Nazca

In Nazca erwartete uns ein geschichtliches Meisterwerk, nämlich die Nazca Linien. Dies sind gigantische Scharrbilder in der Nazca Wüste, welche von dem gleichnamigen Volk zwischen 500 vor und 500 nach Christus geschaffen wurden. Es ist mehr als nur beeindruckend, was dieses Volk hier vor so langer Zeit, komplett ohne Technik und uns bekannten Hilfsmitteln geschaffen hat. Das größte Bild ist 370 m groß und die Formen, Größenverhältnisse und Anordnungen sind wirklich perfekt! Apropos Anordnung, die Dresdnerin Maria Reiche verbrachte im 20. Jahrhundert fast ihr gesamtes Leben hier bei den Bildern, studierte und untersuchte diese. Sie fand heraus, dass die Ausrichtung und Anordnung einen astronomischen Hintergrund hat und das Ganze einen astronomischen Kalender darstellt. Sie entdeckte Besonderheiten (z. B. hat der Affe nur 4 Finger), misste aus, berechnete und stellte Zusammenhänge dar. Durch ihr Tun können die Nazca Linien seit 1994 als UNESCO Weltkulturerbe gezählt werden. Im folgenden Bild seht ihr mal die Anordnung der ganzen Bilder und ihre Ausmaß sind links abgebildet.

Heute sind unendlich viele Menschen von den Scharrbildern in der Wüste beeindruckt und strömen täglich nach Nazca, um sie mit ihren eigenen Augen zu sehen. Am besten sieht man die Bilder aus der Luft und das wollten auch wir erleben. Wer aber fliegen nicht so mag, kann auch Touren zu Fuß und mit dem Auto unternehmen, aber da sieht man leider nicht ganz so viel. Von einem Aussichtspunkt aus sieht man 2 Bilder und auch diese sind etwas zu groß, um sie sehr gut von dem Aussichtspunkt zu erkennen. 

Wir kamen also gegen Abend in Nazca an und buchten uns noch einen Flug für den nächsten Tag über die Nazca Linien. Für 75$ pP hatten wir den Flug, die Unterkunft für 1 Tag und Transporte gebucht. Der Preis war allerdings zur Zeit der Nebensaison (Juni). Etwas günstiger kommt man noch, wenn man am Flugtag früh ein Taxi zum Airport von Nazca nimmt und dort direkt bei der Agency bucht. Da kostet nur der Flug dann 60 oder 65 $. Bei dieser Variante kann es allerdings sein, dass man etwas länger warten muss, bis Platz im Flugzeug ist.

Bei schlechtem Wetter, wie Regen oder Nebel kann es übrigens sowieso zu Verzug kommen, denn dann wird gewartet bis es wieder eine klare Sicht gibt, sodass alle Passagiere die Scharrlinien auch erkennen können.

Unser Flug sollte 8:00 Uhr am Morgen sein. Aufgrund des Wetters und von organisatorischen Unstimmigkeiten wurden wir dann aber erst 10:00 Uhr abgeholt. Wir fuhren etwa 15 Minuten zum Flughafen und zahlten dort nochmal unsere Flughafensteuer (30 Soles). Wir wurden gewogen und unseren Flugzeugen zugeteilt. Es gibt unterschiedlich große Flugzeuge und wir haben extra ein kleines mit maximal 6 Personen gebucht. Die Agenturen versuchten uns mit sämtlichen Angeboten auch noch am Flughafen auf ein großes Flugzeug umzubuchen, da sie daran mehr Gewinn machen, aber wir bestanden auf unser kleines Flugzeug. Das ist mehr Abenteuer, wir haben mehr Kontakt zum Kapitän und alle Überredungsversuche, wie ein großes Flugzeug wackelt weniger, stimmen laut unserem Kapitän eh nicht. Am Flughafen mussten wir sogar durch einen Sicherheitscheck.

Dann starteten wir zu 5. mit unserem kleinen Flugzeug und 2 Kapitänen unser Abenteuer.

Es war so unbeschreiblich cool! Wir fuhren wirklich alle 12 Bilder der Nazca Linen ab, von beiden Seiten!

Also erst sah die rechte Seite das Bild, dann drehten wir nochmal und dann sah die linke Seite das Bild.

Jedes Mal wurde uns angekündigt wenn eine Figur erschien, denn manche waren echt schwer zu finden – obwohl sie eindeutig sind.

Aber entweder sind sie so groß, dass man erst einmal die Linien zu einem Ganzen zusammenfassen muss, oder sie sind so klein, dass man genauer hinschauen muss.

Ab der Hälfte wurde uns dann langsam unwohl, unsere Mägen fanden das Gekreisel um die Bilder nicht ganz so toll. Doch zum Glück hatten wir nichts gegessen, so mussten wir uns wenigstens nicht übergeben … .

Obwohl es ein komisches Gefühl war, haben wir die 35 Minuten Flug sehr genossen. Es war echt ein unvergessliches Erlebnis!

Zum Schluss unseres Fluges bestaunten wir noch die Aquädukte von Cantallock. Diese waren und teilweise sind für die hiesige Bevölkerung bei nur 3 Regenstunden im Jahr überlebenswichtig.

Unsere Landung war sanft und wir glücklich. Wir fuhren zurück zum Hostel und freuten uns über das Gesehene. Basti machte dann für 40 Soles noch eine Landtour zu den Aquädukten und Philipp und ich schauten uns die Stadt Nazca etwas an.

Die Stadt ist nicht ganz so groß, hat aber viele leckere Essensstände 😉 .

Am Abend trafen wir uns wieder, Philipp und Basti gingen nochmal ins Planetarium für 20 Soles und hörten sich etwas über das Universum und die Nazca Linien an. Als sie wieder kamen nahmen wir den Bus gegen 23:00 Uhr, wir fuhren über Nacht  weiter nach Arequipa.

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