Maupiti

Wir flogen also zu unserer letzten Station in Französisch Polynesien, auf die Insel Maupiti. Maupiti ist eine fast schon winzige Insel in der Südsee, aber so klein sie auch ist, so schön ist sie.

Die größte Überraschung auf unserem Flug war erst einmal, dass wir wirklich die einzigen Fluggäste im ganzen Flug waren. Der komplette Flug war leer, nur Philipp, ich und die Stewardess war im Passagierraum.

Warum? Normalerweise sind die Flüge nach Maupiti immer ausgebucht. Wir trafen so viele Leute die sagten sie wollten nach Maupiti aber sie bekamen keine Plätze mehr. Wir hatten Glück und saßen in einem Sonderflugzeug. Die Ferien endeten und so ließ Air Tahiti ein Sonderflugzeug fliegen, um alle Schüler und Studenten von der Insel wieder abzuholen. Wir landeten auf der Motuinsel von Maupiti, also nicht der Hauptinsel sondern etwas daneben. Wir dachten schon wir landen im Wasser, denn die Landebahn ist einfach ein Landstrich ins Meer hinein. Der Flughafen ist ein offenes Hause, eher gesagt nur eine kleine überdachte Fläche.

Von hier aus nimmt man normalerweise ein Taxiboot für 500 XPF zu der Hauptinsel von Maupiti. Doch das Schicksal schlug wieder zu und uns nahm ein Fischer für umsonst mit. Er hat sogar mal richtig gut Handball gespielt und war 2001 mit bei der polynesischen Auswahl in Schweden. Heute meinte er glücklich er ist nur noch Fischer.

Auf dem Weg sahen wir sogleich 2 Manta Rochen. Es war ein großartiger Start hier auf der Insel!

Er ließ uns direkt am Steg zu unserer Unterkunft Chez Manu heraus.

Wir wurden herzlich begrüßt und konnten unsere Sachen ins Zimmer bringen. Die Unterkünfte auf der Insel sind einfach aber die Gastgeber so nett und liebenswert, da schaut man gern über Kleinigkeiten hinweg. Auf der Insel wurde 2003 abgestimmt, dass es keine Hotels geben soll und so sind alle Unterkünfte private Gasthäuser. Manche verfügten schon über Internet und können so Buchungen per Email entgegen nehmen, manche nehmen Buchungen auch nur telefonisch entgegen. Wir hatten Glück und unsere Hausherrinnen verfügte seit 6 Monaten über Internet 😉 . Und das Beste war, wir hatten sogar WLAN ;). Wir kamen gegen Mittag an und hatten so noch genug Zeit die Insel einmal zu Fuß zu umrunden.

Eine Wanderung im Kreis ist 10 km lang und ganz entspannt mit nur einem kleinen Anstieg. Alle Leute grüßten uns freundlich und haben uns sogar etwas Obst von ihren Bäumen zum probieren gegeben.

Der Berg der Insel, also die Überreste des Vulkans, ragte mächtig empor. Es sah so beeindruckend aus! Wir kamen vorbei an tollen Küsten, leckeren Obstbäumen, vielen kleinen Häuschen, sahen kleine Boote und vieles mehr. Das Inselleben in Maupiti sah so entspannt und beruhigend aus. Etwas heraus stach auch das Haus vom selbsternannten Prinz der Meere, welcher seinen Palast komplett mit Muscheln versehen hat.

Ein paar Meter weiter baute die Gemeinde kleine Buden für ein Festival im Juli auf, bei dem vor allem traditionelle Sportarten, wie Kokosnüsse öffnen, Steine tragen und ähnliche zelebriert werden. Vorbei ging es an kleinen (etwas teureren) Supermärkten und der Kirche. Wir erreichten wieder unsere Unterkunft und damit war das Tagesziel auch erreicht. Es war wunderbar die Insel zu umkreisen! Wir kochten uns was Feines und planten den nächsten Tag.

An unserem 2. Tag nahmen wir uns vor auf den Vulkan zu steigen. Er ist nicht so hoch und ohne Guide problemlos zu erklimmen. Wir starteten erst so gegen 11 Uhr und ließen uns gemütlich Zeit.

Die Aussichten waren einfach zu schön um zu hetzen!

Wir mussten uns an Seilen hoch ziehen, auf Felsen klettern und über rutschige Stücke laufen.

Aber alles halb so wild, wir kamen doch recht schnell an der Spitze an und es war einfach nur der Wahnsinn!

Die Aussicht war so wunderschön.

Das Meer war so hellblau und dunkelblau, die Sonne strahlte mit voller Kraft und es war kaum eine Wolke am Himmel.

Wir sahen Bora Bora und Raiatea am Ende des Horizonts. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Foto hier Foto da und dann lies Philipp noch die Drohne starten. Die Shots waren der Hammer! Doch dann rief ständig jemand und störte ganz schön die Ruhe. Es war etwas nervig uns schließlich kamen die Leute auch an der Spitze an. Da erzählten sie sie seien auf der Suche nach einem mit gebrochenen Knöchel, er hat sich telefonisch bei der Feuerwehr gemeldet. Jetzt verstanden wir auch die Rufe 😉 . 5 Leute waren auf der Suche und falls sie ihn nicht bis 16 Uhr finden, wird das ganze Dorf mit Taschenlampen los laufen. Glücklicher Weise tauchte der vermisste doch noch auf. Wir verbrachten alles in allem 3 Stunden nur hier auf der Spitze. Es war so beeindruckend! Wir hatten wirklich einen 360 Grad Blick.

