Hpa-An

Myanmar, bekannt durch die Stadt der 1000 Tempel. Einst noch regiert von einer Militärdiktatur, heute ein Land im Aufschwung.

Wir wollten auch das Land kennenlernen, welches seine Grenzen erst seit kurzem geöffnet hat. So entschieden wir uns am 31.10.2017 dazu am 11.11.2017 von Thailand nach Myanmar über die Landesgrenze zu Fuß zu gehen. Im Internet kann man ganz unkompliziert ein e-Visa beantragen. Das Visa kostet 50$ und die Bearbeitungsdauer war mehr als nur kurz. Nach 1,5 Stunden bekamen wir unser Visa via E-Mail. Die Aufregung stieg. Da Myanmar erst seit ein paar Jahren für den Tourismus zugänglich ist, existieren in diesem Land noch nicht so viele Hotels oder ähnliches. Und alles was es hier schon gibt, ist für Südostasien relativ teuer (ab 25 $ aufwärts) und schnell ausgebucht. Also buchten wir im Gegensatz zu unseren bisherigen Unterkünften unsere erste Unterkunft in Hpa-An schon 11 Tage im Voraus (sonst buchen wir 1 bis 2 Tage vorher oder vor Ort).

Der 11.11.2017 verlieft für uns dann so, dass wir in Sukhothai in den Bus nach Maesot einstiegen (172 Baht p. P.). In Maesot angekommen mussten wir noch 5 km weiter in Richtung Grenze kommen. Da wir nur noch 68 Baht getauschtes Geld hatten, wollte uns kein Taxi an der Busstation in Maesot zur Grenze fahren. Aber in der Nähe soll ein Bus abfahren, den sollten wir nehmen. Also liefen wir los zum Bus. Vorbei an einigen Werkstätten, Schneidereien, Supermärkten und vielem mehr. Plötzlich hielt ein komplett vollbeladenes Tuk Tuk neben uns an und der Mann fragte uns auf gebrochenem englisch: „Where do you go?“ Wir zögerten kurz und sagten dann: „To the boarder. We want to Myanmar.“ Der Mann sagte uns es soll 100 Baht für uns beide kosten. So viel hatten wir aber nicht. Wir zeigten ihm alles was wir noch hatten. Er nahm 60 Baht von den 68 Baht aus meiner Hand, faltete es zu einem Bündel, rief einen anderen Tuk Tuk Fahrer aus 10 Metern Entfernung, gab mir das Bündel Geld zurück, zeigte damit auf den Tuk Tuk Fahrer, den er rief und fuhr los. Wir liefen also zu dem anderen Tuk Tuk. Eigentlich weiß ich gar nicht, ob man hierzu überhaupt Tuk Tuk sagt. Denn genauer genommen waren es Motorräder, die vorne einen Wagen am Lenkrad dran geschweißt hatten. Also die Ladefläche ist sozusagen der verlängerte Lenker 😉 . Wir gaben dann dem Mann die 60 Baht. Er wollte dann noch 20 mehr, die wir aber leider nicht hatten. Wir zeigten ihm das leere Portmonee, er nahm noch die restlichen 8 Baht und sagte: „Okay“ . Wir stiegen auf, waren happy und mussten glücklicherweise nicht zur Grenze laufen 😉 . An der Grenze angekommen liefen wir noch 30 Meter bis zu dem ersten Häuschen mit der Aufschrift ´Depature´. Wir wurden an das Häuschen Nummer 4 geschickt, welches sich 10 Meter weiter in Richtung Myanmar befand. Hier wurden wir aus Thailand ausgestempelt, das wars. Es hat nicht mal 1 Minute gedauert. Ich bin mir nicht mal so sicher, ob mich die Grenzbeauftragte richtig angeschaut hat. Nun mussten wir etwa 5 Minuten zu Fuß über eine große Brücke gehen. Diese sah etwa aus wie eine Autobahnbrücke, was sie im Grunde genommen auch war. Denn sie verbindet den neu ausgebauten Highway von Thailand nach Myanmar. Noch vor ein paar Jahren bestand diese Straße noch nicht bzw. war sie nur einspurig. Da musste man darauf achten, wann man zur Grenze fährt. Denn an allen geraden Tagen konnte man von der Grenze zur ersten Grenzstadt Hpa-An fahren und an allen ungeraden Tagen konnte man von Hpa-An zur Grenze nach Thailand fahren. Für 2 Autos nebeneinander war nämlich kein Platz auf der Straße. Heute ist das aber alles einfacher. Nur auf der thailändischen Seite fährt man zwischen Sukhothai und Maesot ein ganzes Stück entlang einer Baustelle, die zeigt was hier für eine gute Verbindung zwischen den Ländern entstehen soll. So liefen wir also diese Brücke entlang. Rechts fuhren die Busse und Autos vorbei, die die Grenze überquerten. Uns entgegen kamen auch einige Burmesen und Thais. Wir befanden uns 5 Minuten in keinem Land. Irgendwie war das ein komisches Gefühl. Eine ganz besondere Situation für uns. Am anderen Ende der Brücke wurden wir dann sehr freundlich begrüßt. Wir füllten den Immigrationszettel aus, gingen in ein Häuschen zum Einstempeln und das wars. Das wars!? Ja das wars. Wir wurden nicht nach der geplanten Weiterreise gefragt, nicht wann wir das Land verlassen wollen und mussten auch nicht ewig warten. Als wir uns in Myanmar registrierten, lief hinter uns Star Wars und die ganze Atmosphäre war nicht wie zwischen Grenzbeamten und Touristen, sondern eher wie zwischen Freunden. Alles sehr entspannt und einfach. In Myanmar registriert befanden wir uns direkt auf dem Boden der Grenzstadt Myawaddy. Von dort aus mussten wir nun noch 4,5 Stunden bis nach Hpa-An fahren. Das war ganz einfach. Denn direkt neben den Grenzhäusern hatte ´Mr. Beauty´sein Haus. So nannte sich der Burmese, der uns eine Fahrt für 10.000 Kyat pro Person organisierte. 1 € sind derzeit 1.590 Kyat. Also fuhren wir zusammen für etwa 12,50 € die 4,5 stündige Strecke. Und der Hammer war, wir hatten eine Art Privattaxi, denn außer uns fuhr keiner weiter mit. Das Auto war sehr bequem, mit Klimaanlage, sauber und bot genügend Platz. Ich würde sagen – Glücksfall 😉 !
Noch immer ärgern wir uns, dass wir den Grenzübergang nicht gefilmt haben, denn das war ein unglaublich tolles Erlebnis. Aber vielleicht will es ja der ein oder andere von euch selbst erleben und sich überraschen lassen was kommt 😉 .

