Apo Island

 

In Sagada entschieden wir uns nach Banaue bzw. Batad nach Apo Island zu fahren, einer kleinen Insel, die zu der Hauptinsel Negros Oriental gehört. Nach Apo Island zu kommen ist nicht ganz so einfach. Wir konnten entweder eine Fähre über Nacht von Manila nach Dumaguete nehmen, oder einen Flug. Wir entschieden uns für den Flug. Deshalb mussten wir, nachdem wir die Reisterrassen in Banaue und Badat sahen, wieder mit dem Codaliner Bus zurück nach Manila, und vom Busbahnhof zum Flughafen fahren. Es war mitten in der Nacht, also nahmen wir in Manila lieber das Taxi. Nach etwa 1,5 Stunden Flug kamen wir in Dumaguete an und mussten nun irgendwie nach Malatapay, um dort die Fähre nach Apo Island zu nehmen. Nach Malatapay kommt man von Dumaguete aus für weniger als 50 Cent p. P. per Bus. Vorher muss man aber mit dem Bus zur Busstation von Dumaguete fahren. Also hier nochmal n Kurzform:
Banaue -> per Codaliner Bus nach Manila Busbahnhof -> per Taxi zum Flughafen -> per Flugzeug nach Dumaguete Flughafen -> per Bus zum Dumaguete Busbahnhof -> per Bus nach Malatapay Ferrystation -> per Fähre nach Apo Island

So, da seht ihr mal, wie es uns geht wenn wir unsere Weiterreise planen… ? .

Am Abfahrtsort für die Fähren angekommen wurden wir gleich freundlich empfangen und uns wurde ein Boot für 300 Pesus p. P. angeboten. Das ist der übliche Preis und wir freuten uns, dass alles so gut klappte. Wir warteten noch kurz bis wir 6 Fahrgäste waren, aßen ein Eis für 5 Pesus zum Zeitvertreib und starteten dann auch mit unserem Abenteuer in Richtung Apo Island. Unser Gepäck wurde in eine Lucke in den Schiffsbauch gestapelt und wir hofften, dass es dort wasserdicht sei. Wir jedenfalls wurden auf dem kleinen Boot komplett nass ? .

In Apo Island angekommen wurden wir sogleich freundlich von unserer Gastgeberin begrüßt. Die Insel sah jetzt schon traumhaft aus und wir waren gespannt was uns alles erwarten sollte.

Als erstes wurden wir in ein Büro geführt, in welchen alle Inselbesucher eine Tourismusabgabe leisten müssen, die dann für Umweltmaßnahmen auf der Insel eingesetzt wird. Also hier ist es genauso wie in Sagada und in Banaue. Danach wurden wir zu unserer Unterkunft, Mario´s Homestay, gebracht. Wir fühlten uns sofort wohl! Es sah so idyllisch und familiär aus. Noch waren wir uns aber nicht sicher wie lange wir bleiben wollten, entweder 2 oder 3 Nächte. Wir bekamen eine kleine Einweisung und dann wurde unser Gepäck auf das Zimmer gebracht. Da es schon etwas später war, entschieden wir uns nur noch an den Strand zu gehen und die Gegend zu erkunden. Und vielleicht haben wir ja Glück und können sogar eine der berühmten Riesenschildkröten am Strand entdecken. Denn dafür ist die Insel nämlich bekannt. Die Schildkröten tummeln sich hier am Strand herum und fressen ganz entspannt Algen. Sie lassen sich von den 100 bis 200 Tagestouristen auf der Insel nicht stören, da es extra Schnorchelguides gibt, die die Touristen beaufsichtigen, damit die Tiere nicht angefasst oder gar geritten werden. Es gab nämlich schon einige Touristen aus China, die wollten sich leider auf die Schildkröten drauf setzen und diese reiten ☹ . Wir lagen also am Strand und gingen dann etwas im Wasser plantschen. Und tadaaaaa – eine riesen große Schildkröte! Ohne dass wir danach suchen mussten.

Sie schwamm ganz entspannt mit einer Seelenruhe durchs Wasser und fraß hier und da ein paar Algen. Wir waren so happy als wir das Wunder entdeckten!

