Chau Doc

 

Am 05.01.2018 fuhren wir dann für 140.000 Dong p. P. mit dem Bus von HCMC nach Chau Doc. Wir hatten unseren eigenen Schlafbus, indem jeder seine eigene Liegefläche hat. nur für Philipp ist die „etwas“ kurz geraten :D.

Chau Doc liegt im Südwesten Vietnams, an der Grenze zu Kambodscha. Das Örtchen ist touristisch nicht so stark besucht, da die Anreise im Vergleich zu anderen Orten im Mekongdelta länger dauert und die Stadt nicht ganz so groß ist. Für uns war es aber genau das Richtige. Denn wenn es nicht so touristisch besucht ist, können wir mehr traditionelle Momente aus dem Leben der Einheimischen erhaschen. Wir hatten ein einfaches Hostel für etwa 6 € pro Nacht für das Doppelzimmer. Die Dame an der Rezeption sprach gebrochenes Englisch und genau das war auch wieder ein besonderer Reiz für uns. Wir versuchten uns dennoch irgendwie mit ihr zu unterhalten, mit ihr zu lachen und Informationen über die Gegend zu bekommen. Es klappte wieder einmal ganz gut. Irgendwie geht das immer. Man muss zwar etwas mehr Zeit einplanen, aber das geht schon und am Ende freut man sich umso mehr über die erfolgreichen Gespräche ? .

An unserem Anreisetag liehen wir uns sogleich für die letzten paar Stunden vom Tag einen Motorroller aus. Damit fuhren wir etwas durch die Stadt, besuchten eine Touristenführerin und sahen schließlich den Sonnenuntergang vom heiligen Sam Berg aus. Die Touristenführerin Ms. Sun war aber leider nicht zu Hause. Ihre Nachbarin allerdings bemerkte uns, rief sofort Ms. Sun an und gab uns das Telefon. Ms. Sun gab uns ein paar Tipps für Chau Doc, erklärte uns, dass sie selbst nicht da sei wir aber die Tour auch allein machen könnten. Ihre Nachbarin versorgte uns während des Gespräches äußerst gastfreundlich mit Papaya und Fanta. Sie ließ von Ms. Sun übersetzen: „ Wir sahen so nett aus, da wollte sie uns gern einladen!“ Es ist so schön wie gastfreundlich die Leute doch sind! Sie haben nicht viel und teilen dies noch – eine Einstellung, die mehr als nur löblich ist! Nach dem Telefonat mit Ms. Sun waren wir also bestens informiert und konnten weiter fahren, direkt auf den etwas außerhalb liegenden Sam Berg. Jährlich pilgern auf diesen heiligen Berg mehr als 2 Millionen Menschen. Auf dem ganzen Berg sind Grabstätten und Schreine verteilt. Auf der Spitze des Berges gibt es einen Stein mit einer quadratischen Aussparung, welcher auf ein altes Hindu-Heiligtum hindeutet.

Dieser Stein soll das weibliche Geschlechtsorgan symbolisieren. Ein Phallus aus Stein, was das Symbol für den Gott Shiva ist, fungiert hier als Gegenstück. Das ganze war für uns jetzt nicht soooo das Highlight ( wir hätten es beinahe übersehen), Für die Gläubigen ist es aber sehr wichtig und sollte deshalb auch dementsprechend behandelt werden. Der Sonnenuntergang über den Reisterrassen war von hier oben wunderschön anzusehen! Wir mussten zwar erst ein bisschen suchen, um den richtigen Ort zu finden, aber von einem Café aus hatten wir die perfekte Sicht ? .

Nach dem Sonnenuntergang ging es mit dem Roller wieder Richtung Hotel, wobei Philipp schon bemerkte, dass unser Hinterreifen etwas wenig Luft drauf hatte. Nachdem die Tankstellen nichts zum Aufpumpen hatten, fuhren wir erst einmal nur zum Hotel zurück und wollten das Aufpumpen auf morgen verschieben.

 

Am nächsten Morgen klingelte dann gegen 6:00 Uhr der Wecker, wir wollten zeitig aufstehen, um mit die ersten bei der Tour durch den Tra Su Forest zu sein (dies war die Tour, die uns Ms. Sun empfahl und erklärte). Dies ist ein Wald mitten im Sumpfgebiet. Ein herrliches Schauspiel der Natur mit unglaublichen Farben ist hier entstanden und zieht nun einige Touristen an.

Doch als wir starteten, fuhr Philipp eine ganz schöne Schlängellinie, knapp an einem LKW vorbei – er konnte nicht richtig lenken. Der Hinterreifen war platt und wir mussten erst einmal eine Werkstatt aufsuchen. Gleich gegenüber von unserem Hotel war zum Glück auch eine, wir waren die ersten Kunden früh am Morgen gegen 7:00 Uhr ? . Der Besitzer noch halb verschlafen machte extra schon eher wegen uns auf und meinte wir sollten 15 Minuten warten. Ich war schon unruhig, meinte wir lassen die Luft nur aufpumpen und tauschen den Roller. Immerhin war die Luft schon etwas raus, als wir den Roller bekamen und somit war wahrscheinlich da schon ein Loch drinnen. Das hat er aber nicht so richtig verstanden und fing erstmal an Luft aufzupumpen.

