Colca Canyon

Noch vor dem Sonnenaufgang erreichten wir Cabanaconde. Es war kalt, eiskalt.

Wir gingen in die erste kleine Stube, die auf machte und wärmten uns an einem heißen Tee auf. Um 7:00 Uhr nahmen wir dann den Bus von Cabanaconde nach Cruz del Condor. Eigentlich wollten wir hier schon aussteigen, als wir in Richtung Cabanaconde fuhren. Aber der Busfahrer wollte einfach nicht anhalten. So fuhren wir die Strecke zwischen Cabanaconde und Cruz del Condor an diesem Tag eben 2 mal. Noch vor Abfahrt zahlten wir unsere 70 Soles pro Person Eintritt in das Gelände des Canyon. Am Cruz del Condor wurden wir begrüßt von vielen traditionell gekleideten Frauen, die allerlei Waren zum Verkauf anboten. Ob Tee, warme Kleidung oder Schokoriegel, für jeden war etwas dabei.

Wir gesellten uns zu den anderen Leuten an den Aussichtspunkt für die Kondore.

Sie schwebten über unseren Köpfen hinweg, boten uns eine gute Show. Täglich zwischen Sonnenaufgang und 10:00 Uhr morgens sollen sie hier zu beobachten sein, wobei wir uns doch fragen, ob das noch ein ganz natürliches Verhalten ist, wenn man die Uhr danach stellen kann.

Nach und nach kamen immer mehr Tourbusse an, das signalisierte uns es ist Zeit aufzubrechen.

Wir wollten den Colca Canyon auf eigene Faust erkunden und wanderten so vom Cruz del Condor über ein paar Feldwege in Richtung Cabanaconde.

Der Weg hat uns, anders als die Karten an der Touristeninfo meinen, verdammt viel Zeit gekostet.

Doch wir beobachteten unvergessliche Szenen, sahen die Leute bei der Ernte, beim Vieh eintreiben und vielem mehr.

Zwischen den Feldern genossen wir unser mitgebrachtes Frühstück und erfreuten uns an der Ruhe der Natur.

Nach 4 Stunden erreichten wir endlich den Aussichtspunkt San Miguel, der eigentlich fast genau neben Cabanaconde liegt.

Wir waren froh endlich an diesem Punkt angekommen zu sein, denn laut den Auskünften in der Touristeninfo und dem Kartenmaterial hätten wir nur 2 Stunden gebraucht. Nachdem wir den Weg aber nochmal nachvollzogen haben, wäre das gar nicht möglich.

Ab San Miguel führte unser Weg nur noch bergab, dan Canyon hinunter. Es war ziemlich steil, staubig und teilweise auch rutschig. Die Aussicht war genial und die Ruhe sowieso!

Auch wenn es etwas auf die Knie ging, war der Weg einfach toll. Wir kamen an ein paar Schafen vorbei und bewältigten Serpentine für Serpentine.

Unten im Tal nach weiteren 2,5 h angekommen machten wir erst einmal Mittag.

Während unserer Pause kam eine Dame über die Brücke gelaufen, gesellte sich zu uns und fragte uns, ob wir schon eine Bleibe hätten. Gleich im nächsten Ort San Juan habe sie eine Unterkunft für 10 Soles pro Person. Das Abendessen kostet 10 Soles für die vegetarische Variante und 15 Soles für Alpaca.

Frühstück gibt es natürlich auch für 8 Soles. Da wir nicht länger laufen wollten, entschieden wir uns bei der Dame im Posada Gloria unterzukommen (Facebook: Posada Gloria Colca Canyon; Reservation bestenfalls in spanisch: posada-gloria_colcacanyon@hotmail.com). Gloria hatte uns mit dem Fernglas beim Abstieg in den Canyon beobachtet und gehofft wir suchen Rast in ihrer Bleibe. Wir bekamen ein einfaches aber ausreichendes Zimmer (Doppelbett), hatten eine warme Dusche und eine Menge Spaß mit Gloria, ihrer Familie und den anderen Gästen. Wir fühlten uns hier in dem kleinen Örtchen heimisch und wohl.

Im Ort gibt es auch einen kleinen Supermarkt mit ganz Annehmlichkeiten Preisen. 8 Soles für ein großes 2,5 l Wasser und ebenso für die Verhältnisse hier günstiges Obst.

In den Ort führen nämlich keine Straßen und alles muss hergetragen werden. Am Abend drehten wir noch eine kleine Runde durch den 200 m langen Ort, inklusive Fußballfeld sowie Schule und sahen in der Ferne die Milchstraße. Von wegen keine Straßen 😉 .