Als die Dämmerung einkehrte, gingen wir glücklich über das Gesehene die 5 Minuten zurück zu unserem Homestay und berichteten von unserem Erlebnis. Es gab ein leckeres Abendessen, zu jeder Mahlzeit konnten wir zwischen 4 bis 6 Gerichten wählen, und plauderten mit den anderen Gästen. Wir waren übrigens überrascht über die günstigen Essenspreise. Für 100 Pesus gab es Frühstück und für 150 bis 200 Pesus Mittag oder Abendessen. Und das Essen war ausgesprochen lecker! Wir hatten gelesen hier auf der Insel soll es total überteuert sein, aber das können wir überhaupt nicht bestätigen. Es ist manchmal etwas teurer als ein paar Straßenstände, aber dafür hat man hier auch eine Bedienung, eine tolle Umgebung und wirklich immer perfektes Essen ? . Philipp entschied sich am Abend noch für den morgigen Tag 2 Tauchgänge zu buchen und freute sich schon endlich wieder tauchen zu können. Die Spannung stieg. Wir gingen in unser wirklich großes Zimmer für 600 Pesus pro Nacht und freuten uns auf den morgigen Tag.

Der nächste Tag startete für uns schon früh um 7:00 Uhr. Wir frühstückten und 8:00 Uhr sollte es zum Tauchen gehen. Philipp suchte sich den größten Taucheranzug aus, bekam Schuhe fast in seiner Größe und war geladen mit Vorfreude. Ich holte mir eine Taucherbrille und einen Schnorchel und begleitete die Taucherbande mit auf dem Boot. Wir mussten nicht weit raus fahren, die ganzen Tauchspots liegen genau um die Insel herum.

Philipp ging schließlich tauchen und ich ging schnorcheln. Mit mir kam sogar noch einer schnorcheln, sodass ich einen Schnorchel-Buddy hatte ? . Es war der Wahnsinn! Wir sahen so viele wunderschöne Fische und Korallen.

Das Wasser hatte eine Sichtweite von 30 Metern. Ebenso ein paar Schildkröten konnten wir in den Tiefen entdecken. Nach etwa 45 Minuten kamen wir alle geflasht von den Eindrücken zurück aufs Boot. Wir fuhren zurück zum Festland und liefen 2 Minuten zu Mario´s Homestay. In 1 Stunde sollte das ganze nochmal von vorne los gehen, Philipp wollte ja 2 Tauchgänge machen. Auch der 2. Tauchgang war wundervoll! Es war beeindruckend was die Unterwasserwelt alles zu bieten hat.

Auch hier konnte wieder 45 Minuten getaucht und geschnorchelt werden und dann hieß es: untereinander austauschen was wir gesehen haben.

An dem restlichen Tag liefen wir etwas durch das kleine Inseldorf.

Hier leben 1000 Einwohner auf einem recht kleinen Raum, was dem Örtchen seinen Charme vermittelt.

Alles liegt nahe beieinander und ist fußläufig in maximal 15 Minuten zu erreichen. Hier gibt es keine Autos, keine Roller, keine Fahrräder. Alles wird auf kleinen Holzkarren mit Holzrädern durch die Gegend gefahren.

Wir beobachteten die Bewohner und ihr Leben. Alle die wir sahen, sahen glücklich aus und grüßten uns stets freundlich. Die einen reparierten ihr Boot, die anderen spielten mit den Kindern.

Ein beliebtes Spiel der Kinder hier ist es übrigens kleine selbstgebastelte Boote aus Styropor und Spielkarten auf dem Meer um die Wette fahren zu lassen.

Am Abend gönnten wir uns einen Mangocolada in der Inselbar und genossen den Sonnenuntergang.