Dann hat er den Reifen mit Seifenwasser eingepinselt, um das Loch zu finden. Nachdem er es gefunden hat, wühlte er in seiner Kiste, suchte eine Schraube heraus und drehte diese ganz gemütlich in den Reifen hinein. Mein Dad hat zwar eine Autowerkstatt, aber ich habe noch nie gesehen, dass er absichtlich eine Schraube in einen Reifen dreht 😀 . Naja es gibt wahrscheinlich mehrere Methoden und ich war schon ganz aufgeregt was hier wohl noch folgen wird. Dann hat er den Reifen von der Felge abgemacht und mir wurde schon ganz schlecht – wir hatten ja keine Ahnung, was die Reparatur kosten soll, ob er den Reifen austauscht, ob die Schraube da drin bleiben sollte oder was er vor hatte. Philipp meinte: „Lass ihn mal machen, ändern können wir es jetzt eh nicht mehr und wir wollen ja auch irgendwann wieder fahren.“ Okay, man merkt schon wer der Ruhepol bei uns ist 😀 … . Dann hat er die Schraube wieder raus gedreht, das Loch zu gespachtelt und den Kleber oder was auch immer das war trocknen lassen. Zum Schluss wurde der Reifen und der Schlauch wieder drauf gemacht, Luft aufgepumpt und alles war fertig und repariert – wir waren wieder happy!

So und nun die Preisfrage: Was hat uns der ganze Spaß wohl gekostet?

Der gute Mann wollte für seine 30 Minuten Arbeit und den Materialeinsatz nur 25.000 Dong haben, was knapp 1 € sind. Wir waren happy, dass es kein Vermögen kostete, aber irgendwie macht einen das auch ganz schön nachdenklich wenn man überlegt was das für ein Stundenlohn ist… . Ein Trinkgeld war somit also locker drin ? .

Wir konnten mit etwa 1 Stunde Verspätung endlich los fahren, um das Naturwunder zu besuchen. Auf unserm Weg kamen wir vorbei an ein paar Bauern, welche Reis ernteten, an einer Gänsefarm und vielem mehr.

Besonders süß sahen die vielen kleinen Küken aus, die hier im Wasser plantschten.

Auf einer Gänsefarm sahen wir auch rosa Gänse – das sah ganz schön abgespaced aus 😀 ! Aber so können die Bauern die Tiere besser auseinanderhalten.

Im Tra Su Forrest angekommen machten wir dann für unglaubliche 5,50 € eine Tour durch den Sumpf.

Wir wurden mit dem Bot durch den sumpfigen Wald geschippert.

Erst fuhren wir per Motorboot, dann per Paddelboot durch die kleineren Kanäle.

Unsere Bootsfahrerin war total lustig und obwohl wir uns nicht unterhalten konnten, verständigten wir uns dennoch irgendwie.

Selbstverständlich wird in diesem Sumpfgebiet auch, wie in allen Gewässern hier, gefischt was das Zeug hält 😉 .

Sie zeigte uns ein paar Tiere, tolle Gegenden und auch eine besondere Bienenwabe.

Das ganze Gewässer her ist voll von Wasserrosen, Algen und anderen Wasserpflanzen. Wir nutzten die Gelegenheit ein paar einmalige Fotos zu machen, denn so etwas wie hier gibt es wahrscheinlich nicht so oft auf der Welt.

Danach paddelten wir zu einem Aussichtspunkt, von dem wir über die Gegend schauen konnten.

Die Wege hier auf dem Festland sind ebenso wunderschön und dicht bewachsen.

In Erinnerung wird uns hier aber sicherlich immer der Haufen Kinder bleiben, welche sich um uns versammelten.

Wir hatten ein paar getrocknete Bananen einstecken und verteilten diese an die Kleinen, was soooo süß war!

Erst waren sie ganz zurückhaltend und haben sich nur 1 Stück genommen. Beim 2. Mal schon 2 Stücke und beim 3. Mal haben alle gleichzeitig ihre Hände in die kleine Box gequetscht, wobei ich dachte sie reisen die Plastebox noch auseinander. Einer beschwerte sich bei dem anderen, dass er weniger hatte, dann wurde nochmal brüderschaftlich geteilt. Es war irgendwie so einfach aus den Gesichtern der Kinder zu lesen was sie meinten. Wenn das nur immer bei den Erwachsenen so einfach wäre 😀 … .

Wir spielten noch etwas mit den Kindern und dann ging es wieder mit dem Motorboot zurück, nochmal durch die wunderschöne grüne Landschaft und die Sümpfe

Mit dem Roller fuhren wir schließlich wieder zurück, nochmal zu dem kleinen Hafen der Stadt Chau Doc und schließlich wieder ab zum Hotel. Das war wieder ein aufregender Tag, mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen und vielen glücklichen Kindergesichtern ? !

Am nächsten Morgen ging es schon weiter zur nächsten Stadt im Mekongdelta. Seid gespannt, was dort auf uns wartete https://static.xx.fbcdn.net/images/emoji.php/v9/f4c/1/16/1f642.png🙂.

 

 <- vorheriger Beitrag HCMC nächster Beitrag Can Tho ->

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.