Cuyabeno

In Lago Agrio angekommen wurden wir 9:30 Uhr von unserem Tourunterneen für den Regenwald abgeholt. Unsere Exkursion konnte beginnen, wir waren aufgeregt und bereit. 2 h fuhren wir mit dem Bus nach Cuyabeno und von dort aus ging es mit dem Kanu über den Cuyabeno River weiter in 3 h nach Aqui.

Dort war unsere Jamu Lodge gelegen, inmitten von Regenwald.  Es war herrlich! Einfach nur Natur und sonst nichts. Unsere Unterkunft sah super aus! Wir hatten es sehr einfach erwartet, aber es war einfach nur toll.

Das Gebiet Cuyabeno Wildlife Reserve, wo auch unsere Tour stattfand, ist das zweitgrößte geschützte Gebiet im Amazonas von Ecuador. 1979 wurde das Gebiet mit 604.000 Hektar primary rainforest als geschützt erklärt. In der Lodge angekommen konnten wir erst einmal entspannen. Lässig lagen wir in den Hängematten bis es 17:00 Uhr zur großen Lagune ging.

Also wir stellten uns die Lagune ja etwas anders vor, aber ihr müsst euch einfach einen Fluss vorstellen, der dann in einen großen See mündet und der See ist die Lagune. Der See ist schön braun und schlammig. Gleich vorneweg, nur Philipp und Basti waren baden… . Wir anderen 4 (nur Mädels) schauten uns das Spektakel lieber vom Boot aus an 🙂 .

Nach dem Schlammbad fuhren wir noch etwas mit dem Boot umher und dann ging es zurück zur Lodge. Hier bekamen wir ein mehr als nur köstliches Essen, ein 3-Gängemenü.

Es gab Suppe, Fisch, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Dessert, es war sooo lecker! Zum Ausklang des Abends spielten wir Karten (natürlich gab es welche in der Lodge, als ob wir daran gedacht hätten 😉 ) und die Männer rauchten eine Zigarre.

Der Morgen startete 8:00 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück. Brot, Müsli, Obst – es war ein guter Start in den Tag! Unsere erste Exkursion war heute in den primary forest. 3 Stunden liefen wir durch den Wald und lernten die Flora und Fauna des Regenwaldes besser kennen.

Wir sahen so viele tolle Tiere! Stabheuschrecken, Schmetterlinge, Spinnen, alle kamen uns über den Weg.

Eine Spinne macht solche stabilen Fäden, dass daraus frühe sogar Seile gemacht wurden und manche unternehmen heute noch Seide daraus herstellen.

Es ist echt verrückt was die Tierwelt so bereit hält. Wir sahen so viele Termiten und deren Hügel an den Bäumen, dass die für uns mittlerweile schon fast normal sind 🙂 .

Die Termiten knabbern sich übrigens Löcher durch die Bäume und bewegen sich dann in den Bäumen dort. Früher oder später sterben diese dann ab. Unseren Weg kreuzten ebenso Käfer und Affen.

Besonders süß sind die Katzenaffen, die sehen aus wie kleine Kätzchen. Auch sahen wir ein Faultier und viele Vögel. Wir aßen Rinde, welche gut gegen Malaria sein soll, probierten milchiges Harz was auch Grundsubstanz für Gummi ist und klopften auf Bäume dessen klang 2 km und weiter zu hören ist. Wir standen auch an einem Baum, dessen Ausmaß gewaltig war! Das beschreibt eigentlich nur ein Bild… .

Auch zündeten wir Harz an, welches einst überlebenswichtiges Feuer für die Bewohner im Urwald lieferte. Ein kleines Stück, kleiner als eine Hand kann Feuer für die ganze Nacht spenden.

Es war einfach nur spannend was es so für Dinge im Regenwald gibt. Am Ende liefen wie durch das wetland des Regenwaldes. Hier standen wir bis zum Gummistiefelende im Wasser. Es war Spannung pur wessen Schuhe von innen nass wurden und wer Glück hatte 😉 .

Danach schwangen wir uns noch an eine Liane wie Tarzan durch den Wald.

Zurück an unserem Boot angekommen fuhren wir zu unserer Lodge und bekamen ein leckeres Mittag.

Jetzt war Siesta angesagt 😉 . Doch nicht zu lange, die nächste Attraktion stand schon an, wir begaben uns auf die Suche nach Boas und Kaimanen (krokodilähnliche Reptilien) . Als erstes sahen wir auf unserer Fahrt Flussdelfine. Es gibt welche in rosa und manche sind grau. Beide kommen aber nur wenig aus dem Wasser wenn sie Sauerstoff tanken und deshalb haben wir leider keine besonderen Fotos. Unser nächstes Tier war ein Tiger Heron, ein Vogel mit dem Federkleid eines Tigers.

Da es schon dunkel wurde, kamen auch die Fishing Bats auf den See und angelten ihre Beute, kleine Fische. Wir genossen draußen auf der Lagune einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Unser absolutes Highlight war eine Boah, erst eine kleine und dann eine etwa 2 m große. Die saß über uns in den Baumkronen und wartete geduldig auf ihre Beute.

Auf der Rückfahrt sahen wir noch eine Eule und dann zu unser aller Überraschung einen Kaiman, aber leider war er etwas weit weg.

Aber es wäre schön Angst einflößend wenn er 1 oder 2 Meter neben uns wäre. In unserer Lodge sahen wir noch eine Schlange und eine fette fette Kröte, dicker als 2 Fäuste.

Mit so viel Aufregung und einem leckeren Abendessen endete unser Abend, es war wieder ein erfolgreicher Tag! 

