Ngapali Beach

Der Ngapali Beach – der angeblich schönste Strand Myanmars und Motiv für viele Postkarten. Ist der Strand wirklich so einzigartig, der Sand so fein und das Wasser so klar?

Gern wollten wir uns davon selbst überzeugen und diesem Traumstrand einen Besuch abstatten. In Myanmar gibt es den Ngapali Beach (der teuerste und touristischste Strand, der aber auch der schönste sein soll), den Ngwesaung Beach (auch touristisch, angeblich nicht ganz so teuer) und den Chaungtha Beach (eher für Einheimische geeignet). Ebenso gibt es noch seit kurzem auch für den Tourismus geöffnet ein paar Inseln im Süden des Landes, welche verblüffend schön, einsam und noch ein Geheimtipp sein sollen. Da wir aber nach dem Strand nach Mrauk U weiter wollten, hatte der Ngapali Beach die praktischste Lage und so steuerten wir diesen Strand an. 15 Stunden ging es nun mit dem Nachtbus hier her, gequält von lauter burmesischen Volksmusik, einer eisigen Kälte im Bus durch die Klimaanlage und ständig in Plastiktüten spuckende Burmesen, versuchten wir in dieser Nacht wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. Doch bei mir kündigte sich schon eine Grippe an und auch Philipp fand nicht wirklich Ruhe. Nun gut, das können wir ja alles am Strand nachholen – dachten wir noch … .

Die Fahrt war übrigens ganz interessant, denn wir sahen, wie hier die Straßen geteert werden (große Metallfässer werden aufgeschnitten und über ein Erdloch, in dem Feuer gemacht wird, erhitzt, sodass der Teer flüssig wird), wie die Menschen in Wohnungen fern von anderen Orten wohnen und wirtschaften und wie der traditionelle Landbau mittels Ochsen funktioniert.

Auch recht interessant fanden wir, wie die Fische hier getrocknet und haltbar gemacht werden.

Am Strand gegen 7:30 Uhr am Morgen angekommen suchten wir uns ein Hotel vor Ort. Natürlich belasen wir uns zuvor im Internet welche Guesthouses es gab, aber die waren alle relativ teuer oder wirklich nicht schön. Wir entschieden uns es mal spontan zu probieren und vor Ort am Strand zu schauen, ob wir ein akzeptables Hostel zu einem akzeptablen Preis bekommen. Ich war nach der Fahrt komplett fertig, hatte innerhalb der wenigen Stunden totale Grippe bekommen und konnte kaum noch reden. Das ging so fix, dass es mich dahingeschmissen hat, das hatte ich zuvor noch nie. Da wir nach den ersten Anlaufstellen stets abgewiesen wurden, da die Häuser keine Lizenzen hatten Ausländer zu beherbergen, entschieden wir uns dazu, dass ich auf die Sachen aufpasste und Philipp mit noch einem Touristen eine Unterkunft für uns suchte. Das war auch für die beiden um einiges angenehmer, denn ständig mindestens 15 kg Gepäck mit sich rumschleppen zu müssen ist auf Dauer auch nicht so toll… . Nach etwas Suchen fanden die beiden etwas einfaches, relativ sauberes für 20.000 Kyat pro Nacht für 2 Personen. Also ein recht günstiges Zimmer, mit aber auch entsprechend schlichter „Einrichtung“ und geringfügig englisch sprechender „Rezeption“ und natürlich keinem WLAN. Aber macht nichts dachten wir, wir wollen ja eh am Strand entspannen und versuchen, dass ich nicht noch kränker werde.

Wir verbrachten also einen schönen Tag am Strand.

Er beherbergt wirklich diesen feinen Sand, das klare Wasser und einfach genug Platz, um allein und ungestört die Seele baumeln zu lassen 😉 !

Wir konnten den Fischern beim Einholen der Beute zuschauen, beim Werben um die besten Restaurants mit dem frisch gefangenen Fisch und einfach nur alles entspannt beobachten.