Ich kann gar nicht aufhören davon zu schreiben, was wir alles gesehen haben. Eigentlich ist das hier ein ganz simples Leben, aber irgendwie gibt es doch so viel zu entdecken. Als es 18:00 Uhr wurde, ging die Beleuchtung der Bar an, denn Strom gibt es auf der Insel nur zwischen 18:00 – 22:00 Uhr. Das war für uns immer ein gutes Signal, dass wir uns langsam zum Homestay aufmachen können, denn 18:30 Uhr gab es Abendessen. Beim Abendessen entschieden wir uns nicht nur 2 Nächte sondern 3 zu bleiben. Wir hatten auch Glück, es war ein Zimmer frei. Für die 3. Nacht müssen wir dann aber umziehen, es ist nämlich nur noch ein Zimmer für 800 statt für 600 Pesus frei – man sieht, das Homestay ist begehrt.

Unser folgender Tag sah ähnlich wie der vorherige Tag aus. Tauchen, Schildkröten sehen, das Dorfleben genießen und relaxen. Als Philipp Tauchen ging, schaute ich heute bei den Inselbewohnern genauer hin. Heute wurde beispielsweise ein Schwein gebraten, was man Lechon nennt. Das Schwein wird hier komplett verarbeitet. Erst werden die Borsten mit Rasierklingen und heißem Wasser entfernt, dann wird es mit Gemüse und Gewürzen gestopft und für 2 – 3 Stunden schön saftig an einem Bambusstab gegrillt.

Das Schwein war für einen Geburtstag. Und für den Inselfeiertag im April stehen schon wieder neue Schweinchen bereit. Bis dahin werden die noch schön fett gefüttert ? .

Außerdem habe ich mir die High School und ein Basketballspiel angeschaut.

An sportlichen Aktivitäten mangelt es hier jedenfalls nicht.

Jeden Tag wird Basketball gespielt, getanzt oder die Jungs üben Saltos am Strand.

Es gibt immer etwas zu tun und es wird nie langweilig. Ebenso konnte ich auch die nicht so einfachen Seiten des Insellebens kennenlernen. Gewaschen wird per Hand und heißes Wasser gibt es dafür nicht. Die Anziehsachen werden so nicht 100 prozentig sauber und sind oft auch mit Löchern versehen.

Es gibt halt nicht alles einfach so auf der Insel zu kaufen und oft reicht das Geld nicht um so oft auf das Festland zu fahren und sich etwas Neues zu kaufen. Doch die Bewohner lieben ihre Insel und sie lieben ihr Leben. Ich habe Mario von unserem Homestay gefragt, ob es etwas gibt was die Bewohner sich sehnlichst wünschen oder was sie vermissen und er meinte: „Nein, jetzt nicht mehr. Wir haben sauberes Wasser, Strom für ein paar Stunden und nehmen etwas Geld durch die Touristen ein“. Dennoch sind sie sehr behutsam was ihre Insel angeht.

Jeder Tourist muss sich registrieren, geschnorchelt wird nur mit Guide und jeden Montag ist Reinigungstag. Alle Männer sind hier in 7 Gruppen eingeteilt und müssen 2 mal pro Woche Schnorchelguidedienst verrichten. Jeden Montag müssen die zugeteilten Guides dann sämtlichen Müll aus dem Meer fischen, denn hier wird leider auch einiges angespült. Ein paar eingeteilte Frauen säubern dann den Strand und räumen den Müll weg. So ist der Strand immer relativ sauber und die Tiere fressen nicht ganz so viel Müll. Denn die Schildkröten beispielsweise ernähren sich von Algen und essen liebend gern Quallen. Plastebeutel sehen dann oft wie Quallen im Wasser aus und die Schildröten fressen die Beutel.

Auf meiner Inseltour habe ich auch ein paar Fischer beobachtet. Hier gehen viele Männer noch mit einer Harpune fischen und freuen sich über jeden einzelnen Fisch der gefangen wird. Auch kommen Fischnetze zum Einsatz, aber nur begrenzt. Denn alles was gefangen wird dient nur dem Bedarf auf der Insel. Auf das Festland wird von hier aus nichts verkauft.

Während meiner Erkundungstour machte Philipp wieder die Unterwasserwelt unsicher. Er entdeckte auch dieses Mal wunderschöne Korallen, Krabben und Fische.

Sie waren diesmal bei dem Tauchspot Largahan und dort steigen die ganze Zeit vulkanische Gase auf.

Besonders toll sahen auch diese bunten Wassertiere aus, wovon wir leider nicht wissen was es ist.

