Cameron Highlands

Für 40 Ringgit fuhren wir also mit dem Bus in 6 Stunden von Penang zu den Cameron Highlands. Die Cameron Highlands sind bekannt durch ihre weitläufigen Teeplantagen auf den Bergen der Gegend. Die Region ist ein beliebtes Postkartenmotiv und deshalb auch sehr beliebt bei den Touristen.

Die Einheimischen verbringen auch gern ihre freien Tage in den Cameron Highlands, denn hier herrschen etwas kühlere Temperaturen zur Abwechslung und es können wunderschöne Blumen, leckeres Obst und Gemüse und guter Tee frisch geerntet aus der Region erworben werden.

Wir siedelten uns 4 Nächte in der Stadt Tana Rata an, denn die Gegend bietet neben den Teeplantagen, Lavendelfarmen und Erdbeerselbstpflückstationen auch großartige Jungelwanderwege, welche abgelaufen und erkundet werden können. Das klang genau nach unserem Geschmack, denn durch das ständige Roller fahren sind wir ganz schön faul geworden und wir mussten uns endlich mal wieder richtig auspowern ? .

Unser Hostel Travellodge empfahl uns 3 Wege, die wir laufen konnten. Das war perfekt, denn wir hatten auch 3 volle Tage zur Verfügung. Hier erst einmal eine Karte der Wege und des Gebietes.


Die Wege sind glücklicherweise alle super ausgeschildert und man kann sich im Wald nicht wirklich verirren. Wer aber Maps.me hat, ist auf der sichersten Seite zwecks Orientierung ? .

An unserem ersten Tag, einen Sonntag, starteten wir mit Path 10, welcher dann in den neuen (auf der Karte noch nicht eingezeichneten) Path 6 mündet und durch eine Gemüsefarm führt und schließlich in der Cameron Bharat Teeplantage endet. Der Weg war ein Erlebnis pur! In 6 Stunden haben wir etliche Höhenmeter gemeistert, fleischfressende Pflanzen in der freien Natur gesehen (also die essen Fliegen und so), für uns neuartige Gemüsesorten entdeckt und schließlich wunderschöne Fotos in den Teeplantagen geschossen.

 

Der Path 10 geht komplett durch den Jungel, durch Felspalten, über Wurzeltreppen und endet schließlich auf dem Gipfel des Berges.

Dann geht es weiter zu Path 6, welcher zunächst gar nicht als Weg zu erkennen war.

Durch dichtes Gestrüpp bahnten wir uns dann unseren Weg. Irgendwann kamen wir an einen Abstieg, wo die komplette Strecke aus Lehm bestand und extrem steil war. Glücklicherweise hat hier schon jemand ein Seil gespannt, um sich daran abseilen zu können. Leider mussten wir uns sehr konzentrieren nicht hinzufallen, sodass wir gar keine Bilder gemacht haben ☹ . Ich bin übrigens 2 mal ausgerutscht :D. Am Ende des Matschweges gingen wir entlang an Gemüseanbauflächen, welche so steil am Hang lagen, dass wir uns nicht richtig vorstellen können, wie diese Sachen geerntet werden. Am Ende kamen wir dann durch ein kleines Dorf mitten irgendwo im Nirgendwo und danach kam die Teeplantage.

Hunderte Meter die Berge hinauf wuchs überall Tee.

Hier wird Schwarztee angebaut und geerntet, was eine mühselige Arbeit ist. Die Arbeiter in den Teeplantagen stammen oftmals aus Indien, Bangladesch oder Myanmar, da die Bezahlung so gering ist, dass kaum einer der Einheimischen diese verrichten möchte.

Für 1 kg Tee (frische Blätter) bekommt man 80 malaiische Cent, was etwa 16 Eurocent entspricht. Da der Tee aber nicht allein geerntet werden kann, muss der geringe Lohn noch untereinander aufgeteilt werden (2 ernten den Tee mit einer Schneidemaschine, 1 schafft den Sack voll Tee weg, 1 fährt alle Säcke weg). Wie das ganze dann aufgeteilt wird, wissen wir nicht so ganz.

