehoben und Stück für Stück setzte man insgesamt 417 Gummifedern ein, welche die Erschütterungen abdämpfen. Eine architektonische Glanzleistung wurde hier vollbracht, welche geschickt die über 100 Jahre alten Häuser schützt. Leider konnten wir von all dem keine Bilder machen, denn dies ist hier aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Doch wer will kann sich ja zumindest von den Gummifedern eine Abbildung im Internet anschauen 😉 .

Nach dieser Führung entschieden wir uns die Stadt zu verlassen und weiterzuziehen. Eigentlich stand noch das Te Papa auf dem Plan, aber das ließen wir dann aus Zeitgründen doch aus. Es reichte ja auch an Bildung 😉 .

Unsere Nacht und den nächsten Morgen verbrachten wir am Castlepoint Lighthouse, welches seit 2017 in der Nacht auch wunderschön beleuchtet ist.

Die Nacht verbrachten wir dann nahe dem Cape Kidnappers Walking Track. Denn am nächsten Morgen wollten wir die 4-stündige Küstenwanderung machen. Doch leider überraschte uns das schlechte Wetter. Es regnete und stürmte und so warfen wir nur einen kurzen Blick auf die steilen Hänge am Meeresrand und sparten uns den Weg.

Es war einfach nicht so toll und wir hatten auch keine wirkliche Sicht auf die Gegend. Somit machten wir also nur nochmal in Hastings stopp, gingen schön heiß am Informationsschalter duschen und fuhren dann in Richtung Rotorua.

 

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