Auf jeden Fall konnte Philipp hier auch wieder echt viel entdecken und er hatte einigen Spaß dabei.

Denn bei jedem Tauchgang lernte er etwas neues dazu.

Als Neuling im Tauchsport ist es nicht immer einfach mit dem Luftverbrauch, der Balance und der Orientierung.

Als er wieder zurück kam, machten wir wieder einen kleinen Spaziergang, genossen einen Coctail, aßen etwas und entspannten.

Unser nächster Tag sollte mit einer kleinen Wanderung zu dem View Point bei den Rocks starten.

Eigentlich ist das alles gar nicht weit weg, aber der Weg ist dennoch ganz schön steil.

Dafür konnten wir oben angekommen eine wunderschöne Aussicht genießen.

Philipp nutzte die Gelegenheit der wundervollen Aussicht und ließ seine Drohne fliegen. Die entstandenen Fotos waren der Wahnsinn!

Das Wasser war so schön blau, die Insel erstrahlt in einem grün und irgendwo vorne an dem kleinen Zipfel standen wir.

Das Dörfchen ist so klein, da sieht man richtig gut auf welchem engen Raum die Leute hier glücklich zusammen leben. Unser Rückweg war nicht ganz so einfach, wir kletterten ein paar Felsen herunter und am Strand entlang. Doch der Strand war nicht aus Sand sondern aus großen Felsen, was nicht so einfach zu bewerkstelligen war.

Am Nachmittag gingen wir nochmal schnorcheln.

Auch diesmal hatten wir wieder Glück und machten sogar ein paar wunderschöne Fotos mit den Schildkröten.

Wir entdeckten so viele Schildis, das war so toll! Man kann wirklich ganz nah ran schwimmen und die Tiere lassen sich nicht stören. Ab und an grinsen sie sogar in die Kamera ? .

Am Abend überlegte Philipp dann seine neue Tauchstufe, seinen Advanced Open Water zu machen. Dafür müssten wir aber länger auf der Insel bleiben. Die Entscheidung ist schnell gefallen, wir blieben länger und Philipp macht sein nächstes Level. Wir konnten sogar nochmal 3 Nächte für nur 500 Pesus pro Nacht hier schlafen, was aber dann ein recht kleines Zimmer war, aber vollkommen ausreichend. Hauptsache wir konnten länger bleiben … .

 

Unsere folgenden Tage sahen ähnlich wie die vorherigen aus. Tauchen, schnorcheln, Insel begutachten. Am Abend gab es ab und an ein Bier, aber natürlich aus Philippinischen 1-Liter-Flaschen ? .

So vergingen unsere Tage wie im Flug. Wir hatten jeden Tag etwas anderes zu tun, entdeckten jeden Tag etwas Neues und waren glücklich mit dem Wenigen was wir hier hatten. Das hat uns wieder einmal gezeigt man braucht nicht viel um Glücklich zu sein! Leider konnten wir aber nicht unsere ganzen 30 Tage in den Philippinen hier verbringen. Wir mussten ja auch noch mehr von dem Land entdecken. So hieß es nach 6 Nächten Abschied nehmen. An unserem letzte Abend aber überraschte uns Mario noch mit einem wundervollen Ausblick von seiner Dachterrasse.

Es war der Wahnsinn! Wir sahen den Sonnenuntergang und jede Minute konnten wir ein neues Farbenspiel sehen. Die Fotos die entstanden sind, sehen so stark bearbeitet aus! Das sieht echt unreal aus, aber genau so erstrahlte der klare Himmel über dem Meer.

Wir waren überwältigt und ab diesem Tag stand für uns endgültig fest – wir wollen definitiv wieder kommen!

Danke an die vielen lieben Bewohner von Apo Island, ihr habt uns einen so tollen Aufenthalt beschert und danke an Mario und seiner Crew für die tolle Unterkunft! Besonders Marios Schwägerin Glaiza hat sich für uns ins Zeug gelegt, damit wir unvergessliche Zeit haben und alles erleben konnten, was wir wollten.

Wir kommen wieder, keine Frage !!! ?

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