 

Unser 3. Tag im Regenwald war ein Ausflug in ein Dorf, zu einer Community, um mehr über das hiesige Leben und Kochen kennenzulernen. Auf dem Weg in das Dorf sahen wir Stinky Birds, wunderschöne Vögel, welche aber aufgrund ihres stinkenden Fleisches ungenießbar sind.

Auch sahen wir Snake/ Needle Birds und Clown Monkeys, die zweit kleinsten Affen hier im Regenwald (ca. 1 kg und gelbe Fellpartien).

Im Dorf angekommen wurden wir herzlich in einer offenen Hütte, unserer Küche begrüßt.

Unsere erste Tat war es auf die Farm zu gehen und uns etwas Juka Wurzel zu ernten.

Dies ist eine Kartoffel ähnliche Wurzel aus der wir uns Teigfladen machten. Zuerst wurde die Wurzel geschält, dann gerieben, ausgewrungen und schließlich die trockenen Krümel durch ein Sieb gerieben.

Das Ergebnis war eine Art Mehl welches auf einer heißen Platte ausgelegt, festgeklopft und erhitzt wurde. Durch die Stärke in der Juka Wurzel hielten die Krümel zusammen und es entstand ein Fladen. Es war so verdammt lecker! Aber auch echt aufwändig … .

Wir schauten uns noch etwas im Dorf um, aßen uns bisher unbekannte Früchte und erfreuten uns an der Natur. Doch es sollte weiter gehen, als nächstes stand bei uns der Besuch bei einem Schamanen an.

Dies ist der Naturheiler der Region und er erklärte uns seine Aufgaben und seinen Körperschmuck. Die Federn, Zähne und Holzglocken sammelte er alle selbst. Er hilft nun den Bewohnern aus dem Dorf bei psychologischen Problemen oder der Findung von Schmerzen. Basti sollte gleich mal sein Patient darstellen 😉 . 

Etwa 1 mal im Monat hat er einen Patienten, entweder aus dem Dorf oder der Stadt.

Unser Weg zurück in die Lodge war fast einem Rennen gleich. Wir rasten über den Fluss, durch enge Böschungen und das Wasser spritzte nur so an den Bootkanten nach oben.

Es war so ein Abenteuer!

Wir hatten 2 Stunden zur Erholung in denen wir Karten spielten und die Ruhe genossen. Danach stand unsere größte Prüfung auf dem Plan, eine Nachtwanderung durch den Regenwald. Mit Gummistiefeln, Regenponcho, Moskitospray, langen weiten Sachen und Taschenlampen bewaffnet starteten wir unsere Tour. Nach 10 Minuten Bootfahrt waren wir an unserem Startpunkt. Wir waren auf der Suche nach Insekten, großen Spinnen, wie Taranteln, und Schlangen, wie Anakondas und Boas. Erfolgreich fanden wir auch alle 5 Minuten eine Spinne.

Die sind so verdammt fett! Die größte Tarantel die wir fanden war etwa handgroß, 15 bis 20 cm und total behaart. Es war schon etwas gruselig da so im Dunkeln durch den Wald zu laufen und Spinnen zu suchen! Ein Horrorfilm könnte einen guten Vergleich darstellen 😉 .

Eine Schlange fanden wir leider nicht, aber wahrscheinlich waren genug um uns herum versammelt und sehr gut getarnt 🙂 . Nach 1 Stunde Grauen, was aber doch auch eines unserer Highlights im Regenwald war, fuhren wir zurück, das Abendessen wartete. Wir waren nun heiß, wir versuchten an dem Abend noch einen Kaiman zu sichten. Denn einer kreist immer mal bei unserer Lodge Jamu herum. Und wir hatten Glück, auch an diesem Abend sahen wir einen in etwa 20 m Entfernung. Das ist Anspannung pur sage ich euch! Das sind ja immerhin wilde Tiere… . Aber im Normalfall haben die alle mehr Angst vor uns als wir vor denen. Mit etwas mulmigem Gefühl und vielen Spinnenträumen verbrachten wir unsere letzte Nacht.

 

An unserem letzten Morgen standen wir 6:00 Uhr auf, denn früh sieht man die meisten Vögel. So fuhren wir 6:15 bis 7:45 Uhr nochmal über den Fluss, um Vögel zu erspähen. Zuerst kamen uns Zwergfledermäuse über den Weg, die aussehen wie Blätter. Weit oben in den Baumkronen rekelte sich noch ein Faultier. Wobei das mehr still hielt als sich bewegte 😉 . Wir sahen noch einen Tiger Heron, einen Eisvogel und viele andere bunte Federtiere. Nach dem Frühstück hieß es Sachen packen und 2 Stunden mit dem Boot nach Cuyabeno fahren.

Auf unserem Weg sahen wir zu unserer Überraschung noch eine kleine Anakonda, die war etwa 10 Monate alt.

Und von den Woolly Monkeys wurden wir auch noch unterhalten.

Die typischen Vogelnester hingen natürlich auch wieder überall von den Bäumen.

In Cuyabeno gab es Mittag, bevor es 2 Stunden mit dem Bus nach Lago Agrio und dann nochmal 7 Stunden mit dem Bus nach Quito zurück ging. Unser Ausflug in den Regenwald nahm sein Ende.

Um unsere 4 Tage und 3 Nächte Regenwald zusammenzufassen:

es war genial, aufregend, viel weniger gruselig als erwartet (in Bezug auf Schlangen, Spinnen usw.) und jeden Cent wert! Etwa 70 bis 100€ sollten pro Tag im Cuyabeno Wildlife Reserve eingerechnet werden, abhängig vom Touranbieter, der Ausstattung der Lodge, der Lage und dem Verhandlungsgeschick. Unsere Lodge, unser Guide Petro, unsere Küchenchefs, Kellner, Bootsfahrer usw. waren einfach nur genial und wir können es auf jeden Fall weiterempfehlen!

 

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