Der Morgen begann recht früh, 7:30 Uhr hatten wir bereits unsere Pancaces zum Frühstück auf dem Tisch. Danach hieß es Sachen packen und weiter ging es mit der Wanderung.

Wir wanderten an diesem Tag überwiegend auf geraden Strecken. Nur ein kleiner Berg wartete auf uns, aber der war auch schnell bewältigt 😉 . Es ging durch Dörfer, vorbei an Feldern.

Hier und da waren Hostels ausgeschildert und Minimärkte zu finden. Also verhungern oder verdursten kann man hier im Canyon auf keinen Fall ;). Auch sahen wir auf unserem Weg, wie die Meerschweinchen gehalten werden, wie sie hier in Peru so gern verzehrt werden.

An der Weggabelung zu der berühmten Oase im Colca Canyon müssten wir uns entscheiden. Laufen wir in die mittlerweile recht touristische Oase, mit Swimmingpools und Hotelanlagen und dann den steilen Hang das Canyons wieder hinauf, oder lassen wir die Oase aus, betrachten Sie nur von oben und laufen weiter durch den Canyon bis nach Llahuar, um dort in Hot Springs zu plantschen und morgen mit dem Bus für 10 Soles zurück nach Cabanaconde zu fahren.

Die Entscheidung ist schnell gefallen, wir wollten in die Hot Springs und wir wollten nicht mehr so viele Höhenmeter hinauf steigen müssen 😉 . So liefen wir weitere wundervolle 4,5 Stunden durch den Canyon, machten hier und da Rast und genossen den Tag.

Wir kamen an Kakteen vorbei, die waren so groß, wie wir selbst. Aus eisiger Kälte wurde eine wahnsinnige Hitze. Es war ein einziges Schauspiel der Natur.

Wir trafen ein paar Schulkinder, die bereits Stunden von Schulweg hinter sich gehabt haben mussten und wir beobachteten die Tiere mit ihren Jungen. Es war ein ganz besonderer Tag, an dem wir hier durch den Canyon liefen!

Wir liefen weiter, um schließlich in Llahuar anzukommen. Wir kreuzten noch einmal den Fluss durch das Tal, welcher dem Gebiet hier das Leben bringt.

Wir kamen im Hostal Llahuar Lodge unter, was uns 25 Soles pP im Privatzimmer kostete. Inklusive war hier die Nutzung der hosteleigenen Hot Springs.

Es war wunderbar! Die Thermalquellen waren so schön heiß und direkt am Fluss gelegen. Wir genossen die Erholung.

Die Unterkunft und das Essen waren auch hervorragend, wir haben uns gefühlt wie zu Hause 😉 . Zum krönenden Abschluss gab es am Abend noch einen landestypischer Cocktail, den Machu Picchu.

Am Abend eröffnete sich wieder ein Naturschauspiel vor uns. Die Milchstraße ebnete sich einzigartig vor uns, es sah so unrealistisch aus. Wir genossen den Abend, den Moment und erinnern uns gern daran zurück!

Am nächsten Morgen wurden wir von den beiden Kindern des Hotels begrüßt. Sie saßen ganz normal, wie alle Kinder hier in Peru, auf ihrem Esel und freuten sich über ihr Tier. Das war so ein süßes Bild!

Wir verließen gegen 11:00 Uhr die Unterkunft und liefen 30 min zur Busstation. Hier hieß es warten…

Normalerweise kommt der Bus gegen 12:00 Uhr. Er kann aber auch Verspätung haben und wie bei uns erst 12:40 Uhr ankommen.

Die Busfahrt war ein Erlebnis und wir kamen pünktlich 13:40 Uhr in Cabanaconde an. Hier konnten wir noch etwas zum Mittag essen und schließlich entspannt den Bus um 14:00 Uhr zurück nach Arequipa nehmen.

Der Colca Canyon ist für uns ein unvergessliches Erlebnis. Wir haben viel erlebt, viel gesehen. Die Familien hier im Canyon sind so unfassbar lieb, dass man sich wirklich überall pudelwohl fühlt. Wir können es nur empfehlen die Tour in den Canyon auf eigene Faust zu unternehmen. Kostenmäßig kommt es etwa auf das gleiche, wie bei einer gebuchten Tour. Aber alleine kann man sich so viel Zeit nehmen wie man möchte und die Ruhe der Natur einfach besser genießen. Die Gehend hier lädt einfach zum Verweilen ein 😉 ! 

 

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