Am Ende der Teeplantage gingen wir noch auf der Hauptstraße 4 km zurück nach Tana Rata und waren froh komplett entkräftet im Hostel anzukommen und duschen zu können.

An unserem nächsten Tag wollten wir eigentlich eine nicht ganz so anstrengende Strecke meistern.

Wir trafen unsere Freunde Laura und Marcus aus England wieder, mit denen wir schon zum Turtle Beach auf Penang liefen.

Gemeinsam nahmen wir uns den Weg über folgende Trails vor: 9 -> 8-> 3-> 2->  Sam Poh Temple. Wir starteten wie schon am Vortag um 8 Uhr am Morgen und freuten uns wieder auf etwas Bewegung.

Doch aus „nicht ganz so anstrengend“ wurde „viel anstrengender als gestern“ !

Es ging ständig bergauf, bergab, über Wurzeltreppen, die teilweise fast hüfthoch waren.

Es war so anstrengend, dass wir uns unendlich sehr freuten irgendwann an der Bergspitze anzukommen.

Doch das war´s noch lange nicht! Es ging weiter vorbei an Flüssen, umgefallenen Bäumen, pflanzengeformten Durchgängen durch den Jungel und vielem mehr.

Es war sehr anstrengend, aber auch wunderschön!

Das Ziel war ein buddhistischer Tempel, in dem wunderbare Töne einer Querflöte ertönten.

Der Tempel lag in Brinchang, von wo aus wir dann für 10 Ringgit mit dem Taxi wieder nach Hause in das Örtchen Tana Rata fuhren. Auch an diesem Tag waren wir knapp 5 Stunden unterwegs, was uns aber viiiiel anstrengender vorkam, als am Vortag. Gemessen daran was man sieht, würden wir auch den Trail vom Vortag empfehlen, denn die Cameron Highlands stehen ja für Teeplantagen und davon hatten wir an unserem 2. Tag keine gesehen.

Unser 3. Tag in den Cameron Highlands startete sehr früh am Morgen. Wir wollten den Sonnenaufgang in dem größten Anbaugebiet der Region sehen (im Norden auf der Karte) und versuchen ein paar tolle Aufnahmen zu bekommen. So wurden wir 6:00 Uhr mit dem Auto abgeholt, um pünktlich 7:00 Uhr den Sonnenaufgang bestaunen zu können. Doch erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir wurden nämlich 6:20 Uhr am Fuße des Berges herausgelassen und mussten in Windeseile 3 km den Berg hoch laufen. Zum Glück auf normaler Straße. Wir kamen pünktlich 6:55 Uhr an, brauchten also 35 Minuten zu Fuß bergauf und waren happy nichts verpasst zu haben.

So entstand das ein oder andere Bild und wir hatten ein paar wunderschöne Momente, um die Sonne beobachten zu können.

Gegen 9:30 Uhr verließen wir dann unseren schönen Aussichtspunkt und wanderten in die Teeplantage, zu einer Fabrik der Firma BOH.

Hier konnten wir den Teeverarbeitungsprozess in einer kleineren Fabrik beobachten und lernten, wie der Tee zu seinem Geschmack kommt.

 

Nach unserer kleinen Besichtigungstour ging es wieder den Berg hinab, dann wieder hinauf und dann wieder hinab, bis wir wieder an der Hauptstraße ankamen, wo wir heute früh rausgelassen wurden. Wir schlenderten an den Straßenständen vorbei und wurden dann von einer netten malaiischen Familie mit dem Auto mit zurück nach Tana Rata genommen. Wieder hieß es duschen, essen und entspannen ?.

Am 20.12.2017 führen wir dann für 35 Ringgit p.P. früh 8:00 Uhr mit dem Bus von den Cameron Highlands nach Malakka.

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