Dann gegen 3 Uhr liefen wir wieder runter, der Abstieg war auch recht schnell. Wir waren so begeistert, wir erzählten unseren Gastgebern von der Aussicht, als ob es etwas komplett Neues für sie wäre und sie unbedingt da hoch müssten. Es war der Hammer! Der Abend klang dann entspannt aus und wir quatschten etwas mit unseren Gastgebern.

Am nächsten Morgen fuhren Manu und ihr Mann mit dem Boot auf ein Motu um 300 Kokosnüsse zu spalten und das Fleisch herauszumachen. Sie trocknen dann das Fleisch und verkaufen es an die Firma in Tahiti, die am bekanntesten für ihr Öl ist. Pro Kilo gibt es übrigens einen Hungerslohn von 1,4 USD, wofür sie 3 bis 4 Kokosnüsse brauchen. Für diese 300 Stück waren sie den ganzen Tag beschäftigt. Und für etwa 500 ml Öl werden gerade mal 2 Kokosnüsse benötigt. Da weis man, was die Firma für einen Profit macht. Wir hingegen genossen die Sonne und fuhren mit dem Fahrrad an den Strand bei der Maupiti Residence.

Direkt daneben gibt es einen frei zugänglichen Strand mit weißem Pulversand und so klarem Wasser, es war wirklich kein bisschen verfärbt!

Also so klar haben wir das Wasser noch nirgends gehabt – und es war schon immer klar in Französisch Polynesien!

Tiefer als bis zur Hüfte ging das Wasser nicht, wir hätten sogar bis zum Motu gegenüber laufen können, aber das dauert ewig 😉 . Wir verbrachten lieber die Zeit damit unsere Früchte zu essen und Fotos zu schießen.

Spätestens nach 30 Minuten flüchteten wir immer wieder ins Wasser, es war einfach zu heißt 😀 .

Gegen Nachmittag fuhren wir zu unserer Unterkunft zurück, wir wollten etwas im Schatten entspannen. Gegen Abend fuhren wir nochmal dem Sonnenuntergang entgegen, der ist auf der Insel auch echt toll!

An unserem letzten vollen Tag ging Philipp tauchen. 8:30 Uhr wurde er von der einzigen Tauchschule auf der Insel abgeholt und los ging es. Zum Glück hatten wir vorgebucht, sonst wäre wahrscheinlich kein Platz mehr frei gewesen. Auch hatte er eigentlich 2 Tauchgänge gebucht, aber der am Nachmittag viel wegen zu starken Wellen aus. So freute er sich auf den Tauchgang am Morgen, hier bestaunten sie riesige Rochen.

Philipp meinte es war so beeindruckend die Tiere im Wasser schwimmen, fast schon fliegen zu sehen. Ein Manta Rochen war sogar schwanger.

Der größte Rochen war etwa 4,5 m und das soll schon recht gewaltig im Wasser gewesen sein … ! Voller Freude kam Philipp von seinem Tauchgang zurück, wir konnten jetzt gut Mittag essen. Denn heute waren wir von unseren Gastgebern eingeladen, es gab Hühnchen, Bohnen, Kartoffeln und Nudeln.

Die beiden, Manu und ihr Mann erzählten uns vom Kokosnüsse Öffnen und vom Leben auf der Insel. Uns gefällt es immer so sehr möglichst viel von den Einheimischen zu erfahren. Beim Gespräch kamen wir dann auf ihre Schwierigkeit mit dem E-Mail schreiben. Seit 6 Monaten gibt es Internet und seit 2 Wochen bearbeitet sie E-Mails. Nach längerem hin und her fragte sie, ob sie meinen Computer abkaufen kann, weil es schwer ist so etwas auf der Insel zu bekommen und wenn dann nur sehr teuer, ab 1000 USD. Da mein PC noch neu war und nicht viele Daten drauf waren, entschieden wir den Computer zurück zu setzen, alles auf französisch einzustellen und ihn ihr zu verkaufen. Wir hoffen wir haben ihr damit geholfen und falls ihr eine einfache, vergleichsweise günstige und herzliche Unterkunft mit einem Sternfrüchtebaum im Garten auf Maupiti sucht, könnt ihr Manu gern anschreiben: chezmanu@mail.pf . Am restlichen Tag waren wir also mit dem PC beschäftigt, um alles vorzubereiten. Dann wurden noch Sachen gepackt und am nächsten Tag mussten wir diese tolle Insel schon verlassen.

Wir liefen zur Post, um dort mit dem Taxiboot für 500 XPF pP zum Flughafen zu fahren.

Uns verfolgten sogar 2 Ruderer.

Wir checkten ein und die Zeit auf Französisch Polynesien war auch schon vorbei. Die Zeit verging einfach wie im Flug, viel zu schnell!

Ob wir wieder kommen würden? Auf jeden Fall! Wir würden wieder den Inselpass von Air Tahiti nehmen und neue Inseln erkunden. Es ist einfach zu schön hier! Wir hörten immer wieder die Inseln sollen das Paradies sein und dies ist wahrhaftig so. Uns gefällt von dem gesehenen Französisch Polynesien besser als die Cookinseln und am besten finden wir Maupiti. Wir hoffen die Einwohner behalten sich ihre Lebensfreude und Freundlichkeit bei und lassen sich nicht umstimmen bezüglich Resorts und Hotels 😉 !

 

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