Angekommen in Hpa-An wurden wir im Hotel Soe Brother Guest House 2 sehr nett begrüßt. Einer machte uns die Türe auf, einer nahm das Gepäck, beim dritten checkten wir ein. Das Hotel ist gut, man kann hier drinnen gut verweilen, das Frühstück ist ausbaufähig. Für 30 $ die Nacht hätten wir gern mehr gehabt, aber das kann man hier leider nicht erwarten, denn Hotels für 30 $ sind eher welche der unteren Mittelklasse. Viel günstiger bekommt man keine Unterkünfte. Wir haben aber gesehen, dass einige Hotels gerade hier entstehen, oder auch schon bezugsfertig sind, aber noch nicht im Internet stehen. Bei einem fragten wir an, das wäre auch günstiger als unseres. Wir überlegen jetzt auch unsere Hotels künftig nicht mehr vorzubuchen sondern ohne Unterkunft in die Städte zu fahren und zu schauen was uns erwartet. Denn etwas günstigere Unterkünfte bekommt man wenn nur vor Ort. Aber wir werden sehen, wir werden berichten, wenn wir den spontanen Versuch wagen 😉 … .

An unserem Anreisetag haben wir nicht mehr viel gemacht. Immerhin war es schon etwa 19:30 Uhr als wir im Hotel ankamen. Es ging nur noch schnell essen und das wars.

An unserem ersten richtigen Tag in Hpa-An liehen wir uns gleich einen Motorroller für 8.000 Kyat aus.

Damit fuhren wir an unserem ersten Tag zur Kyauk Ka Lap. Dies ist eine Pagode auf einem Felsen, welche in goldener Farbe mächtig über die Umgebung ragt. Es ist ein beliebter Ort für viele Pilger und auch uns zog der Ort in seinen Bann.

Danach fuhren wir weiter zur Saddan Cave.

Unsere erste Höhle in Myanmar, die uns sogleich umhaute. Man zahlt am Eingang eine freiwillige Spende in Höhe von 1.000 Kyat p. P., die aber auch erwartet wird. Im Gegenzug erhält man eine schwarze Paste, was eine Medizin ist, die gegen alles helfen soll. Angefertigt wurde dies wahrscheinlich von den hier lebenden Mönchen. Schon die ersten Schritte in der Höhle hauen einen vom Hocker! Es ist eine riesige Tropfsteinhöhle, mitten in einem Berg, in der überall Buddhastatuen aufgestellt wurden.

An den Wänden, auf Erhöhungen, mitten im Weg, überall wurden Statuen aufgebaut. Die Höhle ist so gewaltig groß und jeder kann hier nach Belieben frei herumlaufen. Es ist der Wahnsinn! Wir waren überwältigt von der Schönheit und der Größe. Am Ende der Höhle sind ein paar an der Decke hängende Fledermäuse zu beobachten. Normalerweise ist das ja nicht so mein Ding, aber die waren weit genug entfernt. Ein bisschen riecht es streng von den Fledermäusen, aber der Geruch vergeht. Wir liefen durch die ganze Höhle durch und waren bestimmt 1 Stunde hier verborgen. Kurz vor dem Ausgang kam schon etwas Licht in die Höhle, wo gern Fotos gemacht werden.