Die Leute waren nett, nicht aufdringlich und aufgeschlossen. Wenn man hier überhaupt von vielen Leuten reden kann. Wir sahen den ganzen Tag nicht mehr als 50 verschiedene Personen – also wirklich absolute Ruhe 😉 .

Doch leider ging es mir am Abend noch nicht wirklich besser. Wir haben uns dann um einen Arzt am Strand bzw. in der Stadt kümmern wollen. Die Leute meinten es ist schade so etwas über ihr Land sagen zu müssen, aber man soll lieber zu der 15 Stunden entfernten Stadt Yangon fahren oder fliegen, weil hier gibt es leider keine gute ärztliche Versorgung in der Stadt. Noch besser wäre es aber wenn wir direkt in ein anderes Land fliegen… . Z.B. machen viele nach Bangkok bei Problemen, da die Kliniken dort gut ausgestattet sind. Ok wir wollten alles am nächsten Tag entscheiden, vielleicht ist es ja nur eine normale Grippe. Als ich dann 24:00 Uhr nochmal aufwachte und auf Toilette wollte, brannten meine Knie und Handgelenke wie Feuer, waren extrem heiß und hatte wie so Bläschen gebildet. Der Shock war zunächst groß! Wir wussten überhaupt nicht wie wir reagieren sollten – sofort Sachen packen und los? Bis morgen warten und dann wird es aber vielleicht noch schlimmer? Es war nicht ganz leicht ruhig zu bleiben, wir wussten ja nicht gleich was es war. Wir gingen erst einmal in das Hotel nebenan und fragten, ob wir deren Internet nutzen dürfen, da es sich um einen Notfall handle. Weder von unserer noch von dieser Unterkunft hat jemand die Bläschen auf meiner Haut schon mal gesehen. Wir belasen uns im Doktor-Internet und haben herausbekommen, dass es Quaddeln auf der Haut waren. Diese können vielerlei Ursprung haben, sind aber eigentlich nicht ganz so schlimm. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns aber doch das Land schnellstmöglich zu verlassen und mich mal richtig durchchecken zu lassen. Es war immerhin die 3. Reaktion meines Körpers in 6 Tagen und Philipp hatte ja auch zwischendurch Magenprobleme. Also nahmen wir am nächsten Morgen gleich den ersten Bus über 15 Stunden zurück nach Yangon und wählten am Flughafen das Ziel aus, was preislich okay war und eine gute klinische Versorgung bieten sollte. Da kamen wir auf Malaysia. Wir buchten das, schliefen noch eine Nacht am Flughafen und am nächsten Tag ging es schon los.

Nach 11 Tagen war Myanmar also abgeschlossen. Sehr schade, denn die Leute waren sehr nett und die Natur sowie Sehenswürdigkeiten absolut toll. Die Highlights Mrauk U, Bagan und Mandalay sollten ja auch erst noch auf uns warten. Mit den hygienischen Bedingungen, der ärztlichen Versorgung und dem Müllproblem haben die Burmesen künftig noch große Etappen vor sich, die sie noch etwas besser in den Griff bekommen sollten. Denn dies ist nicht nur für Touristen ein Problem, sondern geht leider vor allem zu Lasten der Lebensqualität der Einheimischen. Auch wenn sie unter diesen Umständen aufgewachsen sind, hat uns eine Hostelbesitzerin verraten, dass diese Dinge auch sie stark belasten und einschränken. Sie wünscht sich mehr Aufklärung in ihrem Land, sodass alle besser und gesünder leben können und sich Myanmar noch besser entwickeln kann. Natürlich wäre das ganze ein Fluch und ein Segen zugleich. Denn während sich alles mehr entwickelt, gehen auch traditionelle Methoden im Landbau oder Im Handwerk verloren. Das herzliche Miteinander der Menschen hier würde sich verändern und vermutlich würden monetäre Mittel an Bedeutung gewinnen. Doch ob diese Veränderung das Land dann glücklicher macht, steht auch wieder in Frage. Doch dies ist einfach mal zur Anregung in den Raum geworfen, darüber kann sich ja jeder selbst noch seine Meinung bilden 😉 !

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