Nachdem wir den Ausgang erreichten, kamen wir an einen kleinen See, an dem Boote auf uns warteten, um uns zurück an den Eingang der Höhle zu fahren.

Zuvor aber ließen wir diese Boote rechts von uns liegen, liefen über eine kleine Brücke über Reisfelder und kamen zu noch einer Höhle. Diese wurde uns von einem Burmesen am Eingang der Saddan Höhle empfohlen. Auch diese Höhle gefiel uns sehr.

Sie war nicht ganz so groß, wie die Saddan Höhle, aber genauso schön geschmückt. Aber hier war es sehr gut, dass wir eine Taschenlampe dabei hatten.
Nachdem wir dann auch in dieser Höhle waren, gingen wir zurück zu den Booten und kauften uns jeder ein Ticket. Dies kostet für Ausländer 1.500 Kyat und ist echt ein mega großes Erlebnis!

Bereits beim Einsteigen denkt man das Boot kippt gleich um. Dann sitzt man da mindestens zu 5. und fährt nochmal durch den Berg hindurch, also wieder wie durch eine Höhle.

Ist der Wasserstand zu hoch, verkehren die Boote hier auch nicht, weil sie nicht unter dem Berg hindurchfahren können. Wir hatten Glück!

Danach fährt man an Reisfeldern entlang, an kleinen Seen mit wunderschönen blauen Blumen und kommt schließlich nach etwa 8 Minuten Bootfahrt an der anderen Seite des Berges wieder an.

Dort kann man sich ein paar der blauen Blumen von Kindern gegen ein kleines Taschengeld abkaufen.

Nach etwa 300 m Fußweg steht man dann auch wieder auf dem Parkplatz, wo die Roller und Busse stehen. Wir genossen den Ausflug so sehr, dass wir auch gern nochmal herkommen würden.

Den Abschluss des Tages hatten wir in der Kaw Ka Taung Cave und dem daneben liegenden Naturswimmingpool.

Die Höhle ist ebenso sehr schön, ebenso groß und auch diese hat ihre einmaligen Besonderheiten.

Von der Höhle zu dem Swimmingpool sind unzählig viele Buddhastatuen aufgereiht, welche uns den Weg zeigten.

Und hier an der Badestelle verspürten wir Urlaubsfeeling pur.

Die Leute lachten, badeten, hatten Spaß und tobten ausgelassen. Es war sehr schön dem regen Treiben bei einem Tealeave Salat zuzuschauen und ein kühles Bier zu genießen. Wir fühlten uns direkt am ersten Tag willkommen und sehr wohl in Myanmar! Nach etwa 1 Stunde Entspannung fuhren wir zurück zu unserem Hotel, vorbei an vielen Tieren, Reisfeldern und grüßenden Leuten.

Was für ein toller Tag!

 

Unser zweiter Tag in Hpa-An war ein reiner Höhlen-Tag. Doch hier brauche ich gar nicht so viel zu schreiben, denn wir haben wieder ein tolles Video für euch. Dies könnt ihr euch hier auf YouTube anschauen.

 

Ansonsten verrate ich euch hier nur kurz, dass wir in der Bayen Nyi Cave waren, in der Nathaypyan Cave, in der Kawgun Cave und in der berühmten Bad Cave.

Die 1. Bayen Nyi Cave bot zu Beginn einen liegenden Buddha und nach einer schmalen Felsdurchquerung ein paar goldene Buddhas als Pilgerort.

Die 2. Nathaypyan Cave war schön, bot uns einen wunderbaren Ausblick und strahlte viel Ruhe aus.

Sie ist wahrscheinlich wegen ihres Ausblicks so beliebt. Lustigerweise waren aber auch wir ein beliebtes Fotomotiv.

Die 3. Kawgun Cave kostete 3.000 Kyat p. P. . Sie war etwas klein, aber hatte unendlich viele Buddhas an den Wänden.

Die Figuren waren aus Zement oder ähnlichem gefertigt, verziert, bemalt und an den Wänden befestigt. Es sah beeindruckend aus, welch liebevolle Handarbeit hier angewandt wurde. Nicht wundern, den Eintritt müssen nur Ausländer bezahlen, aber die Einheimischen spenden ohne Aufforderung in der Höhle so viel, dass ein Eintrittsgeld von ihnen nicht verlangt werden muss. Denn ein Sprichwort, welches wir hier voll und ganz bestätigen können sagt: “ Gib einem Burmesen 100 € und er spendet 90 € davon“. Und das können wir voll und ganz bestätigen.

Unsere letzte und 4. Höhle war dann die Bad Cave, welche voll bewohnt von Fledermäusen ist. Aber hier geht man nicht rein, sondern wartet kurz vor 18:00 Uhr vor dem Eingang, um den Fledermäusen beim Ausschwärmen zuzuschauen.

Ein heiden Erlebnis, welches man hier auf jeden Fall gesehen haben muss.

Aber seht selbst, wir haben euch alles auf Video aufbereitet